Die Kretische Hundszunge (Cynoglossum creticum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hundszungen (Cynoglossum) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).

Beschreibung mini|Blütenstand mini|Blüten und Klausenfrucht mini|Blüten im Detail

Vegetative Merkmale Die Kretische Hundszunge ist eine zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 80 Zentimetern.

Im ersten Jahr nach der Keimung wird nur eine dichte Blattrosette aus lanzettlichen, weich behaarten Laubblättern gebildet. Im zweiten Jahr erscheint der Blütenstand. Die Laubblätter sind im oberen Teil des Stängels sitzend, halbstängelumfassend und oft ohne deutliche Seitennerven. Die Stängelblätter sind bei einer Länge von 5 bis 10 Zentimetern sowie einer Breite von 1 bis 3 Zentimetern schmal-lanzettlich bis spatelförmig. Die Rosettenblätter sind bis 15 Zentimeter lang und 0,5 bis 4 Zentimeter breit.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von April bis Juli. Die relativ kurz gestielten Blüten erscheinen in langen tragblattlosen Wickeln. Die Blütenstiele sind postfloral nur bogig abstehend und nicht nickend.

Die zwittrige Blüte ist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind lanzettlich und dicht behaart und die Kelchzipfel sind 5 bis 7 Millimeter lang. Die fünf Kronblätter sind zunächst rosafarben, später blass-blau mit auffallend dunklen Nerven; sie sind röhrig verwachsen. Die Krone ist 7 bis 9 Millimeter breit, der stumpfe, fünflappige, kahle Saum ist etwa so lang wie die Kronröhre. Es ist nur ein Kreis mit fünf fertilen Staubblättern vorhanden, sie überragen die Blütenkrone.

Die Klausenfrucht zerfällt in vier Teilfrüchte. Die nussartigen Klausen sind gewölbt, dicht mit widerhakigen Stacheln besetzt, 5 bis 7 Millimeter breit und ohne verdickten Rand.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24, seltener 48.

Vorkommen Die Kretische Hundszunge ist ursprünglich auf den Azoren, den Kanaren und Madeira, in Nordafrika, in Südeuropa und Osteuropa, auf Inseln im Mittelmeer, in Vorderasien und im Kaukasusraum bis Kasachstan weitverbreitet. In Australien, Argentinien und Chile ist Cynoglossum creticum ein Neophyt.

Die Kretische Hundszunge wächst in Mitteleuropa auf Brachland, an Wegrändern, in Kiefernwäldern und auf offenen grasigen Flächen. In Südtirol steigt sie bis zu einer Höhenlage von etwa 550 Meter auf.

In Südtirol scheint die Kretische Hundszunge um 1800 noch gefehlt zu haben. Sie wurde dort zuerst um 1820 von Cristofori gesammelt. Um 1830 war sie aber stellenweise schon häufiger als die Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale).

Taxonomie Die Erstveröffentlichung von Cynoglossum creticum erfolgte 1768 durch Philip Miller in The Gardeners Dictionary, 8. Auflage. Synonyme für Cynoglossum creticum sind: Cynoglossum atlanticum , Cynoglossum siculum , Cynoglossum pictum var. umbrosum , Cynoglossum pictum .

Quellen Literatur Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos Mittelmeerflora. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-440-10742-3. S. 140.

Einzelnachweise Philip Miller: The Gardeners Dictionary: containing the best and newest methods of cultivating and improving the kitchen, fruit, flower garden, and nursery. 8. Auflage, 3 Bände, John & Francis Rivington, London 1768. doi:10.5962/bhl.title.541 Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos-Mittelmeerflora. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2008, ISBN 978-3-440-10742-3. S. 140. B. Valdés, 2011: Boraginaceae. Datenblatt Cynoglossum creticum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2152–2153.

Weblinks

Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt mit Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora. Datenblatt Cynoglossum creticum bei Flora-on mit Fotos und Verbreitung in Portugal. Datenblatt Cynoglossum creticum bei Flora Vascular mit Verbreitung auf der Iberischen Halbinsel.

Kategorie:Raublattgewächse