Die Kleinen historischen Städte (kurz KHS genannt) sind ein Zusammenschluss von 17 Kleinstädten (Stand Februar 2025) in Österreich, deren Ziel es ist, gemeinsam touristisch aufzutreten und die Bekanntheit der Mitglieder sowie der Dachmarke im In- und Ausland zu steigern.
Geschichte Bis zur Gründung der KHS im Jahre 1994 wurde das Angebotsspektrum Städtetourismus nur durch Bewerbung der Landeshauptstädte abgedeckt. Seitens der Österreich Werbung (ÖW) wurden zum einen Erholungsurlaub mit Wandern, Reiten, Skifahren, und ähnlichem, und zum anderen der Kulturtourismus über den Zusammenschluss der ARGE Städte (eine Vereinigung der Landeshauptstädte) aktiv beworben bzw. in die Marketingaktivitäten mit eingebunden. Durch diese Konstellation sind kleine Städte mit einem durchaus interessanten kulturellen Angebot in keine breit gestreuten Werbeaktivitäten eingebunden gewesen.Eva Pötzl: , Pressemitteilung KHS, abgerufen am 21. April 2009
Ende 1993 wurde unter Vorsitz von Walter Hödl, ehemaliger Direktor des Tourismusverband Wels, und Wolfgang Neubaur, Tourismusdirektor von Steyr, ein Proponentenkomitee mit potentiellen Partnern gebildet, deren Ziel es war, Teilnehmer in allen Bundesländern (außer Wien) zu finden, die die Idee der Gründung eines Zusammenschlusses von Kleinstädten in Österreich mittragen und diese Arbeitsgemeinschaft zu einer Angebotsgruppe der Österreich Werbung zu machen. Damals schlossen sich 14 Städte dem Projekt an. Bei der Generalversammlung im Mai 2007 in Lienz wirkten 18 Städte zusammen.Kleine Historische Städte – 18 charmante Kleinode, Website der Stadt Lienz (Mai 2007), abgerufen am 29. August 2016.
Kriterien Folgende Kriterien müssen von den Mitgliedsstädten erfüllten werden: Touristische Infrastruktur Mindestens 300 Betten in der Drei- und Vier-Sterne-Kategorie Professionelle örtliche touristische Organisation (Tourismusverband oder ähnliches) Städtische Daten Stadt mit Stadtrecht Denkmalgeschützte historische Bauwerke bzw. Stadtteile bis zu 80.000 Einwohner
Die Mitgliedschaft bei den KHS ist ausschließlich Städten in Österreich bzw. deren touristischen Organisationen vorbehalten. Sowohl überregionale Tourismusorganisationen, als auch Standesvertretungen und Betriebe sind von ihr ausgeschlossen. Mit diesen Organisationen wird jedoch eine intensive Zusammenarbeit gepflegt.
Als Obergrenze an Städten werden circa zwanzig Mitglieder festgelegt. Es wird versucht wenigstens eine Stadt pro Bundesland (mit Ausnahme von Wien) zu gewinnen. Bei Neuaufnahme einer Stadt sind alle anderen Mitglieder mit einzubeziehen.
Landeshauptstädte dürfen aufgrund ihrer Mitgliedschaft bei der ARGE Städte nicht auch Mitglied bei den KHS sein. Eine Doppelmitgliedschaft ist nicht möglich.
Mitglieder
Ew. = Einwohner (Stand ) Stadt Bundesland Ew. Stadt-erhebung Erste urkundliche Erwähnung Stadtbild Denkmalschutz Baden bei Wien 1480 869: Padun („Bad“) Biedermeier KGL: Ensemble Stadtzentrum Baden; → Denkmalliste Bad Ischl 1940 1262: Iselen (Bedeut. unbek.) Salzkammergut-Heimatstil („Kaiserstadt“) → Denkmalliste Bad Radkersburg 1299 1182: Ratkerspurch („Burg“, genaue Bedeut. unbek.) mittelalterliche Stadtbefestigung, Renaissance und Barock → Denkmalliste Bludenz 1247 um 830: Pludono/Pluteno (Bedeut. unbek.) mittelalterlich bis neuzeitlich → Denkmalliste Braunau am Inn 1260 788 als Ranshofen (Stadtteil von Braunau), 1100 als Prounaw gotisch, geprägt im barock-klassizistischen Stil der Inn-Salzach-Städte KGL: Ensemble Stadtzentrum Braunau am Inn; → Denkmalliste Freistadt vor 1277 1241 „Frienstat“ planmäßig gegründete Stadt, rund 150 Bürgerhäuser des Spätmittelalters (13. bis 16. Jh.) → Denkmalliste Fürstenfeld 1232 1183 → Denkmalliste Gmunden 1278 (?) 11./12. Jh. („Gemünde“ der Traun) Gotik bis Gründerzeit: Promenaden am Traunsee (Salzkammergut-Heimatstil) → Denkmalliste Hainburg an der Donau → Denkmalliste Hallein 1250 763: Salzbergbau (Hall-Name) mittelalterlich KGL: Ensemble Altstadt Hallein; → Denkmalliste Hartberg 1286 → Denkmalliste Judenburg 1224 1074: Judinburch (Burg Eppenstein, jüdischer Handelsposten) mittelalterlich (Gotik, Renaissance) → Denkmalliste Mittersill 2008 963 → Denkmalliste Radstadt 1289 1074: Rastat („Raststätte“) neuzeitlich-bürgerlicher Barock und Klassizismus, Teile einer frühneuzeitlichen Stadtmauer → Denkmalliste Schärding 1316/1364 804: Scardinga (Bedeut. unbek., ein Gutshof, Ansiedlung nach Scardo benannt) geschlossen Barock-Klassizismus bis Historismus (Inn-Salzach-Bauweise) KGL: Ensemble Altstadt Schärding; → Denkmalliste Steyr 1170 980: Styrapurhc („Burg an der Steyr“) Gotisch bis industriell KGL: Ensemble Stadtzentrum Steyr und Ensemble Steyrdorf; → Denkmalliste Wolfsberg 1178: Wolfsperch KGL: Ensemble Stadtzentrum Wolfsberg; → Denkmalliste Quellen: Kleine historische Städte, (www.khs.info), Auflistung der Mitgliedsstädte Statistik Austria, Stand März 2021
KGL = Österreichische Kulturgüterliste (Haager Abkommen)
Ehemals Mitglieder waren die Städte Enns, Feldkirch, Imst, Kufstein, Leoben, Lienz, Mariazell, Rust, Spittal an der Drau, Wels, Bruck an der Mur und Zell am See.
Im Mai 2007 war der Mitgliedsstand 18 mit Baden, Bad Ischl, Bad Radkersburg, Enns, Feldkirch, Gmunden, Hall/Tirol, Imst, Judenburg, Kufstein, Lienz, Radstadt, Rust, Schärding, Spittal/Drau, Steyr, Wels und Zell am See.Kleine Historische Städte – 18 charmante Kleinode Website der Stadt Lienz, (Mai 2007), abgerufen am 29. August 2016.
Weblinks khs.info, Webauftritt „Kleine historische Städte“
Einzelnachweise
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