hochkant=2|mini|Bergehalde mit Zufahrt, Loos-en-Gohelle, 2006 Als Bergematerial oder Berge bezeichnet man das bei der Aufbereitung von abgebauten Bodenschätzen anfallende taube Gestein.
Begriffsabgrenzung Im klassischen Sinne, nach Scheuchenstuel,C. von Scheuchenstuel: Idioticon der österreichischen Berg- und Hüttensprache, zum besseren Verständnisse des österreichischen Berg–Gesetzes. 270 S., Wilhelm Braumüller, Wien, 1856. (Digitalisat) bezeichnet man als Berge bzw. Bergematerial
Der übergeordnete Begriff taubes Gestein bezeichnet nicht verwertbares Gesteinsmaterial, unabhängig davon, ob es bereits ausgebrochen wurde oder sich noch im ursprünglichen Gebirgsverband befindet.
Der übergeordnete Begriff Haufwerk, veraltet zuweilen auch als Hauwerk bezeichnet, bezieht sich auf bereits ausgebrochenes (aus dem Gebirgsverband gelöstes), angeschüttetes, oder nach einer Sprengung aufgehäuftes Gesteinsmaterial, unabhängig davon, ob es nutzbare Bestandteile („Wertminerale“) enthält oder nicht.
Entwicklung im Ruhrgebiet Im Ruhrgebiet vor 1920, als noch viele steile Flöze von Hand abgebaut wurden, verbrachte man das Bergematerial fast vollständig zurück in die Grube und verwendete es dort als Bergeversatz.
Durch die zunehmende Mechanisierung und die Verlagerung der Kohlegewinnung in flach gelagerte Kohleflöze musste das anfallende Bergematerial jedoch über Tage gelagert werden und wurde meist in der Nähe des Bergwerkes aufgehaldet. So entstanden die typischen und weit sichtbaren Bergehalden im Umfeld der Bergwerke.
Siehe auch Halden im Ruhrgebiet
Literatur
Ernst-Ulrich Reuther: Einführung in den Bergbau. Ein Leitfaden der Bergtechnik und Bergwirtschaft. 1. Auflage. Verlag Glückauf GmbH, Essen 1982, ISBN 3-7739-0390-1. Heinz Kundel: Kohlengewinnung. 6. Auflage. Verlag Glückauf GmbH, Essen 1983, ISBN 3-7739-0389-8. Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage. Verlag Glückauf GmbH, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7.
Einzelnachweise
Kategorie:Kohlebergbau !