mini|Rolf Müller (2001) Rolf Müller (* 15. Dezember 1940 in Dortmund; † 18. Februar 2015 in MünchenNachruf des Design-Kollegen und Freundes Wolfgang Beinert auf Rolf Müller auf Facebook) war ein deutscher Gestalter. Er war Mitglied in der Alliance Graphique International AGI. Er gehörte seit vielen Jahren zu den führenden, international hochgeachteten Designerpersönlichkeiten in München. Besonders durch seine visuelle Gestaltung der Olympischen Spiele 1972 ist er hier auch weit über Fachgrenzen hinaus bekannt geworden.Olympiamaskottchen Freakshow der Fabelwesen Spiegel.de Zentrale Themen seines gestalterischen Werkes waren Corporate Design, Entwicklung von Informations- und Orientierungssystemen, Plakate, Publikationen und Ausstellungen.

Leben mini|Rolf Müller auf der Retrospektive seiner Arbeiten, organisiert von der Typographischen Gesellschaft München, anlässlich der Verleihung des Designpreises der Stadt München (Februar 2009) Müller studierte von 1960 bis 1965 an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm und arbeitete im Anschluss bei dem Schweizer Grafikdesigner Josef Müller-Brockmann. Von 1967 bis 1972 entwickelte er u. a. mit Otl Aicher das visuelle Erscheinungsbild der Olympischen Sommerspiele 1972 von München und war stellvertretender Gestaltungsbeauftragter des Organisationskomitees. Danach gründete er in München das Büro Rolf Müller für visuelle Kommunikation, welches in den folgenden 40 Jahren zu den führenden deutschen Designbüros gehörte.Müller, J., Hrsg. (2013): Rolf Müller: Geschichten, Systeme, Zeichen. Lars Müller Publishers, S. 2.

Rolf Müller konzipierte und realisierte visuelle Erscheinungsbilder, entwickelte Informations- und Orientierungssysteme, gestaltete Publikationen und Plakate. Für die Heidelberger Druckmaschinen AG entwickelte er die Zeitschrift HQ (High Quality), welche in insgesamt 39 Ausgaben (1985–1997) bleibende Maßstäbe in der Drucktechnik sowie der Gestaltung setzte.

Er lebte seit 1967 in München und hat eine Tochter, die Gestalterin Anna Lena von Helldorff. Seit Ende der 1990er Jahre nahm er Lehraufträge, u. a. an der Schule für Gestaltung Ravensburg wahr. 2008 erhielt er den Designpreis der Landeshauptstadt München, 2009 fand in München eine Retrospektive zu seinem Werk statt. 2014 erschien die von ihm mit bearbeitete Monographie Rolf Müller: Geschichten, Systeme, Zeichen im Verlag Lars Müller Publishers.

Arbeiten mini|Diverse Titel der Zeitschrift High-Quality mini|Erscheinungsbild der Stadt Leverkusen Erscheinungsbild der Stadt Leverkusen, 1971–1992 Broschüre über Willy Brandt, 1971, Endauflage 1,2 Mio., das erfolgreichste Wahlkampfporträt seiner Zeit Offizielles Plakat der Kieler Woche, 1972 Informationssystem des Stadthauses in Bonn, 1973–1977 Design-Objekt Spiegelfaltung am Stadthaus in Bonn, 1974–1977 (Aufstellung 1979) Informationssystem der Offizierschule der Luftwaffe OSLw in Fürstenfeldbruck, 1976–1979 Gabor Shoes Schuhmode, Rosenheim, 1977–1987 Ausstattung 11. Olympischer Kongress Baden-Baden, 1981 Erscheinungsbild Bavaria Film GmbH, München, 1980–1989 Erscheinungsbild Kulturzentrum Gasteig, 1982–1984 Erscheinungsbild der Drägerwerk Aktiengesellschaft, Lübeck, 1983–2000 Herausgeber der Zeitschrift HQ High Quality, Zeitschrift über das Gestalten, das Drucken und das Gedruckte für die Heidelberger Druckmaschinen AG, 1985–1998 Erscheinungsbild MBB, München, 1988–1994 Erscheinungsbild der IBA, Internationale Bauausstellung Emscher Park, Gelsenkirchen, 1990–1994 Öffentlichkeitsarbeit Flughafen München GmbH, 1985–1993 Innenansichten unseres Parlaments. Der 12., 13. und 14. Deutsche Bundestag. Offizielle Bücher der Bundesregierung, 1993–2000 EXPO 2000 Sachsen-Anhalt, Dessau, 1996–1998 Prinzregenten-Theater München, 1996 Erscheinungsbild Stadt Kufstein, 1996–1998 Publikationen, Plakatserie Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, 1996–1998 Plakat Kunstgewerbeverein, München, 2001 Broschüren Allianz AG, München, ab 1999 Erscheinungsbild Links und rechts der Ems, im Rahmen der Regionale 2004, 2002–2004

Literatur Jens Müller (Hrsg.): Rolf Müller – Geschichten, Systeme, Zeichen – Stories, Systems, Marks. Band 7 der Buchreihe A5, Lars Müller Publishers, Zürich 2014, ISBN 978-3-03778-414-3.

Preise Goldmedaille des Art Directors Club of New York 1989 Deutscher Preis für Kommunikationsdesign 1993: Auszeichnung für höchste Designqualität, Die 100 besten Plakate des Jahres 1997 des Verbandes der Grafik-Designer e. V. für das Plakat Glückskinder Stiftung Buchkunst: Die schönsten Bücher 1995 und 1998.

Weblinks

Webpräsenz Büro Rolf Müller Ehemalige Mitarbeiter: Designblog Typolexikon: Ausführlicher Beitrag von Wolfgang Beinert Wolfgang Beinert: Zusammenfassung eines Vortrags von Rolf Müller vimeo: A5+ Rolf Müller (2014): Interview (Video) Andreas Bohnenstengel: Impressionen

Einzelnachweise

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