mini|Eröffneter Amnionsack bei einem 20 Tage alten und 2 mm großen menschlichen Embryo. Die Amnionhöhle umgibt den Embryo, an dem Primitivstreifen und Neuralrinne gut erkennbar sind. Übersetzung der Beschriftung: Yolk-sac = Dottersack Neural groove = Neuralrinne Primitive streak = Primitivstreifen Neurenteric canal = Canalis neurentericusBody-stalk = Haftstiel mini|Fötus einer Katze im Amnionsack aus der Gebärmutter seiner Mutter. 1 Nabelschnur 2 Amnion 3 Allantois 4 Dottersack 5 randständiges Hämatom 6 der mütterliche Teil der Plazenta mini|Schema eines Hühnereis(9. Entwicklungstag)
Das Amnion ( ‚das zum Lämmchen Gehörende‘), auch Schafshaut oder Wasserhaut genannt, ist die dünne, durchsichtige, gefäßlose innere Eihaut und damit Teil der den Fetus enthaltenden Fruchtblase bei Amnioten wie Reptilien, Vögeln und Säugetieren. Bei ihnen bildet das Chorion (Zottenhaut) die mittlere und die Dezidua (Siebhaut) die äußere Eihaut.
Die vom Amnion umschlossene Höhle, die Amnionhöhle, vergrößert sich während der Embryonalentwicklung sehr schnell und umgibt bereits in der vierten Schwangerschaftswoche den menschlichen Embryo mitsamt seiner Nabelschnur allseits. Das fruchtseitige, einschichtige Epithel des Amnions sondert Fruchtwasser als Amnionflüssigkeit in die Fruchtblase ab. Es für eine Untersuchung zu gewinnen, macht eine Amniozentese notwendig.
Krankheiten Amniotisches-Band-Syndrom: Einreißen des Amnions mit Bildung fibröser Bänder, die die Gliedmaßen des ungeborenen Kindes während der Schwangerschaft abschnüren und dann zu Fehlbildungen (Dysmelien) führen können. Oligohydramnion: Zu wenig Fruchtwasser ist vorhanden, was zu Dysmelien führen kann. Polyhydramnion: Zu viel Fruchtwasser ist vorhanden.
Sonstiges Amnionmembranen werden zur Behandlung von Oberflächendefekten an Bindehaut und Hornhaut des Auges transplantiert.
Das altgriechische Wort ἀμνίον (Amnion) beschrieb ursprünglich eine Schüssel, in der das Blut geopferter Tiere aufgefangen wurde, und leitet sich von ἀμνός (amnos) ab, was „Lamm“ bedeutet.
Siehe auch Amniozentese (Fruchtwasserpunktion zur pränatalen Diagnostik) Blasensprung (Amniotomie) Allantois Neurotrophe Keratopathie (Verwendung der Amnionmembran)
Literatur Monika Kressin, Bertram Schnorr: Embryologie der Haustiere. 5. Auflage. Enke-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8304-1061-1.
Einzelnachweise
Kategorie:Fruchtblase Kategorie:Pränatalmedizin