Jack Mylong-Münz, gebürtig Adolf Heinrich MünzIm Antrag auf Einbürgerung, Petition for Naturalization Nr. 136772, ausgestellt in Los Angeles am 9. August 1948, gibt er als seinen Geburtsnamen Adolf Henry Muenz an. Alle US-Dokumente wurden von ihm mit der Namensschreibweise Muenz unterschrieben. Quelle: ancestry.com, in den USA John Mylong (* in Mosty Konbystrchef, Ukraine, Russisches KaiserreichDeclaration of Intention, Nr. 432513, ausgestellt in New York am 5. Mai 1939. Quelle: ancestry.com; † 8. September 1975 in Beverly Hills) war ein russischstämmiger, bis 1933 überwiegend in Deutschland arbeitender und 1948 naturalisierter US-amerikanischer Schauspieler und Drehbuchautor.

Leben Adolf Heinrich Münz begann seine Bühnenlaufbahn 1912 und war von 1915 bis 1918 Kriegsteilnehmer im Ersten Weltkrieg. Mit Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit nannte er sich Jack Mylong-Münz. Zunächst schrieb er mehrere Kurzgeschichten, bis er ab 1921 ein vielbeschäftigter Schauspieler beim deutschen Film wurde.

Anfangs übernahm Mylong-Münz auch tragende Rollen, später musste er sich mit kleineren Aufgaben begnügen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 kehrte er nach Österreich zurück, nach dem Anschluss Österreichs emigrierte er im September 1938 nach Prag und im November desselben Jahres via England in die USA.

Seit Juni 1941 in Hollywood ansässig, wirkte er während des Zweiten Weltkrieges als John Mylong in zahlreichen Anti-Nazi-Filmen mit. Mylong-Münz, der im November 1948 amerikanischer Staatsbürger geworden war, kehrte 1951 für die Dreharbeiten zu dem Film Das Haus in Montevideo, wo er einen Anwalt spielte, noch einmal nach Deutschland zurück. Als die Filmangebote seltener wurden, verlagerte der Schauspieler seine Tätigkeit aufs US-Fernsehen. 1966 beendete er seine Karriere in Hollywood.

Filmografie (Auswahl) 1921: Die Schlucht des Grauens 1921: Der heilige Haß (2 Teile) 1922: Die große Lüge 1923: Das Wirtshaus im Spessart 1923: Der Kaufmann von Venedig 1924: Die Tragödie einer Liebesnacht (auch Drehbuch) 1924: Der Schrecken des Meeres (auch Drehbuch) 1924: Die Perlen des Dr. Talmadge 1924: Die malayische Dschonke 1925: Der Frauenmarder 1925: Venezianische Liebesabenteuer 1925: Das Parfüm der Mrs. Worrington 1925: Das Abenteuer einer Brautnacht 1926: Marccos tollste Wette 1926: Unsere Emden 1926: Wien, wie es weint und lacht 1926: Die elf Schill’schen Offiziere 1926: Die Villa im Tiergarten (auch Drehbuch) 1927: Der falsche Prinz 1927: Die elf Teufel 1927: Artisten 1927: Grand Hotel …! 1927: Die Waise vom Wedding 1928: Der alte Fritz, 1. Teil: Friede 1928: Heut’ spielt der Strauss 1928: Die Dame in Schwarz 1928: Adam und Eva 1928: Moderne Piraten 1929: Kinder der Straße 1929: Napoleon auf St. Helena 1929: Drei Tage auf Leben und Tod 1929: Das verschwundene Testament 1929: Jennys Bummel durch die Männer 1929: Der lustige Witwer 1929: Zwei Brüder (Rivalen der Liebe) 1929: Der Günstling von Schönbrunn 1930: Zweierlei Moral 1930: Der Greifer 1931: Mary 1931: Der Zinker 1931: Reserve hat Ruh 1931: Die andere Seite 1931: Die Pranke 1931: Luise, Königin von Preußen 1931: Kadetten 1932: Holzapfel weiß alles 1932: Kreuzer Emden 1932: Die unsichtbare Front 1933: Salon Dora Green 1933: Abenteuer am Lido 1933: Wenn du jung bist, gehört dir die Welt 1933: Der Choral von Leuthen 1933: Unsichtbare Gegner 1933: Mein Liebster ist ein Jägersmann (Unser Kaiser) 1934: Bretter, die die Welt bedeuten 1935: Tagebuch der Geliebten 1943: The Strange Death of Adolf Hitler 1943: Wem die Stunde schlägt (For Whom the Bell Tolls) 1944: The Hitler Gang 1944: Hotel Berlin (Hotel Berlin) 1944: Dr. Wassells Flucht aus Java (The Story of Dr. Wassell) 1945: Urlaub für die Liebe (The Clock) 1946: Im Geheimdienst (Cloak and Dagger) 1946: Mit Pinsel und Degen (Monsieur Beaucaire) 1946: Ich hab dich immer geliebt (I’ve Always Loved You) 1947: Die Unbesiegten (Unconquered) 1949: Venus am Strand (The Girl from Jones Beach) 1949: Der Schlagerkönig (Oh, You Beautiful Doll) 1951: Ein Satansweib (His Kind of Woman) 1951: Das Haus in Montevideo 1953: Robot Monster (Robot Monster) 1954: Die wunderbare Macht (Magnificent Obsession) 1955: The Crooked Web 1956: Nur Du allein (Never Say Goodbye) 1956: Geliebt in alle Ewigkeit (The Eddy Duchin Story) 1958: Gangster Nr. 1 (I, Mobster) 1962: The Mermaids of Tiburon

Literatur Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 354. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 5: L – N. Rudolf Lettinger – Lloyd Nolan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 605. Mylong-Münz, Jack, in: Frithjof Trapp, Bärbel Schrader, Dieter Wenk, Ingrid Maaß: Handbuch des deutschsprachigen Exiltheaters 1933 - 1945. Band 2. Biographisches Lexikon der Theaterkünstler. München : Saur, 1999, ISBN 3-598-11375-7, S. 690

Anmerkungen

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Einzelnachweise

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