Verschulung bezeichnet die Implementierung schulischer Charakteristika in nichtschulische (v. a. vorschulische, berufliche oder akademische) Bildungsgänge, also die Ausdehnung schulischer Lernformen auf die vorschulische PhaseB. Hauser: Bildung 4-bis 8-jähriger Kinder, 2005. oder auch auf die nachschulische Phase.Ulrike Neuhoff: Akademische Freiheiten im Korsett eines verschulten Studienbetriebs — Das Studium für Polizeivollzugsbeamte an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen. VS Verlag für Sozialwissenschaften. 2008, ISBN 978-3-531-15890-7 (Print), ISBN 978-3-531-91116-8 (online) In der letztgenannten Bedeutung wurde der Begriff nach Angaben von Jean Louis KirschJean Louis Kirsch: (PDF; 153 kB) durch Antoine Prost geprägt.Antoine Prost: L’École et la Famille dans une société en mutation (1930-1980). Histoire générale de l’Enseignement et de l’Éducation en France, Bd. IV, Hg. Louis-Henri Parias. Nouvelle Librairie de France, Paris, 1981.

Der Begriff Verschulung wird meist negativ verwendet. Im Hochschulbereich werden damit folgende Punkte verbunden:

vorgegebene Curricula ohne Wahlmöglichkeiten Anwesenheitspflicht bei Lehrveranstaltungen Reduktion des Studiums auf Wissensvermittlung und Wissensabfrage

In der Berufsbildung wird damit der Ersatz einer praxisnahen betrieblichen oder dualen Ausbildung durch eine theorielastige schulische Vollzeitausbildung oder ein Hochschulstudium bezeichnet.

Das Phänomen der Verschulung wird oft im Kontext des Bologna-Prozesses diskutiert.Kathrin Balmer: 2008 Zum Teil waren naturwissenschaftliche Studiengänge in der DDR jedoch stärker verschult als heutige modularisierte Studiengänge im wiedervereinigten Deutschland.Günther Heydemann: Die Innenpolitik der DDR

Siehe auch Überakademisierung

Quellen

Kategorie:Akademische Bildung