mini|Lage der Catlins auf der Südinsel

The Catlins (manchmal auch The Catlins Coast) ist ein Gebiet im Südosten der Südinsel Neuseelands zwischen Balclutha und Invercargill. Es streift die Grenze zwischen den Regionen und und umfasst auch den südlichsten Punkt der Südinsel, Slope Point.

The Catlins sind ein zerklüftetes, sehr dünn besiedeltes Gebiet, das eine malerische Küstenlandschaft und dichten gemäßigten Regenwald besitzt. In beiden leben zahlreiche bedrohte Vogelarten. Die exponierte Lage der Catlins führt zu oft rauem Wetter und starker Brandung, die Surfer anzieht.

Ökotourismus wird für die Wirtschaft der Catlins zunehmend wichtig. Die wichtigsten anderen Wirtschaftszweige sind Milchviehhaltung und Fischerei. Die früher in der Region angesiedelte Walfang- und Holzindustrie und die Küstenschifffahrt sind nicht mehr von Bedeutung. Die gesamte Region wird nur von etwa 1200 Menschen bewohnt, viele von ihnen leben in der Siedlung Owaka. In der Mehrzahl sind kleinere Ansiedelungen wie beispielsweise Lochindorb.

Geographie Das Gebiet der Catlins umfasst etwas über 1900 km² und dehnt sich entlang eines etwa 90 km langen Küstenstreifens etwa 50 km ins Landesinnere aus. Die Mündung zweier größerer Flüsse, des / im Nordosten und des Mataura River im Westen markieren die Grenzen der Catlins an der Küste. Im Norden und Nordwesten weichen die rauen, mit Buschwerk bedeckten Hügel einem durch die Zuflüsse dieser beiden Flüsse, wie dem Pomahaka River, geformten hügeligen Weideland.

mini|Karte der Catlins

Die Küste der Catlins ist zerklüftet, sie weist aber auch Sandstrände, Blowholes wie beispielsweise Jack’s Blowhole, einen Versteinerten Wald in der Curio Bay und Küstenhöhlen wie die Cathedral Caves auf. Ein großer Teil der Küstenlinie besteht jedoch aus hohen Klippen, die an mehreren Stellen mehr als 150 m aufragen. An den meisten Stellen steigt das Land steil aus dem Meer empor. Daher münden viele der Flüsse als Wasserfall ins Meer. Bekannt sind besonders die Purakaunui Falls des Purakaunui River.

Der südlichste Punkt der Südinsel, Slope Point, befindet sich nahe der Südwestecke der Catlins. Westlich davon liegt Waipapa Point, der oft als Grenze der Catlins angesehen wird. An ihn schließt sich das sumpfige Land um die Mündung des Mataura River am Ostende der Toetoes Bay an. Andere Quellen ziehen die Grenze der Catlins an anderen Orten, einige restriktive Definitionen schließen sogar Slope Point aus.Peat (1998), S. 7.

Mehrere parallele Hügelketten dominieren das Landesinnere. Sie werden durch die Täler des , und getrennt, die alle südostwärts in den Pazifik münden. Die bedeutendste dieser Ketten ist die Maclennan Range. Die dazwischen liegenden Hügel werden oft einfach als Catlins Ranges bezeichnet. Ihre Nordwesthänge entwässern in mehrere Zuflüsse des Clutha und Mataura River, von denen der bedeutendste der Mokoreta River ist. Diese Flüsse verlaufen größtenteils in westliche Richtung und erreichen den Mataura nahe dem Ort Wyndham.

mini|Die Purakaunui Falls

Der höchstgelegene Punkt der Catlins, der nur 720 m hohe Mount Pye, befindet sich 25 km nordnordöstlich von Waikawa nahe der Quelle des Mokoreta River. Er ist ein Punkt der Grenze zwischen den Regionen und . Andere Erhebungen über 600 m sind Mount Rosebery, Catlins Cone, Mount Tautuku und Ajax Hill.

Die Catlins besitzen mehrere kleinere Seen, der bekannteste ist Lake Wilkie nahe der Tautuku Peninsula. Catlins Lake nahe Owaka ist eigentlich der Mündungsbereich des Catlins River.

Die Schifffahrt vor den Catlins war für ihre Gefahren berüchtigt, viele Schiffbrüche fanden an den hier ins Meer hervorstehenden Kaps statt. Zwei Leuchttürme an den gegengesetzten Enden der Catlins wurden deshalb gebaut. Der Leuchtturm von Nugget Point befindet sich 76 m über dem Meeresspiegel am Ende von Nugget Point, er wirft sein Licht über eine Reihe erodierter Felsnadeln, die „nuggets“, denen das Kap seinen Namen verdankt. Er wurde 1869/70 erbaut. Der Leuchtturm von Waipapa Point befindet sich in nur 21 m Höhe über dem Meer und war 1884 der letzte in Holzbauweise errichtete Leuchtturm Neuseelands. Er entstand als Reaktion auf den Schiffbruch der Tararua im Jahre 1881. Beide Leuchttürme sind heute automatisiert.Peat (1998), S. 24, 57.

Wegen ihrer Lage an der Südspitze Neuseelands ist die Küste der Catlins besonders der Dünung ausgesetzt, die hier oft über 45 m beträgt.Kirkpatrick (1999). Die Karte auf Tafel 23 zeigt, dass die Catlins doppelt so oft 6 m hohe Dünung hat wie der größte Teil des restlichen Neuseeland, darunter bekannter Surflokalitäten wie Raglan und Piha. Big wave surfing beginnt sich zu einer Touristenattraktion zu entwickeln. Es finden regelmäßig Wettbewerbe statt, die von dem aus Dunedin stammenden Surfer Doug Young im Jahre 2003 bewältigte elf Meter hohe Welle machte den Ort bekannt.Kiwi surfer makes it big, ONE News, 18. März 2003. Abgerufen am 4. April 2006.

Klima Die Catlins haben ein kühles, gemäßigtes maritimes Klima, die Temperaturen sind etwas geringer als in anderen Teilen der Südinsel. Das Klima wird stark vom Einfluss des Pazifik bestimmt. Die Winde können besonders an der exponierten Küste beträchtliche Stärke erreichen. Die meisten Stürme auf der Südinsel entwickeln sich im Süden oder Südwesten der Insel, und so werden die Catlins von diesen Wetterlagen am stärksten betroffen.

Die Niederschläge in den Catlins – besonders den zentralen und südlichen Teilen – sind bedeutend höher als am größten Teil der Ostküste der Südinsel. Es kommt zwar nur selten zu heftigen Regenfällen, Nieselregen ist aber häufig und 200 Regentage im Jahr nicht ungewöhnlich. Regentage sind ziemlich gleichmäßig über das Jahr verteilt. In den nördlichen Catlins gibt es keine besonders niederschlagsreiche Zeit, im Südwesten gibt es im Herbst eine Tendenz zu etwas mehr Niederschlag.Kirkpatrick (1999). Die Karte auf Tafel 8 zeigt, dass 27,5 % bis 30 % der Regentage westlich der Gegend von Tautuku in den Herbst fallen, während es nördlich davon keine ausgeprägte Regensaison gibt. Die Karte der Variabilität der Regenfälle auf der gleichen Seite zeigt, dass die Variation des jährlichen Regenfalls für die Catlins zwischen zehn und 15 Prozent beträgt, die größten Abweichungen gibt es dabei an der Küste. Die mittleren Jahresniederschläge an der Messstelle am Tautuku Outdoor Education Centre beträgt etwa 1300 mm mit geringer jährlicher Schwankungsbreite.Peat (1998), S. 13.

In den Hochsommermonaten Januar und Februar kann das Tagesmaximum der Temperatur 30 °C überschreiten. Gewöhnlich liegen die Sommertemperaturen aber zwischen 18 und 20 °C. Schnee ist bis auf die Gipfelregionen selbst in der kältesten Zeit des Winters selten, obwohl es im Juni bis September regelmäßig Frost gibt. Im Winter betragen die Tageshöchsttemperaturen üblicherweise zehn bis 13 °C.

Geschichte Die ersten bekannten Bewohner der Catlins waren Māori von den Iwi Kāti Māmoe, Waitaha und Kāi Tahu, die sich durch Heirat und Eroberung zu dem heutigen Iwi Kāi Tahu vereinigten. Archäologen datieren erste Anzeichen auf die Anwesenheit des Menschen um das Jahr 1000. Die Einwohner waren Halbnomaden und reisten von Stewart Island im Süden ins Landesinnere bis Central Otago. Sie lebten meist nahe der Flussmündungen, um leichten Zugang zu Nahrungsquellen zu haben. Nach einer Legende waren die Wälder des Landesinneren der Catlins von Maeroero (Wilden Riesen) bewohnt.

Die Catlins waren einer der letzten Orte für die Jagd auf den Moa und die Bäume des Waldes erwiesen sich als gut geeignet für den Bau von Kanus. Der Name der Siedlung Owaka bedeutet „Ort des Kanus“. Es wurden in den Catlins keine Pā (befestigte Dörfer) der Māori gefunden, es gab jedoch viele Jagdlager, besonders bei Papatowai nahe der Mündung des Tahakopa River.Buckingham and Hall-Jones (1985), S. 7.

mini|Die Tautuku Peninsula beherbergt eine frühe Walfangstation

Die Europäer entdeckten das Gebiet 1770, als James Cook mit der Endeavour an der Küste entlangfuhr. Cook taufte eine Bucht in den Catlins nach dem Sailing Master seines Schiffes, Robert Molineux, Molineux's Harbour. Obwohl diese Bucht nahezu sicher die Mündung des Waikawa River war, übertrugen spätere Besucher den Namen auf eine Bucht weiter östlich, nahe der Mündung des /, der für viele Jahre als Molyneux River bekannt war.Buckingham and Hall-Jones (1985), S. 9.

Seeleute und Walfänger gründeten die ersten europäischen Siedlungen Anfang des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit bestimmte die Jagd auf Meeressäuger die wirtschaftlichen Aktivitäten in Neuseeland. Eine Walfangstation wurde 1839 auf der Tautuku Peninsula, kleinere Stationen in Waikawa und nahe der Mündung des / errichtet.Dann and Peat (1989), S. 135.

Die Catlins erhielten ihren Namen vom Catlins River, der wiederum nach Kapitän Edward Cattlin (manchmal auch Catlin), einem Walfänger, der am 15. Februar 1840 vom Häuptling der Kāi Tahu Hone Tuhawaiki für Musketen und £30 (dies entsprach 2005 etwa NZ$ 3000) ein großes Stück Land entlang des Flusses kaufte. Neuseelands Landkommissare verweigerten diesen Kauf zu genehmigen,Reed (1975), S. 71. und die Māori erhielten nach langen Verhandlungen, die erst über ein Jahrzehnt nach Cattlins Tod endeten, einen großen Teil des Landes zurück.Buckingham and Hall-Jones (1985), S. 10.

Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich in der Gegend zahlreiche Sägemühlen, ein großer Teil des Holzes wurde über die Häfen von Waikawa und Fortrose nach Norden in die sich entwickelnde Stadt Dunedin verschifft. Ein 60 m langer Pier wurde 1875 in Fortrose gebaut, er ist jedoch nicht erhalten.

mini|Der 1870 erbaute Leuchtturm Nugget Point

An der Küstenlinie kam es in dieser Zeit zu mehreren Schiffbrüchen. Der bedeutendste war der des Passagierdampfers Tararua, der von Bluff nach Port Chalmers unterwegs war und am 29. April 1881 vor Waipapa Point auflief. Von den 151 Menschen an Bord kamen 131 ums Leben.Fraser (1986), S. 94.

Ein anderer bekannter Schiffbruch, der der Surat, geschah am 1. Januar 1874. Dieses Schiff schlug an den Felsen nahe Chasland's Mistake, acht Kilometer südöstlich der Tautuku Peninsula leck, schleppte sich noch bis zur Mündung des Catlins River, bevor die 271 Einwanderer an Bord gezwungen waren, das Schiff aufzugeben. Ein Strand an der Mündung des Flusses heißt zum Gedenken an dieses Ereignis Surat Bay.Reed (1975), S. 392. Der Schoner Wallace und das Dampfschiff Otago sanken 1866 und 1876 ebenfalls in der Nähe von Chasland's Mistake, der 4600-Tonnen-Dampfer Manuka lief 1929 bei Long Point nördlich von Tautuku auf Grund.

In der Zeit zwischen der Great Depression bis zur Gründung des New Zealand Rabbit Board 1954 wurden eingeschleppte Kaninchen eine Plage in der Gegend. Kaninchenfänger wurden angestellt, um die Tiere zu dezimieren. Die Fallenstellerei und der Verkauf der Felle in Dunedin wurde in dieser Zeit ein kleinerer, aber nicht unwichtiger Teil der Wirtschaft der Catlins.Tyrrell (1989), S. 139–140.

Nach einem Rückgang in den 1890er Jahren breitete der Einschlag heimischer Baumarten in neue Gebiete aus, die nun durch eine Erweiterung des Bahnnetzes zugänglich wurden, bis er in der Mitte des 20. Jahrhunderts langsam auslief. Ein Faktor für den Rückgang war eine Reihe von Waldbränden, die 1935 mehrere Sägewerke in der Region zerstörten.Tyrrell (1989), S. 137. Ein großer Teil des verbleibenden Waldes steht nun als Catlins Forest Park unter dem Schutz des Department of Conservation.

Natur Fauna mini|Neuseeländische Seelöwen an der Küste der Catlins