Günther Hafemann (* 13. April 1902 in Berlin; † 27. Januar 1960 in Bremen) war ein deutscher Architekt.
Biografie miniatur|Die Getreideanlage in Bremen Hafemann war der Sohn eines Werkzeugfabrikanten. Er studierte Architektur an der Technischen Hochschule Berlin bei Hans Poelzig. Er war dort Mitglied der von seinem Kommilitonen Hermann Zweigenthal initiierten Gruppe Junger Architekten (G.J.A.).Rudolf Stegers: Hermann Herrey – Werk und Leben 1904–1968. Birkhäuser, Basel 2018, ISBN 978-3-0356-1323-0, S. 28–29. 1932 gründete er in Berlin mit seinem Studienfreund Max Säume ein eigenes Büro. Nach dem Zweiten Weltkrieg begründeten beide 1948 eine Architektengemeinschaft in Bremen. Nach einigen Industriebauten, den Speicher I (1948/50) und der Wiederherstellung der kriegsbeschädigten Getreideanlage im Hafen von Bremen, konnte das Büro durch Wettbewerbserfolge ein breiteres Aufgabenfeld erreichen. Bei einem städtebaulichen Wettbewerb zur Neugestaltung der westlichen Vorstadt erhielten sie den 1. Preis und konnten bei der Realisierung mitwirken. Sie planten und realisierten Wohnanlagen im Neuenland (Neustadt) (1955–56) und in der Neuen Vahr (1957–61) und die denkmalgeschützten Appartementhäuser als Wohnanlage Kohlmannstraße (1954/56) in Bremen-Horn.
Werk Zusammen mit Max Säume 1926–1931: Mitarbeit im Büro von Hermann Jansen 1926: Bebauungsplan der Stadterweiterung für Wittlich, Rheinland-Pfalz (Säume) 1926: Teilbebauungsplan der Stadterweiterung Goslar, Am Köppelsbleek (Hafemann) 1927: Bebauungsplan der Stadterweiterung Brotterode, Thüringen (Säume) 1928: Flächennutzungs- und Verkehrsplan für Ankara (Säume) 1929: Teilbebauungsplan Buckow, Brandenburg (Säume) 1930: Bebauungsplan für den Schlossplatz/Hindenburgplatz, Münster (Säume) ab 1932: Bürogemeinschaft von Säume & Hafemann in Berlin a) Bebauungsplan für Neuruppin (1934/35) b) 200 Einzelplanungen für kleine Städte und Gemeinden in der Mark Brandenburg c) Beteiligung an Wettbewerben u. a. in Stockholm und Zagreb 1939: Rathaus Trebbin 1947–1950: Wiederaufbau der Getreideverkehrsanlage, Holz- und Fabrikenhafen, Bremen 1948: Wettbewerbserfolg in Wilhelmshaven 1948–1949: Einfamilienhaus (Finanzsenator Nolting-Hauff), Marcusallee 26, Bremen 1949: Wettbewerbserfolg in Bremerhaven 1948–1950: Speicher I im Europahafen, der heutigen Bremer Überseestadt 1950: 1. Preis Wettbewerb um die Neugestaltung der westlichen Vorstadt 1951–1954: Wiederaufbau des Paula-Becker-Modersohn-Hauses und des Hauses Atlantis in der Böttcherstraße 1951–1954: Wiederaufbau des ehem. Rathscafés, Am Markt 1 (Umbau des Inneren als „Deutsches Haus“) 1953–1955: Wiederaufbau der Westlichen Vorstadt, in Walle 1954–1956: Wohnanlage Kohlmannstraße und Wohnhaus der beiden Architekten mit Atelier in Bremen-Horn 1954–1957: Gartenstadt-Süd (Gartenstadt Neuenlande) in der Bremer Neustadt 1954–1957: Siedlung Up Willmannsland in Bremen-Lesum 1955–1956: Gartenstadt Vahr (nördlicher Teil) in der Gartenstadt Vahr; Bebauungsplan gemeinsam mit Ernst May a) Wohnhochhaus Heideplatz b) Einkaufszentrum und Kino c) Jugendheim, Kindertagesstätte und Mütterberatung d) Grund-u. Hauptschule, In der Vahr 75 (II. Bauabschnitt 1958; III. Bauabschnitt 1962) e) viergeschossige Wohnhäuser mit Mietwohnungen 1956–1962: Neue Vahr; Bebauungsplan gemeinsam mit Ernst May und Hans Bernhard Reichow a) „Schlangenbau“, Kurt-Schumacher-Allee (Bremen) 73/97 b) zwei vierzehngeschossige Häuser am Ostrand der Vahr (Dietrich-Bonhoeffer-Straße 37; Geschwister-Scholl-Straße 8 c) 1959–1960: Grund- u. Hauptschule in der Neuen Vahr, Carl-Goerdeler-Str. 27 (Max Säume) (II. Bauabschnitt 1961; III. Bauabschnitt 1962) d) vierzehngeschossiges Wohnhochhaus (9/11) mit Ladenzeile (13/21), Kurt-Schumacher-Allee e) Zentrum der Neuen Vahr, Restaurant (Max Säume) (Abbruch) 1957: Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle (Straßenverkehrsdirektion) Georg-Bitter-Straße 7 (Abbruch) 1957: 1. Preis Wettbewerb Stadthalle Bremen, Roland Rainer, Wien mit Max Säume und Günther Hafemann 1958: Wettbewerb Haus der Bürgerschaft, Max Säume ist einer von sieben Preisrichtern 1959–1960: Hafenhochhaus am Überseehafen
Ehrungen Die Günther-Hafemann-Straße in Bremen-Blockdiek wurde nach ihm benannt.
Siehe auch Liste bedeutender Bremer Bauwerke Liste Bremer Architekten
Literatur Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon. 2., aktualisierte, überarbeitete und erweiterte Auflage. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X.
Weblinks
Einträge zu Günther Hafemann bei der Online-Datenbank architekturführer bremen des Bremer Zentrums für Baukultur (b.zb)
Einzelnachweise
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