Die Schüpplinge (Pholiota) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Träuschlingsverwandten.

Die Typusart ist der Sparrige Schüppling (Pholiota squarrosa).

Merkmale Makroskopische Merkmale Die kleinen bis großen Blätterpilze wachsen häufig büschelig und haben gelbe, braune bis olivgrüne Farben. Charakteristisch ist die oft auffallend schuppige Hutoberfläche, auf die sich der deutsche Name der Gattung bezieht. Die Oberfläche kann auch schleimig sein. Der Hut ist gewölbt und bleibt am Rand lange eingerollt. Die gelblichen, olivbraunen bis braunen Lamellen sind abgerundet bis breit am Stiel angewachsen. Das Sporenpulver ist tonbraun, seltener rost- oder graubraun. Der Stiel steht zentral bis exzentrisch, die Oberfläche ist entweder schuppig oder kahl, selten auch schleimig.

Mikroskopische Merkmale Die Huthaut besteht aus mehr oder weniger radial angeordneten Hyphen, die in den Schüppchen aufgerichtet sind. An den Querwänden der Pilzfäden befinden sich Schnallen. Die Lamellen besitzen sowohl auf der Fläche als auch auf der Schneide Zystiden. Die Sporen sind relativ klein, elliptisch bis leicht bohnenförmig, glattwandig und braun. Sie besitzen meist einen Keimporus.

Ökologie Die Schüpplinge sind in der Regel saprobiontische Holzbewohner, die im befallenen Holz eine Weißfäule hervorrufen. Einige Arten weisen auch mild parasitische Potenzen auf. Daneben werden auch andere pflanzliche Substrate sowie Humus und Holzkohle von Schüpplingsarten besiedelt.

Arten Die Gattung umfasst weltweit ca. 150 Arten, von denen etwa 30 in Europa vorkommen.

Schüpplinge (Pholiota) in Europa Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Schmieriger Buchen- oder Schleimiger Schüppling Pholiota adiposa Goldfell-Schüppling Pholiota aurivella Weiden-Schüppling Pholiota conissans Blassblättriger Schüppling Pholiota elegans Feuer-Schüppling Pholiota flammans Schwefelgelber Schüppling Pholiota flavida Derber Schüppling Pholiota fusus Feuchtstellen- oder Gras-Schüppling Pholiota graminis Strohblasser Schüppling Pholiota gummosa Torfmoos- oder Moor-Schüppling Pholiota henningsii Kohlen-Schüppling Pholiota highlandensis Pinsel-Schüppling Pholiota jahnii Tonweißer oder Tonfalber Schüppling Pholiota lenta Hochthronender Schüppling Pholiota limonella Weißflockiger Schüppling Pholiota lubrica Fettiger Schüppling Pholiota lucifera Lundbergs Schüppling Pholiota lundbergii Runzel-Schüppling Pholiota mixta Pholiota mucigera Südlicher Schüppling Pholiota ochroflavida Schilf-Schüppling Pholiota pityrodes Seidiger oder Zwerg-Schüppling Pholiota scamba Nadelholz- oder Zweifarbiger Schüppling Pholiota spumosa Sparriger Schüppling Pholiota squarrosa Bleicher oder Ockerblasser Schüppling Pholiota squarrosoides Schwefelkopf-Schüppling Pholiota subochracea Rötender oder Krummstiel-Schüppling Pholiota tuberculosa

Einige Pilzarten zählten früher zur Gattung Pholiota, stellten sich aber durch phylogenetische Untersuchungen als nicht näher mit den anderen Schüpplingen verwandt heraus. Der Safranrote Schüppling wurde in die neue Gattung Pyrrhulomyces gestellt und heißt jetzt Pyrrhulomyces astragalinus. Der Erlen-Schüppling (Flammula alnicola) und der Kiefern-Schüppling (Flammula pinicola) stehen mittlerweile in der Gattung Flammula, die in der Familie Hymenogastraceae verordnet ist.

Bedeutung Die meisten Schüpplings-Arten sind ungenießbar bis giftig (besonders bei gleichzeitigem Alkoholkonsum). Einige Pholiota wie das Japanische Stockschwämmchen (Pholiota nameko), welches auch kultiviert wird, sind hingegen essbar bzw. genießbar.

Quellen Literatur

Einzelnachweise

Weblinks

Schupplinge