Der Erholungsort Lahrbach ist ein Stadtteil von Tann (Rhön) im osthessischen Landkreis Fulda.
Geografie Lahrbach liegt im Nordosten des Landkreises Fulda nordöstlich der Wasserkuppe im Ulstertal im Naturpark Hessische Rhön im Biosphärenreservat Rhön. Zu Lahrbach gehören die Siedlungsplätze Brauertshof und Paradieshof.
Lahrbach grenzt im Norden an Wendershausen, im Osten an Hundsbach, im Südosten an Simmershausen, im Süden an Hilders, im Südwesten an Neuschwambach, im Nordwesten an Habel. Durch Lahrbach fließen die Ulster und der Lahr-Bach.
Geschichte Ortsgeschichte Das Dorf Lahrbach wurde soweit bekannt erstmals im 15. Jahrhundert schriftlich genannt. Damals war Lahrbach eine „wustenung“ (Wüstung), das heißt, ein aufgegebenes Dorf. Um 1500 war das Dorf bereits wieder besiedelt. Am südlichen Turmgesims der alten Kirche steht die Jahreszahl 1523. Östlich von Lahrbach wurde ein Urnengräberfeld aus der Hallstattzeit (800–500 v. Chr.) gefunden. 1717 brannte Lahrbach nach einem Blitzschlag bis auf fünf Häuser ab. Bei dieser Brandkatastrophe brannten 120 Häuser nieder. 1801 standen bereits wieder 90 Häuser, damals war Lahrbach würzburgisches Pfarrdorf und unterstand dem Amt Hilders.Lahrbach mit Brauertshof Die Freiwillige Feuerwehr bildete im Jahr 1877 mit der Stadt Tann einen Löschverband.
Im Jahr 2015 wurde der Ort als Erholungsort anerkanntHessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung: 81. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 13. Oktober 2015. Staatsanzeiger für das Land Hessen 7/2016 Seite 218.
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Lahrbach auf freiwilliger Basis in die die Stadt Tann eingemeindet. Für Lahrbach wurde, wie für alle Stadtteil von Tann, ein Ortsbezirk gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Lahrbach angehört(e):
vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Hochstift Würzburg, Amt Hilders 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Königreich Bayern, Landgericht HildersDurch den Reichsdeputationshauptschluss. 1806–1813: Großherzogtum Würzburg, Landgericht HildersInfolge der Napoleonischen Kriege. 1814–1816: Königreich Bayern, Landgerichtsbezirk Hilders 1817–1837: Königreich Bayern, Untermainkreis, Landgerichtsbezirk HildersInfolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. 1838–1861: Königreich Bayern, Regierung Unterfranken und Aschaffenburg, Landgerichtsbezirk Hilders 1862–1866: Königreich Bayern, Regierungsbezirk Unterfranken, Bezirksamt GersfeldTrennung zwischen Justiz (Landgericht Hilders) und Verwaltung. ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Fulda ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda, Stadt Tann (Rhön)
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Lahrbach 459 Einwohner. Darunter waren 3 (0,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 78 Einwohner unter 18 Jahren, 180 waren zwischen 18 und 49, 93 zwischen 50 und 64 und 111 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 183 Haushalten. Davon waren 33 Singlehaushalte, 57 Paare ohne Kinder und 75 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 42 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 108 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung 1803: 94 Häuser mit 484 Seelen
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 20 evangelische (= 4,71 %), 405 katholische (= 95,29 %) Einwohner • 1961: 41 evangelische (= 7,64 %), 494 katholische (= 91,99 %) Einwohner
Religion Kirche Im Ort stehen die alte katholische Kirche St. Johannes aus den Jahren 1607 und 1616 sowie die neue Kirche St. Elisabeth. Daneben gibt es eine Mariengrotte. Die katholische Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer Lahrbach gehört organisatorisch zum Pastoralverbund „St. Michael Hohe Rhön“ des Bistums Fulda.
Administrator der Pfarrei St. Johannes der Täufer Lahrbach ist derzeit (2025) Pfarrer Carsten Noll. Der zuständige Diakon ist Martin Brenzel. Zuständige Gemeindereferentin ist Eva-Maria Baumgarten. Priesterliche Unterstützung erfährt die Kirchengemeinde momentan ferner von Pfr. Dr. Samuel Rapu und Prof. Dr. Christoph Gregor Müller.
Kirchengeschichte Im Jahr 1793 wurde Lahrbach eine selbstständige Pfarrei, die bis 1803 zum würzburgischen Kapitel Mellrichstadt gehörte. Das zwischen 1607 und 1616 erbaute Kirchengebäude wurde, wie die historische Kirchner-Orgel, die 1828 von Johannes Kirchner aus Euerdorf erbaut wurde, komplett restauriert.
Politik Für Lahrbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Lahrbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 66,67 %. Alle Kandidaten gehörten der Wählerlist Lahrbach an. Der Ortsbeirat wählte Raymund Huf zum Ortsvorsteher.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Der Musikverein Lahrbach begleitet unter anderem die Palmsonntagsprozessionen, Christi Himmelfahrt Prozessionen, spielt auf dem Dorffest in Lahrbach oder auch beim Maimarkt in Tann. mini|Feuerwehrhaus der Feuerwehr Daneben gibt es den Sportverein Lahrbach Rhönklub-Zweigverein Gesangverein Frohsinn Lahrbach sowie die Freiwillige Feuerwehr Lahrbach
Sehenswert sind der Dorfbrunnen im „Üngerland“, der Dorfplatz im „Öberland“ und die Mariengrotte. Zum Wandern lädt der Rhönrundweg Tann – Wendershausen – Lahrbach ein. Am Dorfgemeinschaftshaus ist ein Spielplatz mit zwei Rutschen, Sandkasten, Wippe, Kletternetz, Spielkombination mit Wackelsteg, zwei Türmen und einem Reck und Schaukel angelegt.
Infrastruktur Lahrbach ist über die Bundesstraße 278 erreichbar. Aus Fulda verkehrt ein Bus. Durch den Ort führt der Ulstertalradweg. Er verbindet das Werratal mit der hessischen Rhön.
Persönlichkeiten Sebastian Kehl (* 13. Februar 1980), aus Lahrbach, deutscher Fußballspieler
Weblinks
Stadtteile In: Webauftritt der Stadt Tann (Rhön).
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Fulda Kategorie:Ort in der Rhön Kategorie:Geographie (Tann (Rhön)) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Fulda) Kategorie:Ersterwähnung 1500 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Hessen