Der lateinische Spruch Credo quia absurdum (deutsch: „Ich glaube, weil es absurd ist“) ist ein geflügeltes Wort in der christlichen Theologie zum Verhältnis von Glaube und Vernunft.
Wortlaut Der lateinische Spruch wird meist in der Form Credo quia absurdum zitiert, gelegentlich aber in der Form Credo quia absurdum estHolm Tetens: Irrationalität in Glaubensfragen kath-akademie-bayern.de, 2018. Hier werden die Formulierungen mit und ohne est zusammenfassend angegeben: „Credo quia absurdum (est).“ (mit lateinisch est, entsprechend dem ist im Deutschen).
Manchmal wird auch, wie im Deutschen, ein Komma vor dem Nebensatz gesetzt: Credo, quia absurdum bzw. Credo, quia absurdum est.
Übersetzung Einige gebräuchliche Übersetzungen: „Ich glaube, weil es unvernünftig ist“ „Ich glaube, weil es widersinnig ist (d. h. weil es das Fassungsvermögen der Vernunft übersteigt)“absurd (Philosophie) bei brockhaus.de. „Ich glaube, weil es absurd ist“Holm Tetens: Irrationalität in Glaubensfragen kath-akademie-bayern.de, 2018.Tertullian: Der lateinische Kirchenlehrer katholisch.de, 26. April 2021.
Der lateinische Satz kann auch mit einem „es“ im Hauptsatz übersetzt werden: „Ich glaube es, weil es widersinnig ist“credo, quia absurdum bei brockhaus.de.Credo quia absurdum in: Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon, 5. Auflage, Band 1, Leipzig 1911, zitiert bei zeno.org. „Ich glaube es, weil es unsinnig ist“Zurück zu Lenin, in: Der Spiegel, Heft 8/1956, 21. Februar 1956. „Ich glaube es, weil es absurd ist“„Glaube und Weltverantwortung: Brücken bauen zwischen Gott und Welt“ Vortrag von Nikolaus Schneider auf ekd.de, 25. August 2011.
Das Adjektiv absurdum bedeutet unter anderem „unpassend, ungereimt, sinnlos, unvernünftig“.
Herkunft Die Formulierung wurde Tertullian und Augustinus zugeschrieben, findet sich bei diesen aber ebenso wenigA. Regenbogen, U. Meyer (Hrsg.): Wörterbuch der philosophischen Begriffe. Meiner, Hamburg 2005: credo quia absurdum. wie in den sonstigen klassischen Texten der kirchlichen Lehrbildung.
Am nächsten kommt ihr folgender Satz Tertullians:
Schon Paulus formuliert ähnlich, wenn er schreibt:
Geprägt wurde die Formel credo quia absurdum sehr wahrscheinlich erst durch Voltaire. Er gebrauchte sie unter anderem 1771 in einem Brief an d’Alembert, der 1784 erstmals veröffentlicht wurde: Oeuvres complètes de Voltaire, Band 69, 1784, Lettre LXIX (1771).
Siehe auch Credo ut intelligam
Einzelnachweise
Kategorie:Christliche Theologie Kategorie:Lateinische Phrase