mini|200px|Silverberg auf dem Worldcon (August 2009) Robert Silverberg (* 15. Januar 1935 in Brooklyn, New York) ist ein US-amerikanischer Autor, der vor allem für seine Science-Fiction-Werke bekannt ist und viermal mit dem Hugo-, fünfmal mit dem Nebula- und neunmal mit dem Locus Award ausgezeichnet wurde.
Leben Silverberg war seit seiner Kindheit ein unersättlicher Leser und bemühte sich seit seinen frühen Jugendjahren, Erzählungen in Science-Fiction-Magazinen zu veröffentlichen. Er besuchte die Columbia University und schloss 1956 sein Studium der englischen Literatur mit einem B.A. ab. Er blieb der Science-Fiction treu und veröffentlichte 1955 sein erstes Buch, das Kinderbuch Revolt on Alpha C. Im folgenden Jahr gewann er seinen ersten Hugo, als „bester neuer Autor“. In den nächsten vier Jahren schrieb er, nach eigener Zählung, eine Million Worte im Jahr für Magazine und Ace Doubles. Ab Ende der 1950er Jahre schrieb Silverberg auch populärwissenschaftliche Darstellungen und Softcore-Pornos für Nightstand Books.
Mitte der 1960er Jahre suchte die Science-Fiction ihr literarisches und inhaltliches Niveau zu heben. Frederik Pohl, damals Herausgeber von drei Science-Fiction-Magazinen, bot Silverberg freie Hand beim Schreiben für sie. Hiervon ermutigt kehrte Silverberg zur SF zurück. Er schenkte Charaktertiefe und sozialem Hintergrund nun mehr Beachtung als in der Vergangenheit. Weiter mischte er Elemente der modernen Literatur, die er an der Columbia-Universität gelernt hatte, ein.
Die Bücher dieser Schaffensperiode brechen radikal mit seinem vorigen Werk. To Open the Sky, ein Band von Erzählungen, die vorher in Pohls Magazin Galaxy erschienen waren, beschreiben eine neue Religion, die der Menschheit den Weg zu den Sternen öffnet. Danach folgte Downward to the Earth, vielleicht das erste post-koloniale Science-Fiction-Buch, ein Buch mit Anklängen an Joseph Conrad, in dem der frühere irdische Verwalter einer fremden Welt zurückkehrt, nachdem diese freigesetzt ist. Andere populär und kritisch gewürdigte Werke dieser Zeit sind To Live Again, in dem es möglich ist, die Persönlichkeiten von Toten zu transferieren, The World Inside, das einen Blick auf eine übervölkerte Zukunft wirft, und Dying Inside, die Geschichte eines Telepathen, der seine Kräfte verliert.
1969 gewann Nightwings einen Hugo Award als beste Novelle. Dann wurden 1970 die Kurzgeschichte Passengers und 1971 der Roman A Time of Changes und die Kurzgeschichte Good News from the Vatican sowie 1975 die Novelle Born with the Dead mit dem Nebula Award sowie dem Locus Award ausgezeichnet. 1970 war Robert Silverberg Ehrengast bei der „World Science-Fiction Convention“.
Nach Jahren hoher literarischer Produktivität suchte Robert Silverberg eine Schaffenspause. Stress infolge einer Schilddrüsenstörung sowie ein Wohnungsbrand vertieften diese Absicht. Er zog 1972 von seinem heimatlichen New York an die Westküste und verkündete 1975 seinen Rückzug vom Schreiben.
1980 kehrte er mit Lord Valentine’s Castle, einem panoramischen Abenteuer auf einem fremden Planeten, zur Schriftstellerei zurück. Dieser Roman ist Grundlage für eine bis heute (2009) fortgeführte Serie, den Majipoor-Zyklus (benannt nach dem Planeten, auf dem sie spielt). Mitte bis Ende der 80er Jahre widmete er sich in zwei Fantasy-Romanen dem Stoff des Gilgamesch-Epos. Der erste, Gilgamesh the King (dt. König Gilgamesch, 1987), erschien 1984. In den Jahren 1986, 1987 und 1988 veröffentlichte Silverberg drei weitere Gilgamesch-Novellen in der Anthologienreihe Heroes in Hell mit den Titeln Gilgamesh in the Outback (dt. Gilgamesch im Outback, erschienen im Heyne Science Fiction Jahresband zum Jubiläumsjahr 1988), The Fascination of the Abomination und Gilgamesh in Uruk. Diese drei Novellen aus Heroes in Hell erschienen 1989 zuerst in England und 1990 in den USA in stark überarbeiteter Form als sein zweiter Gilgamesch-Roman To the Land of the Living (dt. Das Land der Lebenden, 1996).
Auszeichnungen (Auswahl) Hugo Award 1955 als „vielversprechendster neuer Autor“ 1969 für die Novelle Nightwings (dt.: Schwingen der Nacht) 1987 für die Novelle Gilgamesh in the Outback 1989 für die Erzählung Enter a Soldier. Later: Enter Another 2001 Retro Hugo als Fanautor 1951
Nebula Award 1970 für die Kurzgeschichte Passengers 1972 für die Kurzgeschichte Good News from the Vatican 1972 für den Roman A Time of Changes (dt.: Zeit der Wandlungen) 1975 für die Novelle Born with the Dead (dt.: Mit den Toten geboren) 1985 für die Novelle Sailing to Byzantium (dt.: Seefahrt nach Byzanz)
Locus Award 1971 für die Kurzgeschichtensammlung The Science Fiction Hall of Fame Volume 1 1975 für die Novelle Born with the Dead (dt.: Mit den Toten geboren) 1976 für die Kurzgeschichtensammlung Epoch 1981 für den Fantasy-Roman Lord Valentine’s Castle (dt.: Krieg der Träume) 1988 für die Novelle The Secret Sharer 1993 für die Kurzgeschichtensammlung The Collected Stories of Robert Silverberg, Volume 1: Secret Sharers 1999 für die Kurzgeschichtensammlung The Avram Davidson Treasury (Hrsg. Avram Davidson) 1999 für die Anthologie Legends 2000 für die Anthologie Far Horizons
Auszeichnungen für das Lebenswerk: 1981 Milford Award 1985 Forry Award 1987 Skylark Award 1999 Science Fiction Hall of Fame 2000 Big Heart Award 2002 Prix Utopia 2003 Writers and Illustrators of the Future 2004 SFWA Grand Master Award 2018 First Fandom Hall of Fame Award
Weitere Auszeichnungen: 1975 Seiun-Preis für den Roman Nightwings (dt.: Schwingen der Nacht) 1973 John W. Campbell Memorial Award, Sonderpreis für Dying Inside (dt.: Es stirbt in mir) 1974 Jupiter Award für die Erzählung The Feast of St. Dionysus (dt.: Das Fest des heiligen Dionysos) 1975 Seiun-Preis für den Roman Up the Line (dt.: Zeitpatrouille) 1976 Prix Apollo für die französische Übersetzung des Romans Nightwings (dt.: Schwingen der Nacht) 1988 Science Fiction Chronicle Readers Poll für die Erzählung The Secret Sharer (dt.: Vox) 1998 Science Fiction Age Readers Poll für die Kurzgeschichte On the Inside 2001 Premio Ignotus für die spanische Übersetzung der Kurzgeschichte Enter a Soldier. Later: Enter Another (dt.: Erster Auftritt: Soldat. Darauf: ein anderer) 2013 Geffen Award für die hebräische Übersetzung des Romans Tower of Glass (dt.: Kinder der Retorte) 2015 Premio Italia für den Roman Roma Eterna
Bibliografie
Romane Nidor / Nidorian (mit Randall Garrett, als Robert Randall) The Shrouded Planet. Gnome Press, 1957, . Der verborgene Planet. Alfons Semrau Verlag, 1959, Übersetzerin Ingrid Mewitz, . The Dawning Light. Gnome Press, 1957, . Nidor erwacht. Moewig Terra #359, 1964, Übersetzer Horst Meyer, .
Gilgamesch / Gilgamesh Gilgamesh the King. Arbor House, 1984, ISBN 0-87795-599-9. König Gilgamesch. Heyne Science-Fiction & Fantasy #4420, Übersetzer Roland Fleissner, ISBN 3-453-00437-X. (auch: König Gilgamesch von Uruk. 1987, ISBN 3-404-13798-1.) To the Land of the Living. Gollancz, 1989, ISBN 0-575-04461-6. Das Land der Lebenden. Heyne Science-Fiction & Fantasy #5542, 1996, Übersetzer Roland Fleissner, ISBN 3-453-11886-3.
Nach der Dunkelheit / New Springtime At Winter’s End. Warner Books, 1988, ISBN 0-446-51384-9. Am Ende des Winters. Heyne Science-Fiction & Fantasy #4585, 1989, Übersetzer Roland Fleissner, ISBN 3-453-03470-8. The Queen of Springtime. Victor Gollancz, 1989, ISBN 0-575-04586-8. (auch: The New Springtime, 1990) Der neue Frühling. Heyne Science-Fiction & Fantasy #4894, 1992, Übersetzer Roland Fleissner, ISBN 3-453-05820-8.
Die Majipoor-Chroniken / Majipoor Übersetzt von Joachim Körber. Lord Valentine’s Castle. Harper & Row, 1980. Krieg der Träume, Moewig, 1980, Übersetzer Thomas Schlück, ISBN 3-8118-0090-6. (auch: Lord Valentine. 1980, ISBN 3-8118-3646-3. auch: Valentines Fluch. 2015, ISBN 978-3-945493-48-9.) Majipoor Chronicles. Arbor House, 1982, ISBN 0-87795-358-9. Die Majipoor-Chroniken Band 1., Moewig Science-Fiction #3667, 1985, ISBN 3-8118-3667-6. Die Majipoor-Chroniken Band 2., Moewig Science-Fiction #3680, 1985, ISBN 3-8118-3680-3. (auch: Das Seelenregister. ISBN 3-404-24199-1. auch: Buch der Seelen. 2015, ISBN 978-3-945493-49-6.) Valentine Pontifex. Arbor House, 1983, ISBN 0-87795-544-1. Die Wasserkönige von Majipoor., Moewig Science-Fiction #3675, 1985, ISBN 3-8118-3675-7. Valentine Pontifex., Moewig Science-Fiction #3682, 1985, ISBN 3-8118-3682-X. The Mountains of Majipoor. Macmillan UK, 1995, ISBN 0-333-63319-9. Die Berge von Majipoor. Bastei Lübbe Science-Fiction #24209, 1996, ISBN 3-404-24209-2. Tales of Majipoor. Gollancz, 2013, ISBN 978-0-575-13006-7. (Sammlung)
Die Legenden von Majipoor / Prestimion Sorcerers of Majipoor. Macmillan UK, 1997, ISBN 0-333-64486-7. Die Zauberer von Majipoor., Bastei Lübbe Science-Fiction #24237, 1998, Übersetzer Uwe Anton, ISBN 3-404-24237-8. (auch: König der Erinnerungen.) Lord Prestimion. Voyager / HarperCollins, 1999, ISBN 0-00-224678-3. Lord Prestimion. Heyne Science-Fiction & Fantasy #9231, 2003, Übersetzer Jürgen Langowski, ISBN 3-453-86171-X. The King of Dreams. Voyager / HarperCollins, 2000, ISBN 0-00-224745-3. König der Träume. Heyne Science-Fiction & Fantasy #9232, 2004, Übersetzer Jürgen Langowski, ISBN 3-453-86172-8.
Regan Regan's Planet. Pyramid Books, 1964, . Regans Satellit. Moewig Terra Taschenbuch #272, 1976, Übersetzer Horst Pukallus, . World's Fair, 1992. Follett Publishing Company, 1970, ISBN 0-695-80089-2.
Einzelromane Revolt on Alpha C., Thomas Y. Crowell, 1955, . The 13th Immortal. Ace Books, 1956, . Der 13. Unsterbliche. Moewig Terra #245, 1962, . Master of Life and Death. Ace Books, 1957, . Macht über Leben und Tod. Heyne Science-Fiction & Fantasy #3282, 1972, Übersetzer Werner Gronwald, . Aliens from Space. Avalon Books, 1958, . (als David Osborne) Invaders from Earth. Ace Books, 1958, . Griff nach dem Ganymed. Pabel Utopia Großband #105, 1959, Übersetzer M.F. Arnemann, Invisible Barriers. Avalon Books, 1958, . (als David Osborne) Starhaven. Avalon Books, 1958, . (als Ivar Jorgensen) Raumstation Omega. Semrau o. J. Abenteuer im Weltenraum #16, 1959, Übersetzer B. W. Jülkenbeck, Starman’s Quest. Gnome Press, 1958, . Sternenfahrer unerwünscht. Pabel Utopia Großband #118, 1960, Übersetzer M. F. Arnemann, . (auch: Die Sterne rücken näher. 1971, Heyne) Lest We Forget Thee, Earth. Ace Books, 1958, . (als Calvin M. Knox) Die Geschichte der Zukunft : Die Erde lebt. Pabel Utopia Großband #89, 1958, Übersetzer M. F. Arnemann, . Stepsons of Terra. Ace Books, 1958, (auch: Shadow on the Stars. 2002.) Schatten über den Sternen. Moewig Terra #81, 1959, Übersetzerin Leni Sobez, . The Planet Killers. Ace Books, 1959, . Muß Lurion sterben? Moewig Terra #160, 1960, The Plot Against Earth., Ace Books, 1959, . (als Calvin M. Knox) Verschwörung gegen die Erde. Widukind / Gebrüder Zimmermann, 1960, Übersetzer Heinz Zwack, . (auch: Verräter, Gangster und Raketen auch: Mission auf Morilar) Lost Race of Mars. John C. Winston Co., 1960, . Collision Course. Avalon Books, 1961, . Schiedsgericht der Sterne. Moewig Terra #232, 1962, . Recalled To Life. Lancer Books, 1962, . Die Wiedererwecker, Pabel-Moewig Terra Astra #179, 1975, . The Seed of Earth. Ace Books, 1962, . Die Kolonisten Terras. Knaur Science-Fiction & Fantasy #5740, 1981, Übersetzer Thomas Ziegler, ISBN 3-426-05740-9 The Silent Invaders. Ace Books, 1963, . One of Our Asteroids Is Missing. Ace Books, 1964, . (als Calvin M. Knox) Sie stahlen seine Welt. Pabel Utopia Zukunftsroman #428, 1965, . Time of the Great Freeze. Holt, Rinehart and Winston, 1964, . Die Stadt unter dem Eis. Tosa, 1968, Übersetzerin Klotilde Gassner, . Conquerors from the Darkness. Holt, Rinehart and Winston, 1965, . The Mask of Akhnaten. Macmillan, 1965, . Those Who Watch. Signet / New American Library, 1967, .