mini|Originale Hängebank aus dem 19. Jahrhundert mini|Blick in den Schacht des Schaubergwerkes mit Fahrkunst mini|Eingang zum Besucherbergwerk
Das Oberharzer Bergwerksmuseum ist ein Museum für Technik und Kulturgeschichte im Zentrum des Stadtteils Zellerfeld der Stadt Clausthal-Zellerfeld. Es zählt zu den ältesten Technikmuseen Deutschlands. Dargestellt wird der Oberharzer Bergbau bis zum 19. Jahrhundert.
Geschichte Die Geschichte des Bergwerksmuseums begann im Jahre 1884, als der damalige Berghauptmann Adolf Achenbach in einer Direktive die Bergleute dazu aufrief, besondere ausgediente Geräte des historischen Bergbaus einer Sammlung zum Aufbau eines Museums zuzuführen. Im Jahre 1892 erfolgte dann die offizielle Gründung als Museum des Landkreises Zellerfeld.Helmut Radday: Adolf Achenbach und Dr.-Ing. Wilhelm Bornhard, in: Unser Harz, Zeitschrift für Heimatgeschichte, Brauchtum und Natur, Nr. 6/2009, Verlag Fischer & Thielbar, Clausthal-Zellerfeld, 2009 Es nutzte zunächst abwechselnd Räume des Landkreises Zellerfeld und des Zellerfelder Rathauses.Helmut Radday: Das Oberharzer Bergwerksmuseum Clausthal-Zellerfeld. Führer durch das Museum mit einem Abriß zur Kultur- und Technikgeschichte des Oberharzes, 2., überarb. und erw. Aufl. – Oberharzer Geschichts- und Museumsverein, Clausthal-Zellerfeld 2002, ISBN 978-3-98055-220-2, Seite 254
Nach dem Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Städte Zellerfeld und Clausthal zur Doppelstadt Clausthal-Zellerfeld im Jahre 1924 konnte das freigewordene Zellerfelder Rathaus in Gänze bezogen und das Museum am 8. Oktober 1928 anlässlich der 58. Hauptversammlung des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde wiedereröffnet werden. In diesen Jahren wurde das Freigelände mit dem Schaubergwerk errichtet. Hierzu wurden originale Bauwerke des Oberharzer Bergbaus wie zum Beispiel ein Pferdegaipel aus dem Erzbergwerk Grund, ein Schachtgebäude mit Hängebank aus Lautenthal, eine Schützerbucht aus Bockswiese und ein Pochwerk aus Schulenberg an ihren Standorten sorgfältig abgebaut und im Hofe des etwa 1800 m² großen Grundstückes wieder aufgebaut. Des Weiteren wurden Stollensysteme knapp unter der Erdoberfläche angelegt, in denen typische Orte und Arbeiten unter Tage dargestellt werden. Geprägt und zusammengestellt hatte diese Anlage besonders der Oberbergrat Hans Barry, der seinerzeit die Berginspektion Lautenthal leitete.Helmut Radday: Das Oberharzer Bergwerksmuseum Clausthal-Zellerfeld. Führer durch das Museum mit einem Abriß zur Kultur- und Technikgeschichte des Oberharzes, 2., überarb. und erw. Aufl. – Oberharzer Geschichts- und Museumsverein, Clausthal-Zellerfeld 2002, ISBN 978-3-98055-220-2
In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde das Museum von Herbert Dennert geleitet. Bis zum Ende der 1980er-Jahre hatte das Bergwerksmuseum jährlich sechsstellige Besucherzahlen. Ab etwa 1990 gingen die Besucherzahlen aus unterschiedlichen Gründen zurück. Bis heute haben etwa 5,5 Mio. Menschen das Museum besucht.
Trägerschaft Das Museum gehört der Stadt Clausthal-Zellerfeld, Träger war über viele Jahre der Oberharzer Geschichts- und Museumsverein. In den Jahren 2013 bis 2025 wurde das Museum von der Stiftung UNESCO-Welterbe im Harz betrieben.
Das Museum sollte laut Stadtratsbeschluss zum Jahresende 2025 geschlossen werden, wenn sich bis zum 4. Dezember 2025 kein geeigneter Betreiber findet. Nach Angaben der Stadt Clausthal-Zellerfeld seien die Kosten zu hoch und es habe sich kein Betreiber gefunden. Unterstützer des Bergwerksmuseums haben eine Online-Petition zu dessen Erhalt gestartet. Der Oberharzer Geschichts- und Museumsverein hat daraufhin eine gGmbH gegründet und betreibt die Einrichtung damit seit dem 15. Januar 2026 weiter.Wiedereröffnung: Oberharzer Bergwerksmuseum will interaktiver werden aus www.goslarsche.de, abgerufen am 26. Januar 2026
Ausstellung Das Museum betreibt als Außenstellen die übertägigen Schachtanlagen der stillgelegten Bergwerke Ottiliae-Schacht und Kaiser-Wilhelm-Schacht sowie die Anfang der 2000er Jahre freigelegten Anlagenteile (Runde Radstube u. a.) der Grube Rosenhof.
Am Hauptstandort sind unter anderem zu sehen: Lehrmodelle aus der Sammlung der Bergschule Clausthal. Diese wurden für die Ausbildung der Bergschüler im 18. und 19. Jahrhundert angefertigt und dienen noch heute hervorragend zur Erläuterung von Künsten, insbesondere der Fahrkunst und sonstiger Bergbautechnik. Schaubergwerk mit Besucherstollen, erstellt aus originalen Maschinen und Bauwerken eines Bockswieser Bergwerkes. Freigelände mit Pferdegaipel, Radstube, Kunstgestänge, Pochwerk (alle von den originalen Betriebsstätten umgesetzt) Erläuterungen zum Oberharzer Wasserregal Herstellung der ältesten Drahtseile, die 1834 in Clausthal-Zellerfeld von Julius Albert erfunden wurden. Münzen: Die Münzprägung hatte in einem der bedeutendsten Silbergewinnungsgebiete Deutschlands eine besondere Bedeutung; in Zellerfeld gab es von 1601 bis 1789 eine Münzprägeanstalt und die Clausthaler Münze prägte von 1617 bis 1849. Mineralien, Werkzeuge und Grubenlampen. Typische Wohnräume aus der Lebens- und Arbeitswelt der Oberharzer Bevölkerung. Ein Ausstellungszimmer ist dem in Clausthal geborenen und aufgewachsenen Robert Koch gewidmet. Originalfilmaufnahmen aus dem Schacht Silbersegen und dem Kaiser-Wilhelm-Schacht aus dem Jahre 1924 sowie Sammlung früher Fotografien des Bergbaus, unter anderem von Friedrich Zirkler.
Auszeichnungen Seit 2009 trägt das Museum das Gütesiegel Registriertes Museum. Diese Auszeichnung dokumentiert, dass die Standards eines qualifizierten Museums mit den Aufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen, Dokumentieren, Ausstellen und Vermitteln mit qualifiziertem Personal erfüllt werden.Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e. V.: registrierte Museen 2009–2016 2019 wurde das Museum mit dem Museumsgütesiegel des Museumsverbands Niedersachsen und Bremen e. V. ausgezeichnet.Neun Museen mit Gütesiegel ausgezeichnet bei ndr.de vom 6. Februar 2019
Welterbe-Bestandteil Das Museum ist Bestandteil der Welterbe-Route des UNESCO-Welterbes im Harz.
Am 18. September 2022 wurde am Oberharzer Bergwerksmuseum das dritte Welterbe-Informationszentrum eröffnet. Herzstück eines Welterbe-Infozentrums ist ein 3D-Landschaftsmodell mit Videoprojektion, die den Veränderungsprozess der 3.000 Jahre alten Kulturlandschaft im Westharz verdeutlicht.
Literatur Helmut Radday: Das Oberharzer Bergwerksmuseum Clausthal-Zellerfeld. Führer durch das Museum mit einem Abriß zur Kultur- und Technikgeschichte des Oberharzes, 2., überarb. und erw. Aufl. – Oberharzer Geschichts- und Museumsverein, Clausthal-Zellerfeld 2002, ISBN 978-3-98055-220-2.
Weblinks
Internetpräsenz des Oberharzer Bergwerksmuseums Das Welterbe-Infozentrum in Clausthal-Zellerfeld Oberharzer Bergwerksmuseum in Clausthal-Zellerfeld als Station 5 der Welterbe-Route im Harz Welterbe im Harz auf YouTube
Einzelnachweise
Kategorie:Museum im Harz Kategorie:Museum im Landkreis Goslar Kategorie:Bergbaumuseum in Deutschland Kategorie:Technikmuseum in Deutschland Kategorie:Bergbaugeschichte (Niedersachsen) Kategorie:Bergbau (Harz) Kategorie:Bergbau (Clausthal-Zellerfeld) Kategorie:Bildung und Forschung in Clausthal-Zellerfeld Kategorie:Organisation (Clausthal-Zellerfeld) Kategorie:Baudenkmal in Clausthal-Zellerfeld Kategorie:Museumsgründung 1891