Die Burgfreiheit war ein Stadtteil Königsbergs, das sich nördlich des Schlosses und des Twangste beidseits des Schlossteiches erstreckte.
Geschichte Die Burgfreiheit entstand um 1255, als sich die Hofbedienten in der Nachbarschaft des Schlosses niederließen. Auch der in Tragheim gelegene Königsgarten gehörte zur Burgfreiheit. Hier wurden exotische Gewächse gehalten, die der strengen ostpreußischen Witterung nicht standhielten und erfroren. Dem zu begegnen unterhielt man offene Feuer, mit der Folge, dass 1607 das königliche Gartenhaus abbrannte und die mit vier Galerien umgebene Linde, von deren oberster Plattform man eine Aussicht bis Labiau hatte, verdorrte.
Die Burgfreiheit war bevorzugtes Wohngebiet des Adels. Das 1784 erworbene Haus von Immanuel Kant lag ebenfalls in diesem Stadtteil.
Sakralbauten Die Burgkirche wurde 1616 errichtet. St. Maria Magdalena Kloster der Bullaten-Franziskaner Deutsch-reformierte Kirche. Grundsteinlegung 1690, Einweihung erfolgte am 23. Januar 1701. „Wäre der Thurm, den jetzt ein Zeltdach deckt, vollendet, und wäre das Gebälke an der Kirche nicht verkröpft, so würde sie ein Vorzugliches Gebaude styn. An den Eingängen der Kirche sind Säulen korinthischer Ordnung und die Ecken der Kirche sind fünfmal gebrochen. Die Wandpfeiler sind dorischer, am Thurme jonischer Ordnung. Die Kirche hat fünf massiv gewölbte Chorhauben, und in derselben ist die Kanzel aus Nußbaum und ein metallener Kronleuchter über 1000 Pfund schwer, eine Orgel, die ein Rückpositiv und 34 klingende Stimmen hat, sich auch durch Wohlklang, Stärke und ein Echo in der Nachbarschaft des Communiontisches auszeichnet. Die zur Kirche gehörigen Gründe, die vormals der Schlachthof hießen und die der Kirche gehörigen 120 Huben haben laut Privilegium vom 24. Juni 1698 eigne Jurisdiction.“
Sage
Literatur Baczko, Ludwig von: Versuch einer Geschichte und Beschreibung von Königsberg, Königsberg 1804
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Königsberg (Preußen)