mini|Risszeichnung des M48A2 mini|M48 mit aufgesessenen US Marines in Vietnam, 1966 Der M48 Patton ist ein Kampfpanzer der Zeit des Kalten Krieges aus US-amerikanischer Produktion. In verschiedenen Versionen wird er noch heute in einigen Staaten verwendet. Die offizielle Bezeichnung des Army Department war: M48 Medium Tank – 90 mm Gun.Department of the Army – Field Manual FM 17-79 M48 Medium Tank – 90 mm Gun – October 1955 Benannt ist das Fahrzeug nach General George S. Patton, dem Kommandeur der Third United States Army während des Zweiten Weltkriegs und auf alliierter Seite einem der ersten Befürworter von massiven Panzereinsätzen. In der US Army wurden die M48A5 als letzte Ausführung dieses Modells durch den M60 ersetzt; seit Mitte der 1990er Jahre sind die M48 in den Vereinigten Staaten nicht mehr im Dienst. Die zuletzt bei der Heimatschutztruppe der Bundeswehr eingesetzten M48A2C wurden ersatzlos ausgemustert, die M48A2GA2 durch den Leopard 2 ersetzt.

Geschichte Bereits im Jahre 1947 forderte das US-Militär eine längerfristige Lösung für die Beschaffung eines Kampfpanzers der 30-Tonnen-Klasse mit einer 90-mm-Kanone. Die seit 1944/45 im Einsatz stehenden Kampfpanzer M26 Pershing sowie das Nachfolgemodell M46 entsprachen wegen ihrer geringen Motorleistung und ihrer sonstigen Schwächen nicht mehr den Anforderungen. Die ab 1951 hergestellten Kampfpanzer vom Typ M47 waren von Anfang an nur als Zwischenlösung betrachtet worden. Unmittelbar nach dem Produktionsbeginn für den M47 begannen bereits im Oktober 1951 im Arsenal von Detroit die Entwicklungsarbeiten für einen Nachfolger. Im Dezember des gleichen Jahres erhielt Chrysler den Auftrag zum Bau von sechs Prototypen mit der Bezeichnung T48. Noch bevor Chrysler die Prototypen fertig hatte, erging bereits der Auftrag für die ersten Baulose (zunächst ebenfalls an Chrysler), dem im Jahr darauf weitere Aufträge an die Firmen Ford Motor Company und Fisher Body Division (eine Tochter von General Motors) folgten. Die Auslieferung des nunmehr M48 genannten Fahrzeugs begann im Jahre 1952.

1954 erfolgte die Vergabe eines weiteren Bauloses an Chrysler.

Den Bauauftrag für den M48A2 erhielt im Jahre 1955 das Unternehmen Alco Products in Schenectady (New York). Der Stückpreis betrug zu diesem Zeitpunkt 250.000 US-Dollar, womit er um 35.000 US-Dollar teurer war als sein Nachfolger M60 fünfzehn Jahre später.

1960 bemängelte eine Kontrollkommission inzwischen festgestellte gravierende Fehler an dem Fahrzeug, die nicht erkannt worden waren, da kein Truppenversuch stattgefunden hatte.

1975 wurde mit der Kampfwertsteigerung von 500 M48A3 zu M48A5 begonnen. Diese Fahrzeuge waren ausschließlich für die Nationalgarde bestimmt und wurden auch nur dort eingesetzt. Insgesamt wurden 2067 Panzer zur Version A5 umgerüstet. Diese Aktion war 1980 beendet.

Von 1952 bis 1959 (nach anderen Angaben in den Jahren 1952 bis 1960) wurden fast 12.000 Stück aller Varianten gebaut. Die Modelle M48 / M48A1 / M48C / M48A2 / M48A2C verwendeten einen Benzinmotor, dessen ausgesprochen hoher Kraftstoffverbrauch (im günstigsten Fall 6 Liter pro Kilometer) für einen nicht zufriedenstellenden Fahrbereich sorgte. Bereits 1959 begann die Entwicklung eines Dieselmotors, der ab 1963 in die M48A3-Modelle (Umbauten verschiedener älterer M48-Typen) eingebaut wurde.

Viele Staaten bestellten die Fahrzeuge für ihre Panzertruppen, darunter auch Deutschland (ab 1956), Israel, Pakistan, Spanien, Taiwan und die Türkei.

Besatzung Die Besatzung des M48 bestand (wie bei den meisten Kampfpanzern bis zur Einführung der Ladeautomatik) aus vier Soldaten: dem Kommandanten, dem Fahrer, dem Richtschützen und dem Ladeschützen. Der Kommandant saß rechts im Turm unter der drehbaren Kuppel, der Richtschütze saß vor und unter ihm. Der Ladeschütze befand sich auf der linken Seite des Turms. Der Fahrer saß vorne mittig in der Wanne des Panzers. Die im Turm untergebrachten Soldaten verfügten über zwei Luken; dem Fahrer stand eine eigene Luke in der Wanne zur Verfügung. Daneben gab es eine Notausstiegsluke im Boden der Wanne.

Technik Bewaffnung und Munition Der M48 führte die 90-mm-Zugrohrkanone M41 mit einem Höhenrichtbereich von –9° bis +19° und einen Seitenrichtbereich von 360°. Das Rohr verfügte über einen Rauchabsauger und eine Mündungsbremse, die in zwei Versionen vorhanden war (Y- und T-Version). Der Verschluss bestand aus einem Fallblockverschluss mit rechts liegendem Öffnungshebel und war nicht mit einem Hülsenfangsack ausgestattet.

Als Sekundärbewaffnung diente ein 12,7-mm-Maschinengewehr M2 in einer Lafette außerhalb der Kommandantenkuppel (Modell M48 und M48C). Es konnte zur Bekämpfung von leicht gepanzerten Zielen und zur Fliegerabwehr eingesetzt werden. Links neben der Hauptwaffe befand sich das koaxiale Maschinengewehr M1919, Kaliber 7,62 mm.

Als Munition konnte verschossen werden: APDS-T/Leuchtspur (Armour Piercing Discarding Sabot – Tracer) HEP-T (Quetschkopfmunition/Leuchtspur – High Explosive Plastic – Tracer) APERS (Explosivgeschoss – Antipersonnel)Bei den Folgetypen anderten sich die Munitionsarten bzw. wurden ergänzt.

Die Kampfbeladung bestand aus 60 Patronen. Die Bereitschaftsmunition (insgesamt 20 Patronen) war zu acht Patronen in einem Munitionsmagazin in der linken hinteren Turmseite und zu zwölf Patronen im Turmdrehkranz neben dem Ladeschützen untergebracht. In der rechten hinteren Turmseite war das Funkgerät montiert. Das Hauptmagazin befand sich links neben dem Fahrer in der Panzerwanne und war vom Ladeschützen nur in der Turmstellung Seitenrichtbereich 12 Uhr bis 7 Uhr erreichbar. Die Munition war nicht durch ein Schott vom Kampfraum getrennt.

Die Patronen für das 12,7-mm-MG waren in Staukästen auf dem Turmboden unter dem Verschlussblock untergebracht. Für die 7,62-mm-Munition gab es ein großes, der Krümmung angepasstes Magazin an der linken Turmwand über dem Drehkranz.

Panzerung Wanne Turm Wanne, Front, oben: 110 mmNeigungswinkel: 60° Blende110 mmNeigungswinkel:30°Wanne, Front, unten:61 bis 100 mmNeigungswinkel: 53° Front:180 mm Neigungswinkel:0°Wanne, vorn, Seite:76 mmNeigungswinkel: 0°Seiten:76 mm Neigungswinkel:0°Wanne, hinten, Seite:51 mmNeigungswinkel: 0°Turmheck: 51 mmNeigungswinkel:0°Heck, unten:25 mmNeigungswinkel: 60°Turmdecke:13 mm Neigungswinkel:0°Heck, oben:35,1 mmNeigungswinkel: 30° Wannenboden, vorn:38 mmNeigungswinkel: 90° Wannenboden, Mitte:31,8 mmNeigungswinkel: 90° Wannenboden, hinten:13 mmNeigungswinkel: 90°

Antrieb und Fahrwerk Motor:luftgekühlter V12-Ottomotor (Viertakt) Continental AV-1790-5C, -7, -7B, oder -7CHubraum:1791,7 Kubikzoll (29,4 Liter)Leistung (brutto SAE-HP):604 kW (821 PS) bzw. (810 hp) bei 2800 min−1Leistung (netto SAE-HP): AV-1790-5C: 485 kW (660 PS) bei 2400 min−1, AV-1790-7C: 515 kW (700 PS) bei 2800 min−1Getriebe:AllisonAllison war eine Tochter von General Motors CD-850-4A oder -4B, 2 Vorwärtsgänge, 1 RückwärtsgangTankinhalt:757 LiterLaufrollen:6 DoppellaufrollenSteuerung:Mechanisch über Steuerrad, einstufiger LenkradiusBremse:MehrscheibenKettenstützrollen: 5 DoppelrollenStoßdämpfer:je 2 an den vorderen und 1 an der hintersten LaufrolleAntriebsrad: 11 Zähne/HeckantriebFederung:DrehstabKette T96:Gummiunterlegte Gefechts-Verbinderkette mit MittelführungszähnenKettenbreite: 71 cm Kettenglieder:79Auflagelänge:4,01 mKette T97:Gummigepolsterte Verbinderkette mit MittelführungszähnenKettenbreite: 71 cm Kettenglieder:79Auflagelänge:4,01 mGeschwindigkeit:45 km/h max.Grabenüberschreitfähigkeit:2,59 mMaximale Querneigung:40 % Steigfähigkeit:60 %Kletterfähigkeit:0,91 mWendekreis: Wenden um die HochachseWattiefe:1,20 mReichweite proTankfüllung:ca. 120 km (max.)Kegelstumpffedern:je Seite 2 vorn 1 hinten

Wanne und Turm bestanden aus gegossenem Panzerstahl. Das 12,7-mm-Fla-MG (Browning M2HB) befand sich außerhalb der Kommandantenkuppel. Die gummigepolsterte Verbinderkette T97 lief um sechs Laufrollen und fünf Stützrollen. In der Regel wurde diese und nicht die Gefechtskette T96 verwendet. Zwischen dem letzten Laufrad und dem Antriebsrad befand sich die Kettenspannrolle. In den asymmetrischen Turm waren ein koaxiales Maschinengewehr Browning M1919 und ein optischer Entfernungsmesser eingebaut. Das Fahrzeug verfügte über keine Nebelmittelwurfanlage. Hinter dem Fahrer befand sich im Wannenboden eine Notausstiegsluke, die jedoch nicht immer von der Turmbesatzung erreichbar war, da sie bei einer Turmstellung im Richtbereich 10 Uhr bis 1 Uhr durch den Hydraulikblock versperrt wurde. Der Fahrer verfügte über drei, der Richtschütze über einen und der Ladeschütze über keinen Winkelspiegel. Die Sitze von Fahrer und Kommandant waren höhenverstellbar, der Sitz des Ladeschützen war in Ruhestellung durch Federvorspannung stets hochgeklappt. Rechts vor dem Fahrer waren die Heizung, eine Flasche der Feuerlöschanlage und die Armaturen für den Fahrbetrieb angebracht. Die Feuerlöschanlage bestand aus drei mit Halon gefüllten Flaschen (zwei weitere Flaschen waren neben dem Fahrer angebracht) die nur den Motorbereich abdeckten. Die Auslösung der Feuerlöschanlage erfolgte über einen Sensor, konnte jedoch auch vom Fahrer und von Personen außerhalb des Fahrzeugs per Zuggriff bedient werden. Das Fahrzeug verfügte über keine separate Feststellbremse, hierzu diente das Pedal der Fußbremse, das im niedergedrückten Zustand über ein Zahnsegment in verschiedenen Stellungen arretiert werden konnte. Zur Arretierung diente der Gangwahlschalter, der dazu in Stellung 0 ganz nach rechts gelegt werden musste. Bei Rücknahme des Gangwahlhebels in die 0-Stellung löste die Bremse automatisch. Im linken hinteren Turmbereich befand sich ein Erker mit einem großvolumigen Ventilator, der mit einem Filter ausgestattet war und bereits als ABC-Schutzanlage diente. Das Mitführen eines Zielscheinwerfers sowie die Tiefwatmöglichkeit waren nicht vorgesehen. Das Bordwerkzeug war im Gegensatz zu deutschen Panzern nicht im Turm verstaut oder an Turm und Wanne befestigt, sondern in Staukästen auf den Kettenabdeckungen untergebracht. Diese dienten einerseits dazu, im Turm Platz einzusparen und sollten andererseits der Besatzung den Zugriff auf das zum Teil recht sperrige und unhandliche z. B. Kettenspannwerkzeug erleichtern. Da sie nicht staubdicht waren, kam es nach Geländefahrten oftmals zu starken Verschmutzungen der hier untergebrachten Teile. Am Heck des Turms befand sich ein Turmkorb zur Unterbringung des Gepäcks der Besatzung, der Abdeckplane und des Tarnnetzes. Links und rechts an den Seiten des Turms waren Halter für je einen Wasserkanister zu 5 Gallonen (~ 19 Liter) befestigt.Unterschiedliche Versionen zeigen hier auch Reserve-Kettenglieder Am Wannenheck war ein wasserdichter Behälter für die Außenbordsprechanlage (Wechselsprechanlage) angebracht. Diese bestand aus einem Telefonhörer und einem etwa fünf Meter langen Spiralkabel.

Der Motor war luftgekühlt und mit Magnetzündung ausgestattet. Die beiden Ventilatoren für die Kühlluft waren hintereinander über den Zylindern angeordnet.Technische Dienstvorschrift der Bundeswehr Kampfpanzer M48A1. Teil 12 S. 26 ff.

Einer der größten Schwachpunkte des Fahrzeuges lag in der ungenügenden Reichweite mit einer Tankfüllung, weswegen die Möglichkeit geschaffen wurde, vier Benzinfässer zu je 55 Gallonen (210 Liter) auf dem Fahrzeugheck zu befestigen und so die Reichweite auf etwa 220 Kilometer zu erhöhen.

Technische Daten Hersteller:

Chrysler Corporation Ford Motor Company Fisher Tank Arsenal