mini|Jamie Cullum auf dem North Sea Jazz Festival, Rotterdam (2015) Jamie Cullum (* 20. August 1979 in Rochford, Essex) ist ein englischer Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist.

Leben Den Bezug zur Musik fand Cullum schon sehr früh. Sein israelischer Vater (dessen Mutter wiederum – eine gebürtige Ostpreußin – vor der Judenverfolgung des Nationalsozialismus nach Palästina flohJamie Cullum: My family values The Guardian, 17. Mai 2013.) und seine Mutter aus Burma spielten in der Band „The Impacts“. Dort sammelte Cullum bereits als Kleinkind erste Erfahrungen am Klavier, später hatte er Gitarren- und Gesangsunterricht. Als Jugendlicher hatte Cullum zahlreiche Auftritte in Bars und Clubs. Dadurch finanzierte er sein Studium und 1999 auch schließlich die Produktion seines ersten Albums Heard It All Before. Dieses, erschienen in einer Auflage von etwa 700 Stück, verkaufte Cullum auf seinen Konzerten. Durch das Album wurde Geoff Gascoyne auf das junge Talent aufmerksam und lud Cullum ein, an dessen Album Songs of the Summer mitzuwirken.

Nachdem er an der University of Reading 2001 seinen Abschluss in Literatur und Film gemacht hatte, veröffentlichte Jamie, der selbst größtenteils Autodidakt ist, sein Album Pointless Nostalgic. Im April 2003 unterschrieb er mit Universal Jazz, einem Major-Label, einen Vertrag. Obschon Cullum ursprünglich hauptsächlich Jazzmusiker ist, versteht er es, eine weite Bandbreite an Stilen anzuwenden, und wird auch allgemein als ein „Crossover“-Künstler verstanden.

Wirken mini|Jamie Cullum (2011) Im Juli 2003 gewann er in der Kategorie „Rising Star“ bei den British Jazz Awards. Sein drittes Album, Twentysomething, wurde im Oktober 2003 in Großbritannien bzw. Anfang 2004 in Deutschland veröffentlicht und fand über 2,5 Millionen Käufer. Das Album umfasst einige Jazzstandards wie Singin’ in the Rain, What a Diff’rence a Day Made, I Get a Kick Out of You sowie eine Coverversion des Rock-Klassikers The Wind Cries Mary von Jimi Hendrix, jedoch auch eine Vielzahl an eigenen Stücken wie etwa das Titelstück oder All at Sea, die er zusammen mit seinem älteren Bruder Ben Cullum schrieb. Des Weiteren komponierte er mit ihm auch die Musik zum West-End-Bühnenstück When Harry Met Sally.

Bei den Brit Awards 2004 wurde Jamie als „British Breakthrough Act“ nominiert. Er spielte zusammen mit Katie Melua live bei der Zeremonie im Earl’s Court Exhibition Centre. Auch zum Geburtstag von Elisabeth II. trat er auf.

Im September 2005 veröffentlichte er sein Album Catching Tales. Dieses Album enthält bis auf vier Ausnahmen Eigenkompositionen, die Cullum unter anderem in Zusammenarbeit mit Guy Chambers, Stewart Levine oder Salaam Remi verfasst hat. Sowohl dieses Album wie auch sein Vorgänger waren auch Jahre später noch Verkaufserfolge unter den Jazzalben.

Für den im Jahr 2008 erschienenen Film Gran Torino von Clint Eastwood spielte Cullum die Titelmelodie mit dem gleichnamigen Titel ein und erhielt dafür eine Golden-Globe-Nominierung. Außerdem arbeitete er unter anderem mit Toots Thielemans, Camille und Pharrell zusammen, war auf den Alben seines Bassisten Geoff Gascoyne zu hören und auf dem Album Swinging, Singing, Playing des Count Basie Orchestra, das ihn auf dem Album The Pursuit begleiten sollte.

Im November 2009 wurde das Album The Pursuit bei Decca Records veröffentlicht. Es besteht aus acht Eigenkompositionen, darunter die Singles I’m All Over It und Wheels und vier Coverversionen: Just One of Those Things von Cole Porter, das mit dem Count Basie Orchestra aufgenommen wurde, If I Ruled the World, das ebenfalls als Single ausgekoppelte Rihanna-Cover Don’t Stop the Music und Stephen Sondheims Not While I'm Around aus dem Musical Sweeney Todd. Dieses Album wurde nicht von Stewart Levine, sondern (bis auf Don’t Stop the Music) von Greg Wells produziert, der auf vielen Tracks auch Schlagzeug, Gitarre, Bass und Orgel spielte. Sebastiaan de Krom und Geoff Gascoyne, die bisher Cullum auf seinen Alben begleitet hatten, wirkten an dieser Produktion nicht mehr mit, sind aber als Co-Komponisten von You and Me Are Gone vermerkt.

2012 komponierte Cullum den Titel Standing Still für die Show Unser Star für Baku. Roman Lob, der Sieger der Show, trat damit für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2012 in Baku (Aserbaidschan) an und belegte den achten Platz. Am 17. Mai 2013 erschien mit Momentum sein sechstes Studioalbum in Deutschland. Bei dem am 3. Oktober 2014 veröffentlichten Album Interlude wendet sich Cullum im Gegensatz zu seinen letzten Veröffentlichungen wieder dem Jazz zu und interpretiert einige Jazz-Standards neu. Ebenso sind Gregory Porter und Laura Mvula im Duett mit ihm zu hören.

Privates Seit Januar 2010 ist Cullum mit Sophie Dahl verheiratet und wohnt im Londoner Bezirk Kensal Green.Cullum: „Ich kann ziemlich peinlich sein“, focus.de, Interview vom 7. November 2009. Am 2. März 2011 wurde ihre gemeinsame Tochter Lyra geboren, am 4. März 2013 ihre zweite Tochter Margot.

Diskografie

Studioalben

Livealben 2006: Live at Ronnie Scott’s

Kompilationen 2005: Kings of Swing 2007: Jamie Cullum: Influences 2007: In the Mind of Jamie Cullum 2010: Devil May Care (Mix aus anderen Alben incl. zwei Bonus-Tracks) 2018: The Song Society Playlist 2019: Song Society Volume 2

Soundtracks 2007: Triff die Robinsons 2007: Grace is Gone 2008: Gran Torino

Singles

Weitere Singles 2002: High and Dry 2004: All at Sea 2004: The Wind Cries Mary 2005: Photograph 2010: Wheels 2010: Love Ain’t Gonna Let You Down 2013: Everything You Didn’t Do 2013: Edge of Something 2013: You’re Not the Only One 2014: Don’t Let Me Be Misunderstood (feat. Gregory Porter; Original: Nina Simone, 1964) 2014: Good Morning Heartache (feat. Laura Mvula; Original: Billie Holiday, 1946) 2014: Don’t You Know (Original: Ray Charles, 1954) 2016: Show Me the Magic 2017: Work of Art 2018: The Man (Original: The Killers, 2017) 2019: Taller 2019: Drink 2019: The Age of Anxiety 2019: Merry Xmas Everybody (Robbie Williams feat. Jamie Cullum; Original: Slade, 1973) 2020: Kill Them with Kindness (Idles feat. Jamie Cullum)

Videoalben 2004: Live at Blenheim Palace (UK: ) 2004: Twentysomething 2005: Telling Tales 2006: Live in Buenos Aires

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

2007: für das Album Catching Tales

2006: für das Album Catching Tales 2006: für das Album Twentysomething

2004: für das Album Twentysomething

2005: für das Album Catching Tales

2007: für das Album Twentysomething

2010: für das Album The Pursuit

2006: für das Album TwentysomethingPlatin-Schallplatte

2004: für das Album Twentysomething

2004: für das Album Twentysomething

2× Platin-Schallplatte

2008: für das Album Twentysomething

Quellen

Weblinks

Webpräsenz bei Universal Music Biografie, Diskografie und News bei JazzEcho , Porträt, Berliner Zeitung, 21. August 2013 Do You Want to Be a Popstar, Mr. Cullum? bei Planet Interview

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