mini|Altbau des Klinikums in der Krankenhausstraße 12 mini|Internistisches Zentrum (INZ) mini|Bettenhaus des Chirurgischen Zentrums mini|Kopfkliniken mini|Kaufmännische Direktion am Maximiliansplatz
Das Universitätsklinikum Erlangen ist ein Klinikum der Maximalversorgungsstufe und das Klinikum der medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Es ist neben dem Waldkrankenhaus St. Marien und dem Klinikum am Europakanal eine von drei Kliniken in Erlangen und nimmt mit seinen an die Fachabteilungen angeschlossenen Hochschulambulanzen auch die Aufgaben eines Stadtkrankenhauses wahr.
Geschichte Das Universitätsklinikum wurde 1815 gegründet. Im Januar 1847 führte Johann Ferdinand Heyfelder seine erste ÄthernarkoseJohann Ferdinand Heyfelder: Die Versuche mit dem Schwefeläther und die daraus gewonnenen Resultate in der chirurgischen Klinik zu Erlangen. Heyder, Erlangen 1847.Vgl. auch Johann Ferdinand Heyfelder: Die Versuche mit dem Schwefeläther, Salzäther und Chloroform und die daraus gewonnenen Resultate in der chirurgischen Klinik zu Erlangen. Heyder, Erlangen 1848. an der Chirurgischen Universitätsklinik durch.Ulrich von Hintzenstern, Wolfgang Schwarz: Frühe Erlanger Beiträge zur Theorie und Praxis der Äther- und Chloroformnarkose. Teil 1: Heyfelders klinische Versuche mit Äther und Chloroform. In: Der Anaesthesist. Band 45, Heft 2, 1996, S. 131–139.Geschichte der Chirurgischen Universitätsklinik Erlangen. Semmel, Bonn 1960.Vgl. auch Johann Ferdinand Heyfelder: Das chirurgische Augenkranken-Clinicum der Universität Erlangen vom 1. Oktober 1842 bis zum 30., September 1843. Kunstmann, Erlangen 1843 (ff.).
Überregionale Aufmerksamkeit erhielt das Universitätsklinikum Erlangen 1982 mit der Geburt des ersten Retortenbabys Deutschlands sowie zehn Jahre später mit dem Erlanger Baby.
Gebäude Die Kliniken, selbstständigen Abteilungen und Institute sind auf mehrere Standorte im Innenstadtbereich verteilt. Die meisten der Klinikgebäude befinden sich um den Erlanger Schlossgarten.
Aktuelle Neubauten und Planungen Im Bau befindet sich das geplante Operative Zentrum nach Plänen von Gerkan, Marg und Partner. Im ersten Bauabschnitt wurde bis Mitte 2013 für rund 62,5 Millionen Euro ein Bettenhaus mit 328 Betten an der Östlichen Stadtmauerstraße errichtet.
In einem zweiten Bauabschnitt war von 2013 bis 2020 nach dem Abriss des alten Bettenhauses für rund 176 Millionen Euro die Errichtung eines Funktionstrakts mit 20 Operationssälen, zwei Intensivstationen mit insgesamt 42 Intensivpflegebetten, dem Vollausbau der im Rahmen des Neubaus des Internistischen Zentrums bereits begonnenen zentralen Notaufnahme und einem Hubschrauberlandeplatz geplant. Im Winter 2018 wurde dem zuständigen Ingenieurbüro aufgrund nicht oder nur mangelhaft erbrachter Leistungen gekündigt, was für eine Verzögerung der Fertigstellung bis ca. 2021 und eine Erhöhung der bislang genehmigten Baukosten in Höhe von 200 Millionen Euro um eine unbekannte Summe sorgte.Erlanger OP-Zentrum: Fehlplanung verzögert Millionenprojekt, br.de, abgerufen am 4. Januar 2019[nordbayern.de/region/erlangen/60-millionen-mehr-wird-erlanger-op-zentrum-zu-millionengrab-1.8402844].
Struktur Das Klinikum wird seit Juni 2006 als Anstalt des öffentlichen Rechts unter der Rechtsaufsicht des bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst geführt. Der Aufsichtsrat ist für die Überwachung und Struktur- und Entwicklungsplanung verantwortlich. Die Leitungsfunktion mit Entscheidungskompetenz wird durch den Klinikumsvorstand wahrgenommen. Dieser wird durch die Klinikumskonferenz, der neben den Klinik- und Institutsdirektoren sowie Leitern der selbstständigen Abteilungen auch Vertreter des Pflegedienstes und Vertreter des nichtwissenschaftlichen Personals angehören, beraten.
Aufsichtsrat und Klinikumsvorstand Dem Aufsichtsrat gehören neben dem bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst als Vorsitzender je ein Vertreter des bayerischen Wissenschafts-, Finanz- und Sozialministeriums sowie der Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, ein Mitglied des Fachbeirats der Medizinischen Fakultät, ein externer Wirtschaftsfachmann und ein Leiter einer externen klinischen Einrichtung an.
Im Klinikumsvorstand sind neben dem Ärztlichen Direktor, dem Kaufmännischen Direktor und dem Pflegedirektor auch der Dekan der Medizinischen Fakultät vertreten.
Kliniken Anästhesiologische Klinik Augenklinik Chirurgische Klinik Frauenklinik Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie Hautklinik Herzchirurgische Klinik Kinder- und Jugendklinik Medizinische Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie Medizinische Klinik 2 – Kardiologie und Angiologie Medizinische Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie Medizinische Klinik 4 – Nephrologie und Hypertensiologie Medizinische Klinik 5 – Hämatologie und Internistische Onkologie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgische Klinik Neurochirurgische Klinik Neurologische Klinik Nuklearmedizinische Klinik Plastisch- und Handchirurgische Klinik Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik Unfallchirurgische und Orthopädische Klinik Strahlenklinik Urologische und Kinderurologische Klinik Zahnklinik 1 – Zahnerhaltung und Parodontologie Zahnklinik 2 – Zahnärztliche Prothetik Zahnklinik 3 – Kieferorthopädie
Selbstständige Abteilungen Experimentell-Therapeutische Abteilung Gefäßchirurgische Abteilung Immunmodulatorische Abteilung Infektionsbiologische Abteilung im Mikrobiologischen Institut Kinderchirurgische Abteilung Kinderherzchirurgische Abteilung Kinderkardiologische Abteilung Kinder- und Jugendabteilung für Psychische Gesundheit Mikrobiomische Abteilung Molekular-Neurologische Abteilung Molekular-Pneumologische Abteilung Nephropathologische Abteilung Palliativmedizinische Abteilung Psychosomatische und Psychotherapeutische Abteilung Stammzellbiologische Abteilung Thoraxchirurgische Abteilung Transfusionsmedizinische und Hämostaseologische Abteilung Translationale-Immunologische Abteilung
Institute Allgemeinmedizinisches Institut Humangenetisches Institut Mikrobiologisches Institut – Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene Neuropathologisches Institut Neuroradiologisches Institut Pathologisches Institut Radiologisches Institut Virologisches Institut – Harald-zur-Hausen-Institut für Virologie
Interdisziplinäre Zentren Adipositaszentrum Allergiezentrum Analkrebszentrum Chronisch-Entzündliche Darmerkrankungen Darmkrebszentrum Endokrines Malignomzentrum Epilepsiezentrum der Neurologischen Klinik Erwachsene-mit-angeborenem-Herzfehler-Zentrum Familiäres Brust- und Eierstockkrebszentrum Gynäkologisches Universitäts-Krebszentrum Franken Hämophiliezentrum Harnblasenkrebszentrum Hautkrebszentrum Intensivmedizinisches Zentrum Kinderherzzentrum Kindernierenzentrum Kinderonkologisches Zentrum Kinderoperatives Zentrum Kinderpalliativzentrum Kopf-Hals-Tumorzentrum Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Leberzentrum Leberkrebszentrum Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten-Zentrum Lungenkrebszentrum Leukämie- und Lymphomzentrum / Zentrum für hämatologische Neoplasien Magenkrebszentrum Nephrologisches Kompetenzzentrum Nordbayern Neurodermitis-Zentrum Neuromuskuläres Zentrum Neuroonkologisches Zentrum Nierenkrebszentrum Onkologisches Zentrum Pankreaskrebszentrum Post-COVID-Zentrum Präventive Medizin der Nieren-, Hochdruck- und Herzerkrankungen Prostatakrebszentrum Psoriasiszentrum Renale-Denervations-Zentrum Rheumazentrum Sarkomzentrum Schädelbasiszentrum Schmerzzentrum Sozialpädiatrisches Zentrum Speiseröhrenkrebszentrum Stammzelltransplantationszentrum Transplantationszentrum Erlangen-Nürnberg Traumazentrum Tumorzentrum Universitäts-Brustzentrum Franken Universitäts-Endometriosezentrum Franken Universitäts-Fortpflanzungszentrum Franken Universitäts-Perinatalzentrum Franken Wirbelsäulenzentrum Zentrum für angeborene viszerale und pulmonale Fehlbildungen Zentrum für Ektodermale Dysplasien Erlangen Zentrum für Morbus Fabry Zentrum für Periodische Systemische Autoinflammatorische Erkrankungen Zentrum für Seltene Bewegungserkrankungen Zentrum für Seltene Erkrankungen der Brust und des weiblichen Genitals Zentrum für Seltene Genetische Krebserkrankungen Zentrum für Seltene Leber-, Pankreas- und Darmerkrankungen Zentrum für Seltene Entwicklungsstörungen Zentrum für Seltene Erkrankungen Erlangen Zentrum für Seltene Immunologische Erkrankungen Zentrum für Seltene Neuromuskuläre Erkrankungen Zentrum für Seltene Nierenerkrankungen Zentrum für Seltene Urogenitale Erkrankungen und Fehlbildungen Zentrum für Tuberöse Sklerose und Seltene Epilepsien Zentrum für Zystische Fibrose und Seltene Lungenerkrankungen
Zentrale Einrichtungen Apotheke Center for Clinical Studies Comprehensive Cancer Center Erlangen-EMN Deutsches Zentrum Immuntherapie Medizinisches Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnik Zentrallabor
Angeschlossene Berufsfachschulen Das Uni-Klinikum Erlangen ist einer der größten Arbeitgeber in der Region. Seit März 2016 bilden die sieben staatlichen Berufsfachschulen das Staatliche Berufliche Schulzentrum für Gesundheitsberufe Erlangen am Universitätsklinikum Erlangen. Leiterin des Schulzentrums ist Susanne Krapp.
Staatliches Berufliches Schulzentrum für Gesundheitsberufe Erlangen am Universitätsklinikum Erlangen (BSZG) Berufsfachschule für Masseure und medizinische Bademeister Berufsfachschule für Pflege Berufsfachschule für Physiotherapie Berufsfachschule für Medizinische Technologie
Weitere Berufsfachschulen Berufsfachschule für Anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten sowie Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten Staatlich anerkannte private Berufsfachschule für Orthoptik
Sonstiges Im Erlanger Schlaganfallregister wird seit 1994 jeder zum Ereigniszeitpunkt in Erlangen wohnhafte und in Erlangen in eine Klinik eingelieferte Patient mit einem Schlaganfall oder einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns erfasst und über einen maximal möglichen Zeitraum dokumentiert, um statistische und epidemiologische Zusammenhänge des Schlaganfalls repräsentativ für Deutschland auswerten zu können.
Durch die Forschungsstiftung Medizin, die im Dezember 2007 gegründet wurde, werden Wissenschaft und Forschung sowie Aus- und Weiterbildung am Universitätsklinikum gefördert. Unter anderem wird seit dem Sommersemester 2007 eine kostenlose Bürgervortragsreihe mit in jedem Semester wechselnden Themenschwerpunkt für medizinisch interessierte Laien veranstaltet.
Das deutsche Referenzzentrum für Epilepsiechirurgie ist im Neuropathologischen Institut angesiedelt, das zudem federführend im EEBB (European Epilepsy Brain Bank) mitwirkt, einem europäischen Konsortium von 36 Zentren aus 12 Ländern zur pathologischen Auswertung der bei der Epilepsiechirurgie gewonnenen Proben.
Weblinks
Universitätsklinikum Erlangen Jubiläumswebseite 200 Jahre Universitätsklinikum Erlangen Universitätsklinikum Erlangen: Alle Einrichtung Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Ethik-Kommission der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Einzelnachweise
Erlangen, Universitatsklinikum Erlangen Kategorie:Bauwerk in Erlangen Erlangen, Universitatsklinikum Kategorie:Bildung und Forschung in Erlangen Kategorie:Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Kategorie:Anstalt des öffentlichen Rechts (Deutschland) Kategorie:Unternehmensgründung 1815