mini|Wappen des Hauses Melun Melun war eine Familie des nordfranzösisch-belgischen Adels. Der namensgebende Stammsitz des Geschlechts ist die Gemeinde Melun im Département Seine-et-Marne in der Region Île-de-France und die frühere dortige Grafschaft Melun.

Herkunft der Familie Die frühe Geschichte der Familie wird von Père AnselmeHistoire généalogique. Band V, S. 221ff. und CourcellesHistoire généalogique et héraldique des pairs de France. Band 5, 1825, S. 5, Fußnote 2. in ihren Werken dargestellt, die allerdings beide weitgehend auf die Angabe von Quellen verzichten.

Robert der Mönch berichtet in der Historia Iherosolimitana, Livre IV, das Haus Melun sei königlicher Abstammung.Père Anselme, siehe auch: Le Bouchet: Histoire de Courtenay. S. 204ff. Courcelles bekräftigt dies, da er an der Spitze der Familie Aymon (Hamon), Graf von Corbeil, sieht und dessen Ehefrau Elisabeth, die die Grafschaft in die Ehe eingebracht habe; Elisabeth sei – „durch das einmütige Zeugnis der Geschichtsschreiber erwiesen“ – eine nahe Verwandte Hadwigs von Sachsen gewesen, der Ehefrau Hugos des Großen, Herzog der Franken, und Mutter Hugo Capets, und folglich des Kaisers Otto I., des Bruders Hadwigs. Nach Aymons Tod habe Hugo Capet Elisabeth die Grafschaften Melun und Paris gegeben, als sie sich in zweiter Ehe mit Bouchard, Graf von Vendôme und Montoire, verheiratete.

Aymon und Elisabeth hätten – so Courcelles weiter – mehrere Söhne gehabt. Einer dieser Söhne sei Graf Albert von Corbeil, dessen Tochter Germaine seit 1013 mit Mauger, dem Sohn des Herzogs Richard I. von Normandie verheiratet gewesen sei, der dann Corbeil im Namen seiner Ehefrau verwaltete. (Tatsächlich ist mit Thibaut, Mönch in Cluny, Abt von Cormery und designierter Abt von Saint-Pierre in Melun, ein weiterer Sohn Aymons und Elisabeths bekannt.Vita Burchardi Venerabilis Comitis, RHGF X, S. 356.)

Bouchard und Elisabeth hatten nach Courcelles zwei Söhne, von denen der ältere, der ebenfalls Bouchard hieß, Vicomte de Melun wurde, aber vor seinem Vater starb, so dass der jüngere, Renaud von Vendôme, der seit 991 Bischof von Paris war, die Grafschaft Vendôme erbte. Courcelles schreibt weiter, dass Hugo Capet nach dem Tod Bouchards II. nacheinander Salon und Josselin mit der Vizegrafschaft Melun betraute, und da sie Verwandte des Monarchen waren, sei es wahrscheinlich, dass sie Söhne von Elisabeth und Aymon, Graf von Corbeil, ihrem ersten Ehemann, waren. "Dies ist die einzige Art und Weise die alte Verwandtschaft des Hauses Melun mit dem erhabenen Haus Frankreich zu erklären, die durch zeitgenössische Geschichtsschreiber bestätigt wird."

Familiengeschichte Der erste Melun, der 991 urkundlich erwähnt wurde, war Salon, Vicomte von Melun.

Josselin I. war Seigneur am Hofe von Hugo Capet und Robert II.

Guillaume le Charpentier nahm am Ersten Kreuzzug teil. Robert der Mönch schrieb, dass Guillaume trotz seiner Flucht bei der Belagerung von Antiochia nicht bestraft wurde, weil er mit Hugo von Vermandois verwandt war. Er beschreibt Guillaume als unbesiegbar und feige.

Adam I. wurde 1202 von Aimery VII. de Thouars besiegt und gefangen genommen. Aimery VII. war Gefolgsmann von Johann Ohneland. Später war Adam I. auf der Seite von Philipp II. an der Schlacht bei Bouvines beteiligt.

Guillaume II. heiratete die letzte der Montreuil-Bellays, dadurch ging das Lehen und Schloss Montreuil-Bellay in den Besitz der Melun über, die sich fortan auch Seigneur de Montreuil-Bellay nennen durften.

Jean II., Seigneur de La Borde-le-Vicomte, gründete den Zweig der Seigneur de La Borde-le-Vicomte und de la Motte-Saint-Florentin, du Buignon und de Brumetz. La Borde-le-Vicomte ist heute Teil von Châtillon-la-BordeLa Borde le Vicomte auf cassini.ehess.fr (französisch) und de la Motte-Saint-Florentin, du Buignon und de Brumetz.

Mit dem Tod von Jean, Seigneur de Courtery, ging Courtery in den Besitz der Familie Escoubleau de Sourdis über.

Jeanne de Nantouillet brachte Nantouillet und die Baronie des Landes mit in die Ehe mit Philippe. Philippes Sohn Charles I. bekam Normanville, das bis 1572 im Besitz der Familie blieb. Charles I. wurde des 1468 Hochverrats angeklagt, geköpft und seine Ländereien bis auf ein Lehen konfisziert, jedoch 1488 posthum rehabilitiert und die Ländereien seinen Nachkommen zurückgegeben.

Buignon wurde 1500 von Louis, einem Enkel von Jean II. verkauft und 1505 von Antoine de Melun, Seigneur de La Louptière, einem Halbbruder von Charles I., gekauft. Antoine gründete den Zweig der Seigneur de La Louptière der Meluns. Er tauschte am 10. November 1486 Motte-Saint-Florentin und Chantecler gegen La Louptière, Bordes und Vau-Régnier mit seinem Schwiegervater Gilles de Noyen.

Simon, Seigneur de La Loupe, gründete den Zweig der Seigneur de La Loupe, der jedoch schon 1313 endete. Simon folgte 1270 Ludwig IX. auf den Sechsten Kreuzzug. Er war 1281 Sénéchal vom Périgord, Quercy, Limousin und Carcassonne. 1290 wurde er Marschall von Frankreich. Er starb am 11. Juli 1302 bei der Sporenschlacht.

Sein Neffe Jean II., Vicomte de Melun, wurde 1313 zugesprochen, dass er von königlichem Geblüt sei. 1329 war er Großkammerherr von Frankreich als Eduard III. Philipp VI. huldigte. 1340 war er an den Kämpfen zwischen den beiden Königen auf der Seite Philipps VI. beteiligt. Er heiratete in erster Ehe Jeanne de Tancarville, einzige Tochter und Erbin von Robert de Tancarville (Haus Tancarville), dadurch ging die Grafschaft Tancarville in den Besitz des Hauses Melun über. Seine zweite Frau Isabelle d’Antoing und Épinoy war die einzige Tochter von Hugues VI. und somit ging Épinoy ebenfalls in den Besitz der Meluns über. Die Kinder aus erster Ehe gehören zum Zweig Tancarville der Familie Melun und die Kinder aus zweiter Ehe zum Zweig Épinoy.

Die Nachkommen von Jean III. behielten die Grafschaft Tancarville bis 1417 in ihrem Besitz. Dann ging die Grafschaft durch die Heirat von Marguerite, der Enkelin Jeans III. in den Besitz des Hauses Montgommery über.

Hugues, ein Sohn von Jean II. aus zweiter Ehe, ging nach Belgien und übernahm die Ländereien seiner Mutter. Er gründete den Zweig der Seigneur d’Antoing und Comtes bzw. Fürsten d’Épinoy und Duc de Joyeuse. Louis II. war der letzte Melun als Duc de Joyeuse, er starb 1724. Aus diesem Zweig gingen auch die Vicomtes de Gent hervor, deren Linie 1603 erlosch.

Der Zweig, der den Titel Comtes und Vicomtes de Melun trug, erlosch 1739 mit dem Tod von Louis-Gabriel.

Stammliste (Auszug)

Die ersten Generationen Die von Père Anselme bzw. Courcelles angegebene Filiation ist wie folgt: Aymon; ⚭ Elisabeth, Gräfin von Corbeil, Verwandte der Hadwig von Sachsen; sie heiratete in zweiter Ehe Bouchard le Vénérable, Graf von Vendôme und Montoire, anlässlich ihrer Hochzeit erhielt sie die Grafschaften Melun und Paris Albert, Graf von Corbeil Germaine; ⚭ 1013 Mauger, Graf von Corbeil (uxor nomine), Sohn von Herzog Richard I. von Normandie (Rolloniden) Salon, 991 Vicomte de Melun Josselin I., † 19. März nach 1006,1006 Joscelini Miliduni vicecomitis. In: JulesTardif: Monuments historiques. 1866, S. 155. 992 Vicomte de Melun, trat zurück und starb als Mönch in der Abtei Saint-Maur Hervé, 1030 bezeugt, Vicomte de Melun Ursion I, 1067/70 bezeugt, Vicomte de Melun, Guillaume I. le Charpentier, 1084/98 bezeugt, Vicomte de Melun, Ursion II., Vicomte de Melun, 1138 bezeugt Adam I., 1143 bezeugt, † vor 1150, Vicomte de Melun, kinderlos Josselin II., † nach 1157, Vicomte de Melun vor 1150; ⚭ Alpais, † 20. Juni eines unbekannten Jahres Louis I., Vicomte de Melun, 1172/83 bezeugt; ⚭ Gisle Adam II., Vicomte de Melun, † 22. September 1217 in England; ⚭ Aremburge – Nachkommen siehe unten Jean, 1235 Bischof von Poitiers, † 11. September 1257 Renaud, 1216 bezeugt Guillaume, 1221 bezeugt Simon, 1194 bezeugt Raoul Adelais; ⚭ Hugues, Seigneur d’Égreville Gisle Adam, 1172/74 bezeugt Gilles Aveline, 1177/91 bezeugt; ⚭ vor 1177 Philippe de Nemours, Seigneur de Guercheville, † vor 1191 Tochter; ⚭ Philippe de Châtillon/de Nemours Gilles, 1146 Seigneur de Villefermoy Adam, 1189 Seigneur de Villefermoy; ⚭ Helvise de Nangis, Witwe von Pierre de Britaut, Seigneur de Nangis im Namen seiner Ehefrau Gilles II., Seigneur de Villefermoy, 1219 bezeugt Henri, 1219 bezeugt Dreux, 1219 bezeugt Marie, ⚭ Jean, Seigneur de Valery, 1219 bezeugt Lucienne 1219 bezeugt Manassès Thibaut, Abt von Cormery

Die Seigneurs de Montreuil-Bellay Adam I.Quelle zu diesem Abschnitt: Schwennicke (2011). Vicomte de Melun, 1200 bezeugt – Vorfahren siehe oben Guillaume, Vicomte de Melun, † 19. August 1221; ⚭ Agnes de Montreuil-Bellay, Tochter von Géraud III. und Bathilde, sie heiratete in zweiter Ehe Galéran d’Ivry und in dritter Ehe Étienne de Sancerre, Sire de Châtillon-sur-Loing etc. († 1252) (Haus Blois) Adam II., Vicomte de Melun, Sire de Montreuil-Bellay, † 9. Februar 1250; ⚭ I Gertrude; ⚭ II 1239/44 NN Comtesse de Sancerre, Dame de Marcheville, de La Loupe etc., Tochter von Étienne II., Sire de Châtillon-sur-Loing, und Aliénor de Soissons (Haus Nesle) (I) Guillaume II., † 6. Juni 1278, Vicomte de Melun, Sire de Montreuil-Bellay; ⚭ Alix, Dame de Chacenay, † vor 1278, Tochter von Érard III., Sire de Chacenay, und Emmeline de Broyes (II) Adam III., † 1305, Vicomte de Melun, 1278 Sire de Montreuil-Bellay; ⚭ Jeanne de Sully, † 4. Mai 1306, Tochter von Henri II., Sire de Sully – Nachkommen siehe unten Jean II., † 1359, Vicomte de Melun, Comte de Tancarville, Sire de Montreuil-Bellay, Grand Chambellan de France; ⚭ I 1316 Jeanne de Tancarville, † wohl 1327, Tochter von Robert, Sire de Tancarville, und Aude de Blaye (Haus Tancarville); ⚭ II (Ehevertrag 1327) Isabeau d’Antoing, † 6. Dezember 1354, Dame d’Antoing et d’Épinoy, Burggräfin von Gent etc., Tochter von Hugues d’Antoing, Herr von Buggenhout, Sire d’Antoing, und Marie d’Enghien, Burggräfin von Gent etc. (Haus Enghien), Witwe von Heinrich II. von Löwen (Stammliste der Reginare) und Alfonso de la CerdaSohn von Ferdinand de la Cerda und Blanche de France - Nachkommen siehe unten Philippe, † 7. April 1345, 1335 Bischof von Châlons, 1339 Erzbischof von Sens Guillaume, † 13. Januar 1329, Erzbischof von Sens (II) Jean, † vor 1298, Sire de La Borde-le-Vicomte; ⚭ 1266 Isabelle de Montigny – Nachkommen siehe unten (II) Simon, Sire de La Loupe und de Marcheville, 1290 Marschall von Frankreich, † 1302 in der Sporenschlacht – Nachkommen: die Herren von La Loupe etc († um 1400)racineshistoire

Die Seigneurs de La Borde-le-Vicomte Jean II., Seigneur de La Borde-le-Vicomte (1264 bezeugt); ⚭ 1266 Isabelle de Montigny Simon, Seigneur de La Borde-le-Vicomte (1308 bezeugt); ⚭ Marie, Dame de Courtery Jean II., Seigneur de La Borde-le-Vicomte und de Courtery (1393 bezeugt); ⚭ Isabeau de Garchy Philippe, Botschafter von Karl VI. in England 1393 Agnès, Dame des Écrennes; ⚭ Pierre II. de Courtenay, Sohn von Jean und Marguerite de Saint-Vérain Jean III., Seigneur de La Borde-le-Vicomte, 1411 Hauptmann von Melun, 1415 Maître des eaux et forêts de Champagne; ⚭ 21. Januar 1387 Isabelle de Savoisy, Dame de La Motte-Saint-Florentin und de Buignon, Tochter von Philippe und Marie de Duisy Louis, Erzbischof von Sens Guillaume († 1447); ⚭ Marie de Courcelly Charles, Bailli von Melun, Gouverneur von Schloss Husson, 1468 nach Loches versetzt Jean, Seigneur de Courtery Guy, Grand Hospitalier des Ordre de Saint-Jean de Jérusalem Jeanne, Äbtissin der Abtei Notre-Dame de Jouarre Philippe, Berater und Kammerherr des Königs, Seigneur de La Borde-le-Vicomte und de La Motte-Saint-Florentin, Maître des eaux et forêts de France, bis 1466 Hauptmann der Bastille († 1471); ⚭ I 4. Oktober 1413 Jeanne de Nantouillet, Tochter von Regnaud und Jeanne des Landes; ⚭ II 1438 Jeanne de Torsay, Witwe von Jean II. de Rochechouart, Tochter von Jean und Marie d’Argenton Louis, Bischof von Meaux