Die 6. Mot.-Schützendivision (NVA), kurz 6. MSD,Abkürzung in: (Hrsg.) ZMSBw: Potsdam 2020. anfangs als motorisierte Schützendivision bezeichnet und ehemals Mot.-Schützen-Division geschrieben, war ein Großverband der Nationalen Volksarmee der DDR.

Geschichte Herkunft der militärischen Formationen mini|Gliederung der Mech.-Bereitschaft der KVP am Beispiel: Dresden (1955) Bereits bei Schaffung der Kasernierten Volkspolizei (KVP)Mit Befehl 500/50 des Chefs der Hauptverwaltung Ausbildung (C-HVA), Generalinspekteur Heinz Hofmann, zur Reorganisation der bis dahin gebildeten Volkspolizei-Bereitschaften und – Schulen wurde der zielstrebige Aufbau der Kasernierten Volkspolizei (KVP) eingeleitet. Anfang der 1950er Jahre wurden neben Infanterieverbänden, darunter die KVP-A-Bereitschaft Prenzlau (Infanterie), auch mechanisierte Verbände aufgestellt. Die maßgebliche Forderung aus der Sowjetunion nach originären DDR-Streitkräften bekam erst Öffentlichkeit, nachdem im November 1955 in der Bundesrepublik Deutschland die Bundeswehr geschaffen wurde.Torsten Diedrich, Rüdiger Wenzke: Die getarnte Armee - Geschichte der Kasernierten Volkspolizei 1952–1956. Berlin 2001, S. 453 f.Zeittafel für das Jahr 1956. In: Autorenkollektiv: Zeittafel zur Militärgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik. 1949–1988. (Hrsg.) Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik: 2., erweiterte und durchgesehene Auflage, Berlin 1989, ISBN 3-327-00720-9, S. 56–74.

Am 18. Januar 1956 verabschiedete die Volkskammer der DDR nach Rücksprache der SED-Führung mit dem ZK der KPdSU das Gesetz „über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und des Ministeriums für Nationale Verteidigung“. Für die einsatzbereiten Formationen der KVP begannen de-facto bereits im Spätherbst 1955 die Vorbereitungen zur Umwandlung in reguläre Streitkräfte der DDR.Zum Beispiel wurde in der KVP-Chronik (Quelle: BA/MA 3/3056 KVP) das 2.mot.A-Kommando der KVP-Bereitschaft Halle für den Zeitraum vom 1. Dezember 1955 bis 1. Oktober 1956 bereits als „17. mot.Schtz.Regt.“ (Schreibweise lt. Chronik) ausgewiesen. Eine wichtige Orientierung für den Aufbau, die Struktur, Ausrüstung und Ausbildung gab Ende Januar 1956 die erste Tagung der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages. Die zu schaffenden bewaffneten Kontingente der NVA sollten in die Vereinten Streitkräfte integrierbar sein.Antrag der DDR-Delegation zur Eingliederung der bewaffneten Kontingente der NVA in die Vereinten Streitkräfte und Beschluss des Politischen Beratenden Ausschusses der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages 27.–28. Januar 1956 in Prag. In: Autorenkollektiv: Zeittafel zur Militärgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik. 1949–1988. (Hrsg.) Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik: 2., erweiterte und durchgesehene Auflage, Berlin 1989, ISBN 3-327-00720-9, S. 57.

Vorgesehen war, nach sowjetischem Vorbild strukturierte Mechanisierte Divisionen (zwei MD), Infanteriedivisionen (drei ID) und Panzerdivisionen (drei PD) aufzustellen. Bereits im Sommer 1956 wurden auf der Grundlage neuester sowjetischer Vorstellungen über Aufbau, Ausrüstung und Einsatz der Streitkräfte Veränderungen erforderlich. Die im Aufbau befindlichen Infanteriedivisionen und Mechanisierten Divisionen der NVA wurden in Erweiterung des ursprünglichen Befehls 1/56 durch Befehl 99/56 des Ministers vom 17. Oktober 1956 in Mot.-Schützendivisionen bzw. in Panzerdivisionen umformiert.Siehe: Über die Hauptverwaltung Ausbildung (HVA) und die Kasernierte Volkspolizei (KVP) zu regulären Streitkräften der Deutschen Demokratischen Republik. In: Gerold Möller (Hrsg.): 11. Motorisierte Schützendivision. Halle, Bad Frankenhausen, Hermsdorf, Sondershausen, Weißenfels, Wolfen, Zeithain. Geschichte und Tradition, Entwicklung und Dokumentation. 3., überarbeitete und ergänzte Auflage, Halle 2005, S. 6–7.

Das zum 1. März 1956 gebildete Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV)Befehl Nr. 1/56 des Ministers für Nationale Verteidigung vom 10. Februar 1956 über die Bildung der Nationalen Volksarmee, des Ministeriums für Nationale Verteidigung und die Einführung der Uniformen der Nationalen Volksarmee zum 1. März 1956. ordnete diese Formationen den zwei Kommandos der Militärbezirke (Kdo MB III und Kdo MB V) der Landstreitkräfte zu.Autorenkollektiv: Zeittafel zur Militärgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik. 1949–1988. (Hrsg.) Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik: 2., erweiterte und durchgesehene Auflage, Berlin 1989, ISBN 3-327-00720-9, S. 57. Aus dem Bestand der Kommandos wurde im Felddienst je ein Armeekommando gebildet. Dem KMB V (Standort Pasewalk/Neubrandenburg), als verantwortlichem militärischen Führungsorgan im NordterritoriumDer Verantwortungsbereich des Militärbezirks V erstreckte sich auf das Gebiet der DDR-Bezirke Frankfurt/Oder, Magdeburg, Neubrandenburg, Potsdam, Rostock, Schwerin. Dazu war das Kommando des Militärbezirks bereits in Friedenszeit strukturell als Feldführung der 5. Armee und in den territorialen Militärbezirk V aufgeteilt. (Quelle: Bundesarchiv. BArch DVH 17. Kommando des Militärbezirks V. Institutionengeschichte.) der DDR, wurde die aufzustellende 6. Motorisierte Schützendivision (Standort des Stabes – Prenzlau) zugeteilt. Ab 1972 wurde das Kommando Landstreitkräfte gebildet, das im Auftrag des MfNV die beiden Militärbezirke führte.Wilfried Kopenhagen: Die Landstreitkräfte der NVA. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02297-4, S. 40–41.

Aufstellung und Auftrag der 6. MSD Die Division wurde ursprünglich im Oktober 1956 als 6. Motorisierte Schützen Division (6. MSD) laut Befehl Nr. 98/56 des Ministers für Nationale Verteidigung, Generaloberst Willi Stoph, aus der KVP-A-Bereitschaft Prenzlau (Infanterie) der Kasernierten Volkspolizei (KVP) formiert.

Die 6. MSD wurde am 31. Oktober 1956 mit Übergabe der Truppenfahne durch den Minister für Nationale Verteidigung, Generaloberst Willy Stoph; an Oberst Willi Riedel in Dienst gestellt und vereidigt.

Gliederungsgrundlage für die Schaffung dieses Verbandstyps war weitestgehend die Mot.-Schützendivision der Sowjetarmee. Ihre Struktur sollte in späteren Jahren einem Personalbestand von nahezu 11.000 im Garnisonsdienst entsprechen. Im Unterschied zu den sowjetischen Divisionen hatten die Mot.-Schützendivisionen der NVA keine Kampfhubschrauber und verfügten bei den Mot.-Schützen- und Panzerformationen über geringeren Kampfbestand.Kopenhagen 2003, S. 39

Der Auftrag der 6. MSD bestand verfassungsgemäßDas Gesetz zur Ergänzung der Verfassung (1949) wurde am 26. September 1955 von der Volkskammer der DDR beschlossen. Artikel 5 erklärt den „Dienst zum Schutz des Vaterlandes und der sozialistischen Errungenschaften der Werktätigen zur ehrenvollen nationalen Pflicht der Bürger der DDR [...] und gemäß Artikel 112 obliegt der Republik die Gesetzgebung über den militärischen Schutz der Heimat und den Schutz der Bürger.“ Zit. nach Zeittafel 1955. In: Autorenkollektiv: Zeittafel zur Militärgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik 1949 bis 1988. 2., erweiterte und durchgesehene Auflage, Berlin 1989, S. 54–55. darin, dass dieser taktische Verband der NVA im Bündnis mit den Koalitionsstreitkräften „das friedliche Leben der Bürger der DDR und aller Staaten der sozialistischen Gemeinschaft gegen jegliche Angriffe der aggressiven Kräfte … schützt und die Souveränität der DDR, ihre territoriale Integrität sowie Unverletzlichkeit ihrer Grenzen und ihrer staatlichen Sicherheit gewährleistet.“Nationale Volksarmee der DDR (NVA). In: Autorenkollektiv: Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte. Mi–Z. 2., durchgesehene Auflage, Band 2. Berlin 1987, ISBN 3-327-00478-1, S. 677.

Die Hauptaufgabe der Anfangsjahre bestand darin, die strukturmäßige Bewaffnung und Ausrüstung beherrschen zu lernen, Grundlagen für den gefechtsmäßigen Einsatz zu vermitteln und die Einsatzfähigkeit der Truppenteile und Einheiten als Ganzes zu gewährleisten.

Auflösung der 6. MSD (1958) Die Division wurde bereits zum 9. Dezember 1958 wieder aufgelöst, wobei neben zunehmenden ökonomischen Problemen vor allem das Fehlen von Soldaten eine Rolle spielte. Mit dem vorhandenen Personal der 6. MSD wurden die anderen Divisionen aufgefüllt und drei neue Ausbildungsregimenter (ABR) formiert.

Die Mot.-Schützenregimenter (MSR) bildeten die Basis für die Aufstellung von Ausbildungsregimentern (ABR). Die Formierung der ABR erfolgte in der Zeit vom 17. bis 27. November 1958. Es entstand aus dem MSR-13 das ABR-3 in Torgelow/Drögeheide, aus dem MSR-11 das ABR-5 in Prenzlau/Pinnow und aus dem MSR-12 das ABR-7 in Eilenburg/Spremberg. Das ABR-7 wurde dem Militärbezirk III unterstellt, die beiden anderen verblieben beim Militärbezirk V.Kopenhagen, Wilfried S. 29/30Klaus Naumann (Hrsg.): NVA – Anspruch und Wirklichkeit, nach ausgewählten Dokumenten. Hamburg/Berlin/Bonn 1996. S. 79

Kommandeure der 6. MSD Damaliger RangNameZeitraum Oberst Willi Riedel 30. Oktober 1956 – 31. Dezember 1957 Oberst Werner Krüger 1. Januar 1958 – 9. Dezember 1958

Organisation Angaben zur Gliederung, Struktur und Lage der 6. MSD (1958) Die Gliederung, Struktur, Ausrüstung mit Technik und Bewaffnung der Truppenteile und Einheiten sowie die Standortbelegung in der 6. Mot.-Schützendivision unterlagen mehrfachen Veränderungen und Ergänzungen.

Die nachfolgende Tabelle bezieht sich auf die Strukturelemente und Standorte in der 6. MSD. (Lage am Jahresanfang 1958.)

+ Tabelle: Bezeichnung und Standort der Truppenteile/Einheiten der 6. MSD (NVA)(Lage am Jahresanfang 1958)EinheitStationierung Mot.-Schützenregiment MSR-11 Pinnow ()Mot.-Schützenregiment MSR-12 Prenzlau () Mot.-Schützenregiment MSR-13 Drögeheide () Panzerregiment PR-6 Drögeheide () Lehrbataillon LB-6 Stallberg () Artillerieregiment AR-6 Drögeheide () Instrumental-Aufklärungs-Batterie InstrAklBttr-6 Pasewalk () Flakregiment FR-6 Pasewalk () Aufklärungsbataillon AB-6 Stallberg () Nachrichtenbataillon NB-6 Prenzlau () Pionierbataillon PiB-6 Pasewalk () Chemische Kompanie ChK-6 Pasewalk () Kraftfahrzeugschule KfzSch-6 Pasewalk () Transportkompanie TK-6 Prenzlau () Divisionslager DL-6 Prenzlau () Divisions-Med.-Punkt DMP-6 Prenzlau () Artilleriewerkstatt ArtW-6 Drögeheide () Panzerwerkstatt PzW-6 Stallberg () Kraftfahrzeug-Instandsetzungsbataillon KfzIB-6 Prenzlau ()

Angaben zur Herkunft und Entwicklung der Truppenteile / Einheiten der 6. MSD mini|Gliederung der einer MSD (NVA) im Vergleich 1956–1988, z. B. 11. MSD Gliederungsgrundlage für die Schaffung dieses Verbandstyps war anfangs weitestgehend die Mot.-Schützendivision der Sowjetarmee. Die Gliederung, Struktur, Ausrüstung mit Technik und Bewaffnung der Truppenteile und Einheiten sowie die Standortbelegung in der 6. Mot.-Schützendivision unterlagen mehrfachen Veränderungen und Ergänzungen. Ihre Struktur entsprach in späteren Jahren einem Personalbestand von nahezu 11.000 im Garnisonsdienst. Im Unterschied zu den sowjetischen Divisionen hatten die Mot.-Schützendivisionen der NVA keine Kampfhubschrauber und verfügten bei den Mot.-Schützen- und Panzerformationen über geringeren Kampfbestand. mini|links|Gliederung eines Panzerregiments der Nationalen Volksarmee mini|zentriert|Gliederung einer Panzerdivisionund einer Mot.-Schützendivision (NVA)

Die nachfolgende Tabelle bezieht sich auf die Herkunft der Formationen aus der KVP und die Entwicklung der Strukturelemente und Standorte in der 6. MSD.Bundesarchiv. BArch DVH 25 und DVH 26. 6. Motorisierte Schützendivision. Institutionengeschichte.