Die Hesperantha sind eine Pflanzengattung in der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Die Gattung enthält etwa 79 bis 91 Arten. Der Gattungsname Hesperantha leitet sich aus den altgriechischen Wörtern ἑσπέρα hespera für „Abend“ und ἄνθος ánthos für „Blüte“ oder „Blume“ ab, also „Abendblüte“, weil bei vielen Arten sich die Blüten abends öffnen.
Beschreibung Hesperantha-Arten wachsen als laubabwerfende, ausdauernde, krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden kleine Knollen, mit harten Umhüllungen („Tunika“), als Überdauerungsorgane aus; nur Hesperantha coccinea bildet statt Knollen Rhizome. Die meisten Arten erreichen höchstens Wuchshöhen von 15 bis 20 cm.
Blätter gibt es je nach Regenzeit des Heimatgebietes im Winter oder Sommer. Die grundständigen, aufrechten bis ausgebreiteten Laubblätter sind einfach, flach und parallelnervig; die Form ist variabel. Der Blattrand ist glatt.
Die endständigen, ährigen Blütenstände sind schlank bis kompakt. Es sind Tragblätter vorhanden. Auffällig ist, dass die Blüten aller Arten relativ gleich aufgebaut sind und außer der Farbe ziemlich gleich aussehen. Die relativ kleinen Blüten sind zwittrig, dreizählig und meist radiärsymmetrisch bis schwach zygomorph. Es sind zwei Kreise mit je drei meist 10 bis 25 mm, selten bis 37 mm langen Blütenhüllblättern vorhanden, die in beiden Kreisen fast gleichgeformt sind. Die Blütenhüllblätter sind röhrig verwachsen. Der freie Bereich der Blütenhüllblätter ist sternförmig ausgebreitet. Die Farben der Blütenhüllblätter reichen von weiß über cremefarben bis gelb und von rot über rosa- und purpurfarben bis blau, manchmal mit dunkleren Zeichnungen. Es ist nur ein Kreis mit drei fertilen Staubblättern vorhanden. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Der Griffel teilt oberhalb der Blütenhüllblattröhre in drei lange Äste. Bei vielen Arten öffnen sich die Blüten erst am späten Nachmittag oder frühen Abend (daher der botanische Name) und schließen sich im Morgengrauen, ihre Blütenhüllblätter sind weiß bis cremefarben und bei vielen der nachtblühenden Arten der Winterregengebiete duften die Blüten stark.
Die dreifächerigen Kapselfrüchte enthalten viele Samen. Die kleinen Samen sind hell- bis dunkel-braun.
Verbreitung Hesperantha-Arten sind nur in Afrika südlich der Sahara beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Namaqualand bis ins Ostkap, Natal und Transvaal. Das Zentrum der Artenvielfalt ist in der Capensis, das Gebiet des Nord- und Westkaps. 42 Arten gedeihen in Gebieten mit Winterregen und 37 Arten gedeihen in Gebieten mit Sommerregen. Vier Arten sind im tropischen Afrika beheimatet.
Durch reiche Samenproduktion und gute Keimergebnisse neigen sie zum verwildern und stellen in manchen Gebieten der Welt Invasive Pflanzen dar.
mini|Hesperantha baurii mini|Ausschnitt eines Blütenstandes einer Hesperantha coccinea-Sorte. Gut zu erkennen sind die drei Staubblätter und die drei langen Griffeläste. mini|Blüte der Hesperantha coccinea-Sorte 'Viscountess Byng' mini|Hesperantha coccinea-Sorte 'Alba' mini|Hesperantha falcata Systematik Die Gattung Hesperantha gehört zur Tribus Croceae (Syn.: Ixieae) in der Unterfamilie der Crocoideae innerhalb der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Die Erstveröffentlichung der Gattung Hesperantha erfolgte 1805 durch John Bellenden Ker Gawler in Annals of Botany, 1, 224. Ein Synonym für Hesperantha ist: Schizostylis
In Novon, Volume 6, Nr. 3, 1996 stellten Goldblatt & Manning Schizostylis coccinea als Hesperantha coccinea in die Gattung Hesperantha; eine monotypische Gattung Schizostylis konnte nicht aufrechterhalten werden.
Die Gattung Hesperantha wird in drei Sektionen gegliedert (Goldblatt 2003): Sektion Concentrica : Mit etwa 62 Arten. Sektion Hesperantha : Mit acht Arten. Sektion Radiata : Mit neun Arten.
Es gibt etwa 79 bis 91 Hesperantha-ArtenArtliste von Conservatoire et Jardin botaniques & South African National Biodiversity Institute – Genéve.: Hesperantha acuta Hesperantha alborosea Hesperantha altimontana Hesperantha angusta Hesperantha bachmannii Hesperantha ballii Hesperantha baurii Hesperantha bifolia Hesperantha brevicaulis Hesperantha brevifolia Hesperantha brevistyla Hesperantha bulbifera Hesperantha candida Hesperantha cedarmontana Hesperantha ciliolata Hesperantha cinnamomea Sumpfgladiole, Wassergladiole, Kaffernlilie oder noch aus der Zeit als es eine monotypische Gattung war: Roter Sumpfspaltgriffel, Spaltgriffel, Sumpfspaltgriffel (Hesperantha coccinea , Syn.: Schizostylis coccinea – Schizostylis = Spaltgriffel) Hesperantha crocopsis Hesperantha cucullata Hesperantha curvula Hesperantha debilis Hesperantha decipiens Hesperantha dolomitica Hesperantha elsiae Hesperantha erecta Hesperantha eremophila Hesperantha exiliflora Hesperantha falcata Hesperantha fibrosa Hesperantha filiformis Hesperantha flexuosa Hesperantha glabrescens Hesperantha glareosa Hesperantha gracilis Hesperantha grandiflora Hesperantha hantamensis Hesperantha helmei Hesperantha humilis Hesperantha hutchingsiae Hesperantha huttonii Hesperantha hygrophila Hesperantha inconspicua Hesperantha ingeliensis Hesperantha juncifolia Hesperantha karooica Hesperantha kiaratayloriae Hesperantha lactea Hesperantha laxifolia Hesperantha leucantha Hesperantha lithicola Hesperantha longicollis Hesperantha longistyla Hesperantha longituba Hesperantha luticola Hesperantha malvina Hesperantha marlothii Hesperantha minima Hesperantha modesta Hesperantha montigena Hesperantha muirii Hesperantha namaquana Hesperantha oligantha Hesperantha pallescens Hesperantha palustris Hesperantha pauciflora Hesperantha petitiana (Syn.: Ixia petitiana ): Sie kommt von Äthiopien bis Simbabwe und in Kamerun vor. Hesperantha pilosa Hesperantha pseudopilosa Hesperantha pubinervia Hesperantha pulchra Hesperantha purpurea Hesperantha quadrangula Hesperantha radiata Hesperantha rivulicola Hesperantha rupestris Hesperantha rupicola Hesperantha saldanhae Hesperantha saxicola Hesperantha schelpeana Hesperantha schlechteri Hesperantha scopulosa Hesperantha secunda Hesperantha similis Hesperantha spicata Hesperantha stanfordiae Hesperantha stenosiphon Hesperantha sufflava Hesperantha teretifolia Hesperantha truncatula Hesperantha umbricola Hesperantha vaginata Hesperantha woodii
Verwendung Einige Sorten werden als Zierpflanzen verwendet.
Literatur Peter Goldblatt: A synoptic review of the African genus Hesperantha (Iridaceae: Crocoideae)., in Ann. Missouri Bot. Gard., 90, 2003, S. 390–443: Online. (PDF; 498 kB) J. Gathe: Hesperantha in der Western Australian Flora Online: Beschreibung, 2008. Peter Goldblatt, Ingrid Nänni, Peter Bernhardt & John C. Manning: Floral Biology Of Hesperantha (Iridaceae: Crocoideae): How Minor Shifts In Floral Presentation Change The Pollination System. in ANN. MISSOURI BOT. GARD., 91, 2004, S. 186–206: Online. (PDF; 242 kB) John C. Manning, Peter Goldblatt & D. Snijman: The colour encyclopedia of Cape bulbs. Timber Press, USA, 2002. Peter Goldblatt & John C. Manning: The Iris Family: Natural History and Classification. Timber Press, Portland, 2008. Eintrag bei der pacific bulbsociety.
Einzelnachweise
Weblinks
Eintrag bei der bulbsociety. Eintrag in der Flora of Zimbabwe. (engl.) Hesperantha sufflava bei plantzafrica. Hesperantha coccinea bei plantzafrica.
Kategorie:Schwertliliengewächse Kategorie:Iridaceae