mini|Wärmeschale in Form einer Blume mit hellbläulich-grüner Glasur, Nationales Palastmuseum mini|Schale aus der Percival David Collection im British Museum

Der Ru-Brennofen () war ein berühmter Porzellan- bzw. Keramikbrennofen – ein sogenannter „staatlicher Brennofen“ (guanyao)Auch mit „offizieller Brennofen“ oder „Beamtenofen“ übersetzt. – in der Zeit der Nördlichen Song-Dynastie (960–1126). Er war einer der sogenannten Fünf berühmten Brennöfen der Song-Dynastie.

Eine Brennofenstätte befand sich im heutigen Ruzhou in der chinesischen Provinz Henan. Zu Anfang der Yuanyou-Ära Yuányòu (1086–1094) des Song-Kaisers Zhezhong der Zeit der (Nördlichen) Song-Dynastie wurde er als Nachfolger des Ding-Brennofens bestimmt, um Keramik für den Kaiserhof zu brennen, worüber unter anderem die Pinselnotizen Laoxue an biji des berühmten Dichters Lu You Auskunft geben., (Eine neuere Ausgabe dieses Werkes ist 1979 im Verlag Zhonghua shuju in Peking erschienen.)

Der Rohling hat die graue Farbe von Räucherstäbchenasche, seine Glasurfarbe ist fast eigrün. Die Brennzeit war kurz, aber die Qualität sehr fein.Cihai, S. 1413.

In den südlichen und nordöstlichen Gemeinden von Ruzhou wurde auch eine andere Art von grünem Porzellan (qingci) gefunden, seine Glasurfarbe ist im Vergleich zum Longquan-Brennofen relativ kräftig mit etwas lauchzwiebelgrün darin; der Rohling (taigu) hat eine etwas blasse graue Farbe. Es gibt zwei Arten: Verzierungen mit Abdrücken (yinhua) und solche mit Schnitzereien (kehua); an Bildmotiven gibt es Blumen und Pflanzen, Wellen, Fische, Vögel, die Glasurfarbe und dekorativen Muster ähneln etwas denen des Yaozhou-Brennofens.Cihai, S. 1413. Der Brennofen war hauptsächlich auf das Brennen von Keramik für den zivilen Bedarf spezialisiert, die Brennzeit war lang, es wurde in großen Mengen produziert.

Im Verlauf der Invasion der Jin (Jurchen) wurde die Produktion in allen nördlichen Brennöfen eingestellt.

Qingliangsi mini|Narzissenbecken mit hellbläulich-grüner Glasur, Nationales Palastmuseum Eine Ru-Brennofen-Stätte wurde 1986 von Wang Liuxian nahe dem Dorf Qingliangsi der Großgemeinde Daying in Baofeng, Provinz Henan, entdeckt. Sie wurde vom Shanghai-Museum unter Leitung von Wang Qingzhen untersucht.

Die Stätte des „staatlichen Brennofens“ von Qingliangsi () steht seit 2001 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China (5-77).

Sammlungen alternativtext=Eine dezent grün-blau schimmernde flache Keramikschale|mini|Ru-Schale, Porzellansammlung Kunstsammlungen Dresden Die Anzahl der erhaltenen Keramiken des Ru-Brennofens wird auf unter hundert Stück geschätzt. Während 2012 Regina Kahl in einem Bericht für Sotheby’s noch über 79 vollständig erhaltenen Ru-Keramiken berichtete, geht sie in einer überarbeiteten Liste von 2017 von 87 Stücken aus.

Ein Forschungsprojekt hat 2021 zu der Entdeckung einer Schale aus Ru-Keramik in der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden geführt, welche das einzige Objekt in einer deutschen Sammlung ist. Das flache Pinselwaschgefäß verfügt über eine Craquelé-Glasur und schimmert grün-bläulich.

Die vier größten Sammlungen von Ru-Keramiken sind laut Krahls Liste für Sotheby’s von 2017: 21 Stücke im Nationalen Palastmuseum, Taipeh 17 Stücke im British Museum, London (inklusive der Percival David Foundation of Chinese Art) 17 Stücke im Palastmuseum, Peking 9 Stücke im Shanghai-Museum

Kunstmarkt 1992 wurde ein xiaopan (kleiner Teller) von 8 cm Durchmesser bei Sotheby’s in New York für 1,54 Mio. Dollar versteigert, später in Hongkong ein sanxizun (Opfergefäß) für über 50 Mio. Hongkong-Dollar.http://www.wenwuchina.com/episteme/list6/detail34/29711.html; zh.wikipedia, Artikel (Autoren, abgerufen am 26. April 2009)

Sammlungen Ru ware. Percival David Foundation of Chinese Art, British Museum, London

Einzelne Objekte mini|Ru-Keramik, Song-Dynastie Ruyao fenqing youxi Ruyao lianhuashi wenwan Ruyao pan Ruyao sanxizun (auch Ruyao sanyangzun genannt) Ruyao sanzuxi Ruyao sanzuzun Ruyao tianlan gualing ping Ruyao tianqing wuwen tuoyuan shuixianpen Ruyao xi Ruyao xiaopan

Literatur Wang Qingzheng, Fan Dongqing & Zhou Lili: Ruyao de faxian (Die Entdeckung des Ru-Brennofens), Shanghai 1987; engl. Übersetzung: Hong Kong 1991 Zhao Qingyun et al.: Ruyao de xin faxian (Neue Entdeckung des Ru-Brennofens), Beijing 1991 Ye Zhemin und Ye Peilan: Ruyao juzhen, Beijing 2001 Zhao Qingyun: Song dai Ru yao. (Der Ru-Brennofen der Song-Zeit). Zhengzhou: Henan meishu chubanshe 2003 Sun Xinmin: Ruzhou Zhanggongxiang yao de faxian yu renwei (Entdeckung und Erörterung des Zhanggongxiang-Brennofens von Ruzhou), Wenwu Nr. 7, 2007, S. 83–9 Lin Baiting (Hrsg.): Da guan: Bei Song Ruyao tezhan (Grand View: Special Exhibition of Ju Ware from the Northern Sung Dynasty), Ausstellungskatalog, Nationales Palastmuseum, Taipei, 2006

Nachschlagewerke Cihai („Meer der Wörter“), Shanghai cishu chubanshe, Shanghai 2002, ISBN 7-5326-0839-5 Zhongguo da baike quanshu: Kaoguxue (Archäologie). Beijing: Zhongguo da baike quanshu chubanshe, 1986 (Artikel: Linru yaozhi)

Siehe auch Zhanggongxiang-Brennofen Liste alter chinesischer Keramikbrennöfen

Weblinks Linru Yaozhi – Chinesisch

Qingliangsi The ruins of the Ruguan porcelain kiln (A state-owned kiln which produced porcelain articles exclusively for the royal family) – Englisch Main chemical ingredients of the celadon glaze from Qingliangsi kiln and Zhanggongxiang kiln – Englisch Babai nian de xuan'an, Qingliangsi Ru guanyao yizhi zhi mi youwang jiekai – Chinesisch

Fußnoten

Kategorie:Keramikbrennofen Kategorie:Chinesisches Porzellan Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Henan Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Asien Kategorie:Song-Dynastie Kategorie:Nationales Kulturdenkmal der Volksrepublik China