mini|480px|Die Pyramiden von Melnik mini|Melnik und die Sandsteinpyramiden mini|Melnik zwischen den verwitterten Sandsteinformationen Die Pyramiden von Melnik () sind ein Naturphänomen aus stark ausgewaschenen Erdpyramiden, hoch aufragende Sandsteinpfeiler, aus einem Sand-Lehm-Gemisch an den südwestlichen Ausläufern des Piringebirges, in der unmittelbaren Umgebung der sehr kleinen bulgarischen Stadt Melnik in der Oblast Blagoewgrad.
Lage Nach Kulata an der bulgarisch-griechischen Grenze sind es 17 km Luftlinie nach Süden. Bis zur Gemeindestadt Sandanski im Nordwesten sind es 20 km; die Bahnstrecke Sofia–Kulata mit ihrer nächstgelegenen Station Damjaniza und die Fernverkehrsstraße Sofia–Athen sind rund 12 km entfernt. Das Kloster Roschen liegt 6 km nordöstlich der Pyramiden von Melnik.
Die ganze weitere Umgebung von Melnik ist mit verstreuten Gruppen von erodierten Erdpyramiden übersät, die sich bis zum Kloster Roschen hin erstrecken. Der Wanderweg zum Kloster Roschen (1,5 Wegstunden) führt direkt durch die markanten Sandsteinpfeiler der Melniker Pyramiden.
Geologie Das Gebiet um Melnik besteht geologisch aus grau-weißem Pliozän-Sand mit Beimischungen von Tonmineralen. Darüber hat sich im Laufe der Zeit eine bis zu 150 Meter mächtige Schicht aus einem Fels-Sand-Gemisch aus verwitterten Gesteinen aus dem Piringebirge abgelagert. Dort haben sich die Pyramiden gebildet.
Die bizarren Formen der rötlichen Sand- und Kalksteinfelsen (oder Sandpyramiden) von Melnik sind durch Erosion im Karst entstanden. Die Melnischka reka (Мелнишка река), ein linker Zufluss der Struma, durchfließt die Formationen und entwässert das Gebiet. Die Pyramiden erreichen eine Höhe von bis zu 100 Meter über Grund. Typisch sind ihre sandigen, steil abfallenden Wände, die stellenweise senkrecht sind. Auf ihren Gipfeln wachsen Laubhölzer und Gräser. Der Boden besteht aus einem Sand-Lehm-Gemisch. Die Pyramiden von Melnik sind noch im Entstehen begriffen und ihr Erscheinungsbild und ihre Form ändert sich allmählich. 1960 wurden sie zu einem geschützten Naturobjekt Bulgariens erklärt. Das geschützte Gebiet umfasst heute eine Fläche von 13.579,14 Hektar und erstreckt sich in der Umgebung von Melnik nach Norden bis zu den Dörfern Gorna Suschiza () und Paskarewo () und nach Süden bis zu den Dörfern Katunzi () und Kalimanzi (). Das Gelände ist bergig und von stark verwaschenen Bergrücken durchzogen.
Außer den eigentlichen Pyramiden in Form „ägyptischer Pyramiden“ gibt es in der Umgebung von Melnik auch andere Felsformationen, wie pilzförmige Felsen, Felsnadeln und Konen.
Ähnliche Formen wie bei den Pyramiden von Melnik haben sich bei den Erdpyramiden unweit des Dorfes Karlanowo () herausgebildet. Diese ebenfalls sehr bekannte Formation zählen Einige noch zu den Pyramiden von Melnik, Andere grenzen sie als eigenständig ab. Die dortigen Sandsteinpyramiden sind besonders groß und in unmittelbarer Nähe gibt es ein Erholungsheim und weitere Touristenunterkünfte. Das Kloster Roschen liegt 3 km weiter südlich.
Eine weitere ähnliche Formation, die Pyramiden von Stob, befindet sich rund 67 Kilometer Luftlinie nordnordwestlich im Rilagebirge zwei Kilometer östlich des Dorfes Stob.
Pflanzen Der größte Teil des Gebietes ist von Gras und Gestrüpp bedeckt. Es sind aber auch Laubwälder mit Flaumeichen (Quercus pubescens), Ungarischen Eichen (Quercus frainetto), Zerreichen (Quercus cerris) und Orientalischen Hainbuchen (Carpinus orientalis) anzutreffen. Es überwiegen jedoch Hainbuchen, die oft eigene Wälder und Gesprüpp bilden, mit eingestreuten mediterranen Pflanzen, wie Wacholder. Eine typische Vegetation für die Pyramiden von Melnik ist der immergrüne Strauch der breitblättrigen Steinlinde (Phillyrea latifolia) gemeinsam mit xerothermen (trockenwarmes Klima, steppen- und wüstenartige Lebensräume) Gräsern. Es sind auch einige kompakte Wälder aus Kermes-Eichen (Quercus coccifera) anzutreffen.
Vögel In der Umgebung der Pyramiden von Melnik wurden 113 Vogelarten gezählt, von denen 12 Arten 1985 in das bulgarische Rotbuch für gefährdete Arten aufgenommen wurden. Laut BirdLife International (2004) sind von den angetroffenen Arten 49 Arten von Bedeutung für den europäischen Naturschutz. In die Kategorie SPEC2 (vom Aussterben in Europa betroffen) fallen 19 Arten. In die Kategorie SPEC3 fallen 30 Arten. Für die Kalanderlerche (Melanocorypha calandra) ist das Gebiet der Pyramiden von Melnik eines der wichtigsten Nistgebiete in Bulgarien. Weiterhin sind fünf Vogelarten anzutreffen, die auf ein Biom beschränkt sind: Kappenammer (Emberiza melanocephala), Olivenspötter (Hippolais olivetorum), Mittelmeer-Steinschmätzer (Oenanthe hispanica), Weißbartgrasmücke (Sylvia cantillans) und Samtkopf-Grasmücke (Sylvia melanocephala).
In der Region gibt es eine größere Nistpopulation von: Wespenbussard (Pernis apivorus), Adlerbussard (Buteo rufinus), Kurzzehenlerche (Calandrella brachydactyla), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria), Olivenspötter (Hippolais olivetorum), Neuntöter (Lanius collurio), Heidelerche (Lullula arborea), Steinrötel (Monticola saxatilis).
Außer den zwölf Arten Greifvögel, die in der Region nisten, nutzen auch Greifvögel, die im südlichen Piringebirge nisten, diese Region als Jagdgebiet.
Das Vogelschutzgebiet Pyramiden von Melnik ist Teil des Netzes aus Schutzgebietes Natura 2000 und wurde entsprechend den europäischen Vorgaben zum Schutz der Wildvögel eingerichtet. Das Gebiet mit einer Fläche von 13.580 ha umfasst neben Melnik und seiner Umgebung die Gebiete folgender Dörfer, die alle in der Gemeinde Sandanski der Oblast Blagoewgrad liegen: Beljowo () Charsowo () Chotowo () Chrastna () Dolen () Kalimanzi () Karlanowo () Kaschina () Katunzi () Kowatschewo () Ladarewo () Laskarewo () Ljubowischte () Loseniza () Petrowo () Roschen () Slatolist () Spantschewo () Spatowo () Sugarewo () Suschiza () Tschereschniza () Winogradi () Wranja ()
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Einzelnachweise
Kategorie:Felsen in Bulgarien Kategorie:Geographie (Oblast Blagoewgrad)