mini|hochkant|Wappen derer von Heynitz. Heynitz (), gelegentlich falsch auch Heinitz oder Haynitz, ist der Name eines alten meißnischen Adelsgeschlechts mit gleichnamigem Stammhaus Schloss Heynitz in Heynitz bei Meißen.
Geschichte Ursprünge Das Geschlecht erscheint erstmals am 21. Januar 1338 urkundlich mit dem Ritter Nycolaus de Heynicz und seine Stammreihe beginnt um 1400 mit Nikol. Nach Kneschke erscheint bereits 1318 ein Nicol von Heynitz als Vogt zu Hayn (heute Großenhain) und Ortrand.Heynitz, Heinitz, Haynitz, auch Freiherren. In: E. H. Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 4, Leipzig 1863, S. 364–365.
Ausbreitung und Besitzungen Die Heynitz gehörten seit dem 15. Jahrhundert im Hochstift Meißen zu den stiftsfähigen Familien und waren über 600 Jahre lang, bis zur Enteignung 1945, im Besitz ihres Stammsitzes Schloss Heynitz, das 1334 als Heynicz erstmals erwähnt wurde. 2004 wurden das Schloss und die umliegenden Wirtschaftsgebäude von der Familie von Heynitz (Förderverein Schloss Heynitz e. V.) gemeinsam mit Familie von Watzdorf von der Gemeinde zurückgekauft.
Später gelangten Zweige auch nach Preußen und Bayern. Im Königreich Sachsen waren außerdem die Güter Wunschwitz, Grötzsch, Miltitz, Kotitz, Weicha, Löthain und Kottewitz im Besitz bzw. Teilbesitz der Familie. Im Königreich Preußen gehörten Pritzen, Wüstenhain (Niederlausitz) sowie die beiden heute wieder zu Sachsen gehörenden Schlösser Dröschkau (ab 1656 bis 1945) und Königshain (ab Ende 18. Jh. bis 1945, zeitweise als Fideikommiss) zum Familienbesitz.
Adelsbestätigungen Immatrikulation im Königreich Bayern bei der Adelsklasse am 12. Januar 1815 für den königlich preußischen Kriegs- und Domänenrat a. D. Ferdinand Gottlob Benno von Heynitz zu Miltitz (heute Ortsteil von Klipphausen im Landkreis Meißen), Gutsherr auf Töpen und anderen. Eintragung in das königlich sächsische Adelsbuch am 1. November 1913 für den königlich sächsischen Major z. D. Ernst von Heynitz, Gutsherr auf Heynitz und Wunschwitz (heute beide Ortsteile von Nossen), und am 15. Juni 1918 für Adolf von Heynitz, Fideikommissherrn auf Miltitz.
Wappen In Rot ein vorwärts gekehrter, von Silber und Schwarz vielfach geteilter Mann mit silberner Mütze, in der Rechten einen grünen Kranz empor haltend, in der Linken einen schwarzen Stab schräglinks vor sich stellend (Herold mit Heroldsstab). Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein von grünem Kranz umgebenes, außen mit sechs schwarzen Hahnenfedern zwischen sieben Straußenfedern abwechselnd bestücktes von Rot und Silber geviertes rundes Schirmbrett.
Bekannte Familienmitglieder Da Bischof Benno von Meißen der Schutzpatron der Familie von Heynitz ist, wurde der Taufname Benno in dieser Familie traditionell vergeben. Benno von Heynitz (1500–1544), kursächsischer Amtshauptmann von Freiberg Gottlob Rudolph von Heynitz (1667–1728), Kommandant d. kursächsischen Festung Sonnenstein u. Rittergutsbesitzer Friedrich Anton von Heynitz (1725–1802), Gründer d. Bergakademie Freiberg u. preußischer Oberberghauptmann Carl Wilhelm Benno von Heynitz (1738–1801), kursächsischer Berghauptmann u. Kurator der Bergakademie Freiberg Friedrich Gottlob Benno von Heynitz (1777–1862), Gutsbesitzer u. Mitglied d. Bayerischen Ständeversammlung Ernst von Heynitz (Landrat) (1799–1871), Landrat in FraustadtHeynitz II. Linie – Ernst Christian Gottlob, geb. Wüstenhayn, In: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1905. Jahrgang 6, Justus Perthes, Gotha 1904, S. 325. Ernst von Heynitz (Politiker) (1801–1861), Politiker Ernst von Heynitz (Johanniter) (1840–1912), Rittmeister u. Farmbesitzer in Deutsch-Südwestafrika Werner von Heynitz (1854–1928), preußischer Generalleutnant Ernst von Heynitz (General) (1863–1927), deutscher Generalmajor Benno von Heynitz (1887–1979), Landwirt, tätig in der Öffentlichkeits- und Verbandsarbeit, Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft, AutorBiographien Kulturimpuls.org/Detail: von Heynitz, Benno. Stand vor 2022.Heynitz-online.de/Heynitz-Familie/Index, Stand vor 2025. Benno von Heynitz (1924–2010), Jurist, Gründer des Bautzen-Komitee e. V. und Initiator der Bautzen-Gedenkstätte, Autor
Literatur Walter von Hueck, Christoph Franke, Klaus von Andrian-Werburg, u. v. a.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1996. Band XXIV, Band 111 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Stiftung Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1996, , ISBN 3-7980-0700-4, S. 98–118. Walter von Hueck, u. v. a.: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band V, Band 84 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Stiftung Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1984, , S. 205. Benno von Heynitz: Das Haus Heynitz. Selbstverlag, Hannover-Kirchrode 1977. Benno von Heynitz: Beiträge zur Geschichte der Familie von Heynitz und ihrer Güter. Selbstverlag, Band 1–3, Grömitz 1959–1962, Band 4–7, Hannover-Kirchrode 1966–1970. Walter von Hueck, Hans Friedrich von Ehrenkrook, Erik Amburger, Johann Georg von Rappard, u. v. a.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser A (Uradel). 1966. Band XXIV, Band 111 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1966, , S. 218–233. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 1941. Jahrgang, 40, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 168–174. Benno von Heynitz: Beiträge zur Geschlechtschronik derer von Heynitz. Selbstverlag, 1938. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1905. Jahrgang 6, Justus Perthes, Gotha 1904, S. 323–326. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 4, Friedrich Voigt’s Buchhandlung, Leipzig 1863, S. 364–365. Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Band 2, Verlag Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1836, S. 353–355.
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Einzelnachweise
Kategorie:Sächsisches Adelsgeschlecht Kategorie:Ersterwähnung 1338