Die Ohm ist ein 59,8 km langer, südöstlicher und orographisch linker Zufluss der Lahn im Vogelsbergkreis und Landkreis Marburg-Biedenkopf in Mittelhessen (Deutschland).

Name Der Fluss wurde um 750–779 („super ripam fluminis Amana“) erstmals schriftlich erwähnt. Der Name leitet sich vermutlich vom germanischen *ama-, *ami- mit der Bedeutung „natürlicher Wasserlauf“ ab. Prinzipiell könnte der Name jedoch auch keltischen Ursprungs sein (von keltisch Amonā).

Geographie Verlauf mini|links|Ohmquelle (gefasst 1991) bei Ulrichstein Die Ohm entspringt im Vogelsberg östlich von Ulrichstein an der Westflanke des hohen Kopfes auf etwa Höhe.

Von ihrer Quelle aus fließt sie in westlicher Richtung durch Ulrichstein und Ober-Seibertenrod. Hier richtet sie ihren Lauf in nordöstliche Richtung. Nach dem Passieren von Unter-Seibertenrod erreicht sie das Gemeindegebiet von Mücke und durchfließt die Ortschaften Ober-Ohmen, Ruppertenrod und Wettsaasen. Zwischen Kirschgarten und Nieder-Ohmen mündet auf der linken Seite der Seenbach.

Von hier an fließt die Ohm in nördlicher Richtung über Nieder-Ohmen und erreicht bei Burg-Gemünden das Gemeindegebiet von Gemünden. Bei Nieder-Gemünden nimmt die Ohm die von rechts zufließende Felda auf und wendet ihren Lauf wieder nach Nordwesten. Von hier an bis Homberg hat die Ohm kaum Gefälle.

Homberg wird nach ein paar Kilometern erreicht, die Stadt liegt erhöht auf der rechten Seite des Flusses. Der im Stadtgebiet liegende, hohe Schlossberg zwingt die Ohm zu einem markanten Bogen. Die Ohm fließt hier noch auf etwa Höhe. Durch Ober-Ofleiden, wo ein Pegel des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie steht, und an Nieder-Ofleiden vorbei setzt die Ohm ihren Weg in nordöstlicher Richtung fort. Das Stadtgebiet von Stadtallendorf durchfließt sie bei Schweinsberg. Hier bildet der Lauf der Ohm eine Flussbifurkation, links vom heutigen Hauptfluss fließt die Alte Ohm, die sich erst wieder bei Amöneburg mit der Ohm vereinigt. Von Schweinsberg bis zur Mündung hat die Ohm kaum noch Gefälle, sie durchfließt das Amöneburger Becken.

Zwischen Rüdigheim und Amöneburg nimmt die Ohm (Alte Ohm) den von links zufließenden Rulfbach auf. Anschließend umfließt sie die 365 m hohe Basaltkuppe der Amöneburg über dem linken Ufer. Hier nimmt die Ohm rechts die von Stadtallendorf-Niederklein kommende Klein auf und passiert Kirchhain, wo die Wohra rechts in sie mündet.

Zwischen Amöneburg, Kirchhain, Groß-, Kleinseelheim und Niederwald durchläuft die Ohm das Hochwasserrückhaltebecken Kirchhain/Ohm und nimmt den von links kommenden Würf auf. Im weiteren Verlauf liegen Schönbach links und Anzefahr rechts vom Fluss. Zwischen Anzefahr und Bürgeln passiert die Ohm an der Hainmühle einen zweiten Pegel. Bei Bürgeln erreicht die Ohm das Gemeindegebiet von Cölbe.

mini|links|Renaturierte Mündung der Ohm in die Lahn Bis zu ihrer Mündung in die Lahn am Cölber Eck bildet sie nun die Grenze zwischen Marburg und Cölbe. Ihre Mündung liegt auf etwa Höhe, so dass sie auf ihrem 59,8 km langen Weg rund 389 m an Höhe verloren hat.

Beachtenswert ist, dass sie auf dem 32 km langen Abschnitt vom Zufluss der Felda bis zur Mündung in die Lahn nur noch 32 Höhenmeter an natürlichem Gefälle hat, was einem Sohlgefälle von 1,00 ‰ entspricht.

Einzugsgebiet

Das 983,76 km² große Einzugsgebiet der Ohm erstreckt sich von den zum Osthessischen Bergland gehörenden Naturräumen Hoher Vogelsberg und Unterer Vogelsberg bis zu den im Westhessischen Berg- und Senkenland liegenden Naturräumen Vorderer Vogelsberg, Amöneburger Becken und Marburg-Gießener Lahntal. Sie entwässert es über die Lahn und den Rhein zur Nordsee.

Das Einzugsgebiet der Ohm grenzt im Nordosten und Osten an das Einzugsgebiet der Schwalm, die über die Eder und die Fulda in die Weser entwässert; im Südosten an das der Schlitz, die in die Fulda mündet; im Süden an das der Nidda, die über den Main in den Rhein entwässert; im Südwesten an das des Niddazuflusses Wetter; im Westen an das der Lahn und im Norden an das der Eder.

Nebenflüsse Die wichtigsten Zuflüsse der Ohm von der Quelle () bis zur Mündung () in die Lahn sind: Name Seite Länge(km) EZG(km²) Abfluss(MQ; l/s) Ohm-km Mündungshöhe(m ü. NHN) Mündungsort DGKZ Steinbach links 5,0 4,166 57,5 10.6 316 hinter Ober-Ohmen 2582-16 Marsbach links 13,8 316 hinter Ruppertenrod Seenbach links 18,3 96,493 1288,4 16,9 264 hinter Kirschgarten,von Merlau kommend 2582-2 Goldgraben links 2,0 19,9 251 in Mücke-Nieder-Ohmen 2582-3118 Kuchenbach rechts 1,6 20,1 250 in Mücke-Nieder-Ohmen 2582-3192 Goldbach links 1,6 8,372 22,4 zwischen Nieder-Ohmenund Burg-Gemünden 2582-338 Ransbach rechts 6,3 8,372 23,0 zwischen Nieder-Ohmenund Burg-Gemünden 2582-34 Fuchsbach links 1,9 25,1 220 nördlich von Burg-Gemünden 2582-394 Felda rechts 29,9 107,383 1276,4 26,5 220 bei Nieder-Gemünden 2582-4 Hirschbach rechts 3,0 220 nördlich von Nieder-Gemünden 2582-512 Krebsbach (Pferdsbach) links 6,8 12,175 90,8 30,6 215 vor Homberg 2582-54 Schechenbach links 209 bei Homberg Michelbach rechts 2,2 32,1 in Homberg 2582-5512 Schadenbach links 7,0 18,448 127,7 33,7 207 bei Homberg 2582-552 Pferdsgraben links 2,3 40,1 westlich von Erfurtshausenin den Burggraben 2582-5616 Erfurtshäuser Bach links 3,7 6,282 45,8 40,1 200 bei Schweinsbergin den Burggraben 2582-562 Lamborn links 3,8 200 in der nordöstlichen Gemarkung von Mardorf in die Alte Ohm Rulfbach links 9,2 26,256 174,1 43,6 196 in der südöstlichen Gemarkung von Amöneburg in die Alte Ohm 2582-58 Klein rechts 23,2 163,145 1122,9 45,2 194 in der südlichen Gemarkung von Kirchhain, nahe der Fort-M. 2582-6 Wohra rechts 33,8 285,878 2010,3 48,7 192 hinter Kirchhain 2582-8 Würf links 8,0 22,998 121,8 50,3 191 bei Großseelheim 2582-914 Bauerbach links 4,0 51,8 nördlich von Großseelheim 2582-9312 Schönbach links 1,3 52,1 bei Schönbach 2582-9314 Wöhlgraben rechts 3,7 53,1 bei Kirchhain-Anzefar 2582-9392 Teufelsgraben rechts 4,9 54,6 hinter Anzefahr 2582-9394 Rotes Wasser rechts 18,6 50,961 221,1 58,0 189 hinter Bürgeln 2582-96 Anmerkung: Zur besseren Übersicht bzw. zur Sortierung flussabwärts sind in die DGKZ-Ziffern nach der 2582 – Ohm – Bindestriche eingefügt.

Zur Hauptflussfrage

Insbesondere innerhalb des Vogelsberges ist die namentliche Ohm nur einer von vielen Hauptflüssen. Trägt sie an der Felda-Mündung () am Unteren Vogelsberg noch den Löwenanteil (MQ: 1933,3 l/s gegenüber 1276,4 der Felda) bei, so führt ihr deutlich oberhalb, bei der Seenbach-Mündung () (mit 396,2 l/s), dieser „Nebenfluss“ den Abfluss eines dreimal so wasserreichen (1288,4 l/s) Einzugsgebietes zu.

Mühlen und Hochwasserschutz Entlang der Ohm waren bis in die 1970er Jahre hinein zahlreiche Mühlen in Betrieb, von denen ein Großteil bis heute erhalten ist.

Name(frühere Namen) Lage Erst-erwähnung EinstellungMahlbetrieb Bild Luchmühle 0,5 km oberhalb Ober-Ohmen Ende des 19. Jahrhunderts Rahnsmühle 1 km oberhalb Ruppertenrod 1945 Obermühle am Ortsrand von Ruppertenrod 1800 1972mini|10. März 1991|alternativtext=|zentriert|130x130px Brückenmühle in Ruppertenrod vor 1970130x130px|mini|zentriert|alt=Das Wasserrad befand sich an dem flachen Gebäude etwa hinter dem Pfeilwegweiser Ortshinweisschild|Brückenmühle 10. April 1991 Nikolausmühle zwischen Ruppertenrod und Wettsaasen 1965 Wettsaaser Mühle in Wettsaasen vor 1850 1960 Dorfmühle Kirschgarten Ortsmitte Kirschgarten 2. Hälfte 20. Jahrhundert Katzenmühle(Papiermühle) Nieder-Ohmen, Ausfallstraße nach Kirschgarten 1577 1960 Kirschmühle Nieder-Ohmen 1589 Mitte 20. Jahrhundert Frohnmühle(Eisenachmühle, Hintergässer Mühle) Ortsmitte Nieder-Ohmen 1492 1976 Schmittermühle Ortsmitte Nieder-Ohmen 1606 1966Langwiesenmühle(Abriss 1960) Grubenbacher Straße, Nieder-Ohmen vor 1709 um 1890 Trohemühle unbekannt (Nieder-Ohmen) 1590 um 1600 Königsaaser Mühle Königsaasen, 2 km unterhalb von Nieder-Ohmen 1227 zum Ersten Weltkrieganschließend bis 1963 Stromerzeugung Dorfmühle Burg-Gemünden(Schwabesmühle) nordöstlich des alten Dorfkerns von Burg-Gemünden 1582 1972seit 1982 Stromerzeugungmini|Schwabes Mühle 12. April 2004|alternativtext=|zentriert|130x130px Dicknertsmühle Oberste Mühle Sandmühle Homberg130x130px|mini|zentriert|alt=Digitalisiertes Dia|Sandmühle Mai 1990 Herrenmühle Hainmühle Hombergmini|Hainmühle 24. Januar 2005|alternativtext=|zentriert|130x130px130x130px|mini|zentriert|alternativtext= Steinsmühle Brauer Mühle(Herrenmühle)130x130px|mini|zentriert|alt=auch Brauermühle genannt|Herrenmühle 13. Dezember 2004 Aumühlemini|Aumühle 13. Dezember 2004|alternativtext=|zentriert|130x130px Ohäuser Mühle Talmühle Mühle zu Grebendorfaufgegeben um 1200 Brücker Mühle Amöneburg, OT Brück 1248 in Betrieb 130px|Brücker Mühleweitere Bilder Fiddelmühleabgerissen 1557/58Gemarkung Amöneburg, Flurname: Fiddemühle ca. 500-600 Meter

unterhalb der Brücker-M.,

1553 der Fedelmoller,

1553 Schleuse zw. Brucker und Viedelmoln

1557/58 die Fiedelmoln,

1663 Fiddemühlspfad,

FidelgrabenMühle Heuchelheim (Amöneburg)Gemarkung Amöneburg: Heuchelheim (Siedlungsstelle), links und rechts der Landesstraße 3073, in Nähe des heutigen Fischteiches gelegen. Der beurkundete Verkauf der Mühle erfolgte am 1. Mai 1388.

„Molenstad zu Huchelheim uffe der Amen undir Ameneburg gelegen“ = Die Mühlstatt zu Heuchelheim an der Ohm unter Amöneburg gelegen.

Die Ohm nahm damals von der Brücker M. nach Kirchhain einen anderen Verlauf. Das Flussbett lag näher am Fuß der Amöneburg und die Heuchelheimer Mühle stand an diesem ehemaligen Flussabschnitt, der heute nicht mehr existiert.1248 Hof und Mühlevor 1400 Hole Mühleaufgegeben im 16. Jahrhundert Radenhäuser Mühleaufgegeben im 16. Jahrhundert Die Siedlung Radenhausen wurde erstmals zwischen 750 und 779 in Fuldaer Klosterurkunden genannt. 1285 vermachte Elisabeth von Radenhausen ihren Anteil an der Mühle zu Radenhausen dem Deutschen Orden. Aus dem Jahre 1723 liegt ein präziser Grundrissplan vom damaligen Alt-Radenhausen vor. Danach verlief die Alte Ohm mitten durch Alt-Radenhausen und teilte den Hof in einen hessischen und einen mainzischen Teil. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Hof zerstört und 1656/57 auf der rechten Seite der Alten Ohm, auf der mainzischen Seite, wieder aufgebaut. 1555 lag Alt-Radenhausen "herwerts der alten Ohme in der von Kirchhain einfahrt", so beschreibt es eine alte Urkunde. Wie lange der Mühlenbetrieb aufrechterhalten werden konnte, ist nicht präzise überliefert.Lokalisierung: Während die Ohm ihren Weg vorbei an Kirchhain fortsetzte, zweigte die Alte Ohm südlich von Kirchhain vom Hauptfluss ab und verlief in westlicher Richtung nach Alt-Radenhausen, das damals rechts der heute dort verlaufenden Landesstraße 3088 angesiedelt war, etwa im Bereich der Radenhäuser Lache. Es ist noch anzumerken, dass die damalige Ohm im Flussabschnitt zwischen Brücker M. und Kirchhain ein anderes Flussbett hatte als heute. Der Standort von Hof Radenhausen hat sich mehrmals verändert und befindet sich seit 1786 links der Landesstraße 3088.1285 Mühle Gerendeaufgegeben nach 1485 Mühle Brunsfortaufgegeben nach 1485 1485 nach 1485 Wasechenmühle vermutlich unterhalb Amöneburg, nahe Magdalenenkapelle 1248 nach 1248 Pulvermühle Amöneburg 1598 1613 Hirsenmühle Niederwald, gegenüber der Grindelmühle 1282 1864 Grindelmühle Ortsausgang Schönbach, Richtung Großseelheim 11. Jahrhundert 1952 130px|Grindelmühleweitere Bilder Ordensmühle südlicher Ortsrand von Anzefahr 1362 1961 130px|Ordensmühleweitere Bilder Hainmühle bei Betziesdorf 1555 1961seit ca. 2000 Stromerzeugung 130px|Hainmühleweitere Bilder Anmerkungen zur Lokalisierung der vorstehend aufgeführten Mühlen: