Robert Reinert (eigentlich Robert Halbgebauer; * 29. April 1872 in Wulzeshofen, Österreich-Ungarn; † 31. August 1928 in Berlin) war ein österreichischer Drehbuchautor, Filmregisseur und Filmproduzent.

Leben und Wirken Der Sohn des Kassiers Georg Halbgebauer und dessen späterer Frau Antonia KeltschaPfarre Wulzeshofen, Taufregister 1863–1880, Nr. 14/1872 (online auf Matricula). Seine Eltern heirateten am 17. Juni 1874. trat zuerst als Autor für Bühne und Kabarett in Erscheinung und schrieb zwei Romane: Der Weg zur Sonne (1906) und Krieg (1907). Ab 1915 begann er für den Film zu arbeiten. Sein Drehbuch zu Homunculus (1916/17) wurde ein großer Erfolg, weitere folgten. Im September 1918 gründete er in Berlin die Robert Reinert Monumental-Film-Werk GmbH, die ihren Firmensitz im Juni 1920 nach München verlegte.Handelsregister Berlin HRB Nr. 15735.

Der Film Nerven mit seiner Premiere in München im Jahr 1919 hatte eine enorme Wirkung auf das Publikum. Unter den noch frischen Eindrücken des vergangenen Ersten Weltkriegs und wegen der akuten sozialen und wirtschaftlichen Probleme der Bevölkerung brachen viele Zuschauer während der Filmvorführung zusammen und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Noch nach der Vorführung kam es unter den Zuschauern zu Szenen der Verzweiflung, in der Süddeutschen Zeitung vom 4. August 2008. so dass der Film schließlich verboten wurde.

Reinert, der ein wesentlicher Vertreter des deutschen Expressionismus war,Eintrag auf davidbordwell.net, der Internetseite von David Bordwell. kehrte 1926, als seine Firma abgewickelt wurde, nach Berlin zurück, wurde von der UFA engagiert und arbeitete bis zu seinem Tod als Drehbuchautor.

Robert Reinert war mit der Schauspielerin Thea Steinbrecher verheiratet,Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Wannsee, Nr. 44/1927 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). mit der er 1921/22 den Film Sterbende Völker gedreht hatte. Er starb an einem Herzschlag in seinem Haus in Berlin-WannseeLandesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Berlin-Wannsee, Nr. 37/1928 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). und wurde auf dem Münchner Waldfriedhof beigesetzt.Münchner Neueste Nachrichten. Nr. 240, 3. September 1928, S. 10 (online beim MDZ).

Filmografie (Auswahl) 1915: Der Geisterseher 1915: Der geheimnisvolle Wanderer 1916: Der Trödler von Prag 1916: Aphrodite 1916: Der Pfad der Sünde 1916: Für den Ruhm des Geliebten 1916: Das Haus der Leidenschaften 1916: Das Wunder der Madonna 1916: Der Fluch der Sonne 1916: Die Wunderlampe des Hradschin 1916: Der Weg des Todes 1916/17: Homunculus (6 Teile) 1917: Die Memoiren der Tragödin Thamar 1917: Ahasver (3 Teile) 1917: Das Spitzentuch der Fürstin Wolkowska 1917: Wenn Tote sprechen 1918: Der Herr der Welt (2 Teile) 1918: Der Taktstock Richard Wagners 1918: Das große Opfer 1919: Opium 1919: Nerven 1921: Mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt auf der Oktoberwiese 1922: Sterbende Völker, 1. Teil: Heimat in Not 1922: Sterbende Völker, 2. Teil: Brennendes Meer 1924: Die vier letzten Sekunden des Quidam Uhl 1926: Gräfin Plättmamsell 1927: Die Frauengasse von Algier 1927: Jugendrausch 1927: Die Apachen von Paris 1928: Looping the Loop

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Anmerkungen und Einzelnachweise

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