Waldaubach ist ein Ortsteil der Gemeinde Driedorf im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.
Geographische Lage Der Ort im Hohen Westerwald liegt etwa 15 km westlich von Herborn und 39 km nordöstlich von Montabaur. Die Entfernung nach Siegen beträgt etwa 40 km und Wetzlar 45 km. Waldaubach liegt an der hessischen Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz in der Nähe des Dreiländerecks Hessen – Rheinland-Pfalz – Nordrhein-Westfalen. Die Gemarkung des Ortes hat eine Größe von 5,59 km². Der größte Teil der Gemarkung erstreckt sich nördlich des bebauten Ortes.
Die angrenzenden Orte sind, von Norden, an der Landesgrenze, im Uhrzeigersinn beginnend die Orte: Rabenscheid (Gemeinde Breitscheid), Heisterberg, Hohenroth (beide Gemeinde Driedorf). Alle hessischen Orte gehören zum Lahn-Dill-Kreis. Nach der Landesgrenze folgen: Homberg, Nister-Möhrendorf und Willingen. Alle Orte in Rheinland-Pfalz gehören zur Verbandsgemeinde Rennerod des Westerwaldkreises.
Waldaubach liegt im Quellbereich des Aubachs, der im zirka zwölf Kilometer Richtung Nordosten entfernten Haiger in die Dill mündet. In der unmittelbaren Umgebung Waldaubachs befinden sich einige der höchsten Berge des Westerwalds, von denen jedoch keiner auf der Waldaubacher Gemarkung liegt. Westlich des Ortes erhebt sich mit der Fuchskaute () der höchste Berg des gesamten Westerwalds, südwestlich, noch in Rheinland-Pfalz der Altenberg (). Südöstlich des Ortes befinden sich der Höllberg () und östlich der Berg Auf der Baar ().
Geschichte Ortsgeschichte Der ursprüngliche Name des Ortes war wie bei Langenaubach Ubach. Die eindeutige Ersterwähnung des Ortes folgte 1447 als Waltubach.
Waldaubach gehörte seit dem Mittelalter zum Amt und Kirchspiel Driedorf, dessen Geschichte es teilte. In der Nähe des Ortes verlief die Fernhandelsstraße von Köln nach Leipzig über Altenkirchen und Herborn.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Mit dem Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974 wurde die Gemeinde Waldaubach im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 1. Januar 1977 in die Gemeinde Driedorf eingegliedert. Für Waldaubach wurde wie für die anderen ehemals eigenständigen Gemeinden ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Waldaubach angehört(e):
vor 1739: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Driedorf ab 1739: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Diez, Amt Driedorf 1806–1813: Großherzogtum Berg, Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Driedorf 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Driedorf ab 1816: Herzogtum NassauDas Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als Vorläufer des Deutschen Reichs., Amt Herborn ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HerbornAbtrennung der Justiz (Justizamt Herborn) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Herborn ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, DillkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Herborn) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Dillkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde DriedorfAm 1. Januar 1977 als Ortsbezirk zur Gemeinde Driedorf. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Driedorf
Einwohnerentwicklung
Religionszugehörigkeit • 1885: 236 evangelische (= 98,74 %), 2 katholische (= 0,84 %), ein jüdischer (= 0,42 %) Einwohner • 1961: 379 evangelische (= 92,21 %), 31 katholische (= 7,54 %) Einwohner
Politik Der Ort gehört bei Wahlen zum Deutschen Bundestag zum Wahlkreis „173 Lahn-Dill“, für Wahlen zum Hessischen Landtag zum Wahlkreis „21 Lahn-Dill I“.
Mit der Gebietsreform ist die Gemeindeverwaltung auf die Gemeinde Driedorf übergegangen. Letzter Bürgermeister war Helmut Sahm. Im Ort besteht ein Ortsbeirat aus fünf Mitgliedern. Der Ortsbeirat hat gegenüber der Gemeindevertretung Vorschlags- und Anhörungsrecht in den Angelegenheiten, die den Ort betreffen. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 ist Christoph Etz (UL) Ortsvorsteher., abgerufen im Februar 2017.
Wahlen und Volksabstimmungen
Die CDU gewann von 2002 bis in die 2010er Jahre bei Wahlen in Waldaubach die meisten Stimmen. Seitdem hat die AfD diese Position übernommen. Eine Ausnahme bilden die Gemeinderatswahlen, bei denen die Freie Bürgerliste Driedorf (FBL), die nur bei Kommunalwahlen antritt, vorne lag.
Der Ort ist eine Hochburg rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien. Vor dem Aufkommen der AfD erzielte die NPD bis zu zweistellige Ergebnisse. Parteien links der Mitte schneiden dagegen schwach ab. Die FDP schnitt Ende der 2000er Jahre im Ort stark ab und wurde einmal sogar zweitstärkste Kraft.
Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse vergangener Wahlen.
Ergebnisse im Detail (seit 1990) Bundestagswahl 2025 13,5 % 32,2 % 3,9 % 4,3 % 37,0 % 3,4 % 5,7 % Europawahl 2024 7,4 % 33,9 % 3,2 % 2,1 % 36,0 % 0,5 % 16,9 % Landtagswahl 2023 8,7 % 32,1 % 2,7 % 2,2 % 44,0 % 0,0 % 10,3 % Bundestagswahl 2021 22,3 % 30,6 % 3,8 % 11,5 % 22,9 % 0,6 % 8,3 % Kreistagswahl 2021 11,9 % 30,5 % 8,5 % 0,0 % 37,3 % 1,7 % 10,2 % (FWG Lahn-Dill: 10,2 %) Gemeinderatswahl 2021 3,2 % 28,8 % – – – – 68,1 % (FBL: 58,5 %; FWG Driedorf: 9,6 %) Europawahl 2019 12,4 % 26,1 % 5,9 % 4,6 % 29,4 % 5,9 % 15,7 % Landtagswahl 2018 10,4 % 30,2 % 5,5 % 8,4 % 34,7 % 5,0 % 5,8 % Bundestagswahl 2017 22,0 % 34,9 % 1,7 % 11,6 % 19,8 % 5,6 % 4,4 % Kreistagswahl 2016 27,0 % 39,1 % 1,5 % 4,2 % 12,1 % 3,5 % 12,6 % (FWG Lahn-Dill: 8,3 %) Gemeinderatswahl 2016 16,2 % 38,0 % – – – – 45,8 % (FBL: 37,4 %; FWG Driedorf: 8,5 %) Europawahl 2014 22,1 % 41,7 % 0,8 % 3,2 % 9,5 % 5,5 % 17,2 % (NPD: 8,7 %) Landtagswahl 2013 24,5 % 51,0 % 2,9 % 4,9 % 3,9 % 2,5 % 10,3 % (NPD: 5,4 %) Bundestagswahl 2013 22,8 % 54,9 % 1,9 % 3,9 % 4,9 % 2,9 % 8,7 % (NPD: 6,3 %) Kreistagswahl 2011 26,0 % 38,8 % 2,4 % 1,4 % – 2,7 % 28,8 % (FWG Lahn-Dill: 15,9 %; NPD: 12,9 %) Gemeinderatswahl 2011 15,4 % 24,6 % 2,8 % – – – 45,8 % (FBL: 50,3 %; FW Driedorf: 6,9 %) Bundestagswahl 2009 16,1 % 44,0 % 3,1 % 18,8 % – 9,0 % 9,0 % Europawahl 2009 16,0 % 48,1 % 3,8 % 13,2 % – 7,6 % 11,3 % Landtagswahl 2009 13,8 % 51,3 % 3,1 % 20,0 % – 3,8 % 8,0 % Landtagswahl 2008 20,7 % 51,4 % 1,7 % 14,0 % – 3,4 % 8,8 % (NPD: 5,6 %) Kreistagswahl 2006 25,9 % 41,2 % 1,2 % 4,1 % – 1,4 % 28,8 % (FWG Lahn-Dill: 17,0 %; NPD: 7,3 %) Bundestagswahl 2005 23,6 % 46,3 % 2,2 % 10,9 % – 4,8 % 12,2 % (NPD: 12,2 %) Europawahl 2004 16,2 % 56,4 % 0,0 % 6,0 % – – 21,4 % (NPD: 8,6 %; REP: 5,1 %) Bundestagswahl 2002 28,4 % 49,6 % 2,1 % 7,2 % – – 12,7 % (NPD: 7,6 %) Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen seit 1990 Sitze errungen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen. Briefwahlstimmen werden in Teilen separat ausgewiesen.
Kulturdenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Waldaubach verfügt über die ortsüblichen Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Die den Ort umschließenden Höhen werden zur Gewinnung von Windenergie genutzt. Der Ort verfügt über ein Dorfgemeinschaftshaus.
Verkehr Der Ort liegt nahe der B 255 von Herborn über Driedorf nach Montabaur und der B 414 von Driedorf nach Hachenburg. Der nächste Bahnhof der Dillstrecke befindet sich in Herborn. Es bestehen Busverbindungen nach Driedorf, Rehe und Herborn. Die Entfernung zum Flughafen Frankfurt beträgt 110 km, nach Köln/Bonn ca. 126 km. Durch Waldaubach verläuft der Westerwaldsteig, ein Fernwanderweg von Herborn nach Bad Hönningen.
Bildung Im Ort existiert kein Kindergarten. Dieser ist in Driedorf. Der Ort gehört zum Einzugsbereich der Westerwaldschule Driedorf, einer Grund-, Haupt- und Realschule. Weiterführende Schulen können in Herborn oder Dillenburg besucht werden.
Literatur
Weblinks Waldaubach In: Webauftritt der Gemeinde Driedorf
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Driedorf) Kategorie:Ort im Lahn-Dill-Kreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Lahn-Dill-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1447 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977