Opopanax hispidus ist eine Pflanzenart aus der Gattung Opopanax innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Deutsche Trivialnamen sind „Breitblättriges Steckenkraut“ und „Steifhaarige Gummiwurz“.
Beschreibung
mini|Doppeldoldiger Blütenstand Vegetative Merkmale Opopanax hispidus ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 1 bis 3 Metern erreicht.
Die Grundblätter sind doppelt fiederschnittig. Die Blattabschnitte sind 20 bis 40 Millimeter groß, breit elliptisch und einfach bis dreischnittig. Die Laubblätter sind ober- und unterseits borstig behaart. Anfangs sind die Laubblätter an der Blattspindel oft auch zottig behaart. Die Blattunterseite besitzt Sternhaare.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Der doppeldoldige Blütenstand ist 6- bis 13-strahlig. Die zwei bis fünf Hüll- und Hüllchenblätter sind linealisch.
Die Blüte ist zwittrig. Die Kronblätter sind gelb, eiförmig-länglich und eingeschlagen.
Die Doppelachäne ist bei einer Länge von 7 bis 9 Millimetern elliptisch und hat einen 2 bis 3 Millimeter breiten, dünnen Rand.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.
Ökologie
Bei Opopanax hispidus handelt es sich um einen Schaft-Hemikryptophyten.
Vorkommen Opopanax hispidus kommt im östlichen Mittelmeerraum. vor. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südosteuropa bis zum Iran. Es gibt Fundortangaben für Sardinien, Nordmazedonien, Albanien, Griechenland, Kreta, Bulgarien, Zypern, die Türkei, das Gebiet von Syrien und Libanon, Irak, den Kaukasusraum und den Iran.
Opopanax hispidus gedeiht in Mitteleuropa auf Äckern, Brachland und Ruderalstellen in Höhenlagen von 0 bis 450 Metern.
Taxonomie Die Gattung Opopanax wurde 1824 von Wilhelm Daniel Joseph Koch in Nova Acta Physico-Medica Academiae Caesareae Leopoldino-Carolinae Naturae Curiosorum Exhibentia Ephemerides sive Observationes Historias et Experimenta ... Teil 12 (Band 4) Seite 96 erstbeschrieben. Die Erstveröffentlichung von Opopanax hispidus erfolgte 1835 von Imre Friváldszky von Friváld in Flora oder (allgemeine) botanische Zeitung Band 18, Teil 1, Seite 333 als Ferula hispida Das Epitheton "hispida" bedeutet "rauhaarig" und bezieht sich auf die Blätter. Diese Art wurde 1843 durch August Heinrich Rudolf Grisebach in Spicilegium Florae Rumelicae et Bithynicae Exhibens Synopsin Plantarum quas in aest. 1839 legit Auctor A. Grisebach Band 1, Teil 2/3, Seite 378 als Opopanax hispidus in die Gattung Opopanax gestellt.
Synonyme für Opopanax hispidus sind: Opopanax orientalis , Ferula hispida , Ferula opoponax , Opopanax siculus , Opopanax syriacus , Pastinaca hispida , Pastinaca involucrata und Peucedanum syriacum .
Trivialnamen und Drogennamen mini|Opoponax als Gummiharz Von der auch „Breitblättriges Steckenkraut“Hans Zotter: Antike Medizin. Die medizinische Sammelhandschrift Cod. Vindobonensis 93 in lateinischer und deutscher Sprache. Akademische Druck- u. Verlagsanstalt, Graz 1980 (= Interpretationes ad codices. Band 2); 2., verbesserte Auflage ebenda 1986, ISBN 3-201-01310-2, S. 352–353 mit Anm. 432 (zur Pflanze Panatia; griechisch πάνακες „Allheilmittel“). oder „Steifhaarige Gummiwurz“ genannten Pflanzenart wird das vor allem aus den unterirdischen Pflanzenteilen gewonnene, gelbliche und bitterschmeckendeWilhelm Hassenstein, Hermann Virl: Das Feuerwerkbuch von 1420. 600 Jahre deutsche Pulverwaffen und Büchsenmeisterei. Neudruck des Erstdruckes aus dem Jahr 1529 mit Übertragung ins Hochdeutsche und Erläuterungen von Wilhelm Hassenstein. Verlag der Deutschen Technik, München 1941, S. 110 (Oppopanacum, oppopanax). Gummiharz auch Opopanax (wie lateinisch opopanacum von griechisch opos, ‚Saft‘, und nax; früher auch succus nacis, ‚Saft der Nax‘, ein der Art ferula ähnliches „Kraut“, genanntOtto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 26.) oder OpoponaxVgl. auch Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 149 („Opoponax: Gummiharz von Opoponax Chironium Koch, Opoponax Pastinaca L.“) genannt.Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 431 (zu opopanx, opoponax, opoponacum, opopancum usw.) Das im Mittelalter lateinisch als Opopanacum oder Opopanax bezeichnete Gummiharz kann sich auf Opopanax hispidus und verwandte Arten wie Opopanax chironium beziehen, stammte aber später möglicherweise vor allem von Commiphora kataf bzw. Commiphora erythraea.Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 209 (Anmerkung zu Opopanacum – eyn safft, panax eracklia, gensis, hensir […] – ist eyn gumi – Opopanax).
Literatur Ralf Jahn, Peter Schönfelder: Exkursionsflora für Kreta. Mit Beiträgen von Alfred Mayer und Martin Scheuerer. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1995, ISBN 3-8001-3478-0, S. 217.
Einzelnachweise Albert Thellung: Umbelliferae. S. 1359–1362. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. Thomas Gaskell Tutin: Opopanax Koch. S. 360. In: Thomas Gaskell Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Band 2: Rosaceae to Umbelliferae. Cambridge University Press, Cambridge 1968, ISBN 0-521-06662-X. Ralf Hand: Apiaceae. Datenblatt Opopanax hispidus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. 2011.
Weblinks
Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt mit Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.
Kategorie:Doldenblütler Kategorie:Apiaceae