Das Dorf Blumenau ist eine nördlich liegende Ortschaft der Mittelstadt Wunstorf in der niedersächsischen Region Hannover.

Geografie Lage Zwischen den beiden Ortsteilen Blumenau und Liethe fließt die Westaue. Nachbarn sind im Westen Klein Heidorn, im Norden Bordenau und im Südosten Luthe. Von Luthe aus führt die Kreisstraße 333 durch Blumenau nach Liethe.

Ortsgliederung Die Ortschaft gliedert sich in folgende Ortsteile: Blumenau (Hauptort) Liethe

Geschichte Erstmals urkundlich erwähnt wurde Blumenau 1317 in einem Vergleichsdokument als „Borstelde“. Schon in Urkunden der Jahre 1320 und 1321 fand sich der neue Name in der Schreibform „Blomenow“ oder „Blomenowe“ für die Lage im blumenreichen Flusstal. Liethe wurde bereits 1297 als „Grevincborstelde“ genannt und fand erst 1547 seine heutige Bezeichnung. Nachdem Blumenau in Besitz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg gekommen war, entstand das Amt Blumenau. Im Jahr 1790 bekam das Amt die Vogtei über die Stadt Wunstorf übertragen, 1819 übernahm es zusätzlich die Aufgaben des Amtes Bokeloh. Es behielt seine Funktion über 400 Jahre bis zur Auflösung 1859. Anschließend erfolgte die Eingliederung in das Amt Neustadt, dem späteren Kreis Neustadt.

Eine gravierende Veränderung im Ort ergab sich 1936, als das Reichskriegsministerium gegen den Blumenauer Protest Bauern aus der Lüneburger Heide umsiedelte, um den Truppenübungsplatz Munster auszubauen. Sie erhielten 22 Hofstellen in Blumenau.

Stützpunkt der Räuberbande des Nikol List Ein liiertes Wirtshaus in Blumenau diente der beinahe deutschlandweit berühmt-berüchtigten Räuberbande des Nikol List als Anlaufstelle für seine weitausgreifenden Unternehmungen. Hinzu kommt eine stattliche Anzahl ortsansässiger Mitglieder seines Gauner-Syndikats, welches neben zahlreichen Unternehmungen in der Nachbarschaft (etwa hinsichtlich der Heimsuchung der Wunstorfer Stiftskirche in der Nacht zum 27. März 1696) in kurzem zeitlichen Abstand großes Aufsehen mit gelungenen Beraubungen des Hamburger Doms, der Braunschweiger Katharinenkirche und der Lüneburger Goldenen Tafel hervorrief. Der Wirt des erwähnten Blumenauer Wirtshauses schaffte etwa mit seinem Vierspänner die Beute aus Braunschweig herbei, und in seinem Lokal wurde die Beute unter illustrer Gesellschaft aufgeteilt.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, wurde die zuvor selbständige Gemeinde Blumenau in die Stadt Wunstorf eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1910 1925 1933 1939 1950 1956 1973 2018 2020 Einwohner 163 163 253 305 594 494 445 1553 1523 Quelle

Politik Ortsrat Der Ortsrat von Blumenau setzt sich aus zwei Ratsfrauen und drei Ratsherren folgender Parteien zusammen: CDU: 2 Sitze SPD: 2 Sitze Grüne: 1 Sitz (Stand: Kommunalwahl 11. September 2021)

Ortsbürgermeister Der Ortsbürgermeister ist Frank Zülich (SPD). Sein Stellvertreter ist Jan-Frerk Mandel (SPD).Streit um den Posten: Ortsrat Blumenau wählt Frank Zülich statt Dagmar von Hörsten zum Bürgermeister, haz.de, 12. November 2021, abgerufen am 24. Januar 2023

Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Blumenau stammt von dem Heraldiker und Autor Werner Kaemling, der sämtliche Wappen in der Region Hannover entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Hannover am 29. Juni 1970 erteilt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke

Wassermühle Blumenau Schloss Blumenau Gut Liethe Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs mit 29 Gräbern (siehe Fotogalerie), gelegen zwischen Blumenau und Liethe in einem kleinen Wäldchen östlich der Leinechaussee

Naturdenkmale

Galgenberg (bronzezeitliches Hügelgrab) Mammutbaum

Fotogalerie

Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes

Rosemarie Sack-Dyckerhoff (1917–2015), Bildhauerin

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

Eduard von Kielmansegg (1804–1879), Ministerpräsident des Königreichs Hannover, starb in Blumenau

Literatur

Weblinks

Offizielle Webseite der Stadt Wunstorf mit Informationen zum Ortsteil Blumenau/Liethe

Einzelnachweise

Wappenentwürfe von Werner Kaemling. In: Wikimedia Commons. Abgerufen am 9. August 2017.

Kategorie:Ortsteil von Wunstorf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Region Hannover) Kategorie:Ersterwähnung 1317 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974