Das Dorf Kolenfeld ist eine Ortschaft der Mittelstadt Wunstorf in der niedersächsischen Region Hannover.
Geographie Der Ort liegt im Süden des Stadtkerns zwischen Südaue, Mittellandkanal und Bundesautobahn A 2. Nachbarorte sind im Westen Haste, Hohnhorst und Suthfeld, im Nordwesten zwischen Kolenfeld und Wunstorf liegt das Rittergut Düendorf, im Süden Groß Munzel und im Osten Holtensen.
Geschichte Seine erste urkundliche Erwähnung findet Kolenfeld 1128 in einem Güterverzeichnis der Abtei Marienmünster als „Callenfeldt“. Im Mittelalter besaß das Kloster Loccum einige Hufe in Kolenfeld, die es Mitte des 13. Jahrhunderts aus dem Besitz des Adolf II. von Dassel erhielt. Der Mönchehof war eine Grangie des Klosters, bis er ab 1391 verpachtet wurde. Nachdem die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg ihre Gebiete neu ordneten, entstand im Fürstentum Calenberg das Amt Blumenau, welches auch die Zuständigkeit für Kolenfeld über 400 Jahre bis zur Auflösung des Amtes 1859 behielt. Anschließend erfolgte die Eingliederung in das Amt Neustadt, aus dem der spätere Kreis Neustadt am Rübenberge hervorging. Auch wurde in dem Ort ein Schulgebäude gebaut.
Um 1900 entstand der Bohrturm der Kalibohrgesellschaft Neu-Wunstorf für den späteren Schacht Kolenfeld.Bericht der Aue-Post, abgerufen am 4. März 2021. mini|Schacht Kolenfeld Eingemeindungen Zur Gebietsreform in Niedersachsen wurde Kolenfeld am 1. März 1974 in die Stadt Wunstorf eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1910 1925 1933 1939 1950 1973 2018 Einwohner 1306 1238 1177 1213 2307 2120 2782 Quelle
Politik Ortsrat Der Ortsrat von Kolenfeld setzt sich aus einer Ratsfrau und fünf Ratsherren folgender Parteien zusammen: SPD: 5 Sitze CDU: 2 Sitze (Stand: Kommunalwahl 12. September 2021)
Ortsbürgermeister Der Ortsbürgermeister ist Karsten Grobe (SPD).
Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Kolenfeld stammt von dem Heraldiker und Autor Werner Kaemling, der sämtliche Wappen in der Region Hannover entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Hannover am 20. Dezember 1960 erteilt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Dionysius-Kirche Bauwerke Die Kirche wurde 1181 erstmals erwähnt. Bis auf den erhalten gebliebenen romanischen Turm wurde sie 1744 wegen Baufälligkeit abgerissen und bis 1747 neu gebaut. 2012 restaurierte Hillebrand Orgelbau die Orgel. Die kirchliche Gemeinde gehört zum Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf.
Baudenkmale → Siehe: Liste der Baudenkmale in Kolenfeld
Sport Der Schützenverein Kolenfeld wurde 1937 gegründet und betreibt einen eigenen Schießstand Der TSV Kolenfeld wurde 1911 als Männerturnverein gegründet und 1947 umbenannt Der Tischtennisverein TTV Kolenfeld wurde 1954 gegründet Die Landjugend Nord-Calenberg wurde 1961 gegründet. Sie gilt als Mitgliedsstärkste Jugendgruppe in der Stadt Wunstorf.
Wirtschaft und Infrastruktur Der bestehende Einzelhandel deckt neben einer Arztpraxis die Grundversorgung des Ortes ab.
Öffentliche Einrichtungen mini|Gedenkstein der Freiwilligen Feuerwehr Kolenfeld Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1926 gegründet; sie ist mit einem Löschgruppenfahrzeug, einem Mannschaftstransportfahrzeug und einem Musikzug ausgestattet.
Bildung Kolenfeld verfügt über zwei Kindergärten und eine Grundschule.
Verkehr Aus dem Verkehrsfunk ist die Ausfahrt Wunstorf-Kolenfeld an der Bundesautobahn 2 bekannt. Für die Freizeit- und Berufsschifffahrt bestehen der Yachthafen Idensen und die Lände Kolenfeld, beide Teil der Häfen Wunstorf.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortes
Johann Friedrich Prinzhorn (1816–1897), Vater des Chemikers und Unternehmensleiters Adolf Prinzhorn Marie Spengemann, geb. Lathwesen (⚭ 1876), Ehefrau von Wilhelm Spengemann Hartmut Büttner (* 1952), Politiker (CDU), war ab dem 20. Dezember 1990 vier Wahlperioden lang Mitglied des Deutschen Bundestages
Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen
Christopher Horenbarch († nach 1599), Stück- und Glockengießer, er goss 1584 eine Glocke für die örtliche romanische Kirche, die wegen Baufälligkeit abgerissen wurde Franz Wilhelm Naumann, Orgelbauer, Sohn des Orgelbauers Johann Matthias Naumann, er baute nach 1727 die Orgel der St.-Dionysios-Kirche Heiner Wittrock (* 1948), Lehrer und ehemaliger Schulleiter, Historiker und Heimatforscher zur jüngeren Geschichte in Wunstorf sowie Sachbuch-Autor, er wirkte von 1983 bis 2010 als Rektor in Kolenfeld
Literatur
Weblinks
Offizielle Webseite der Stadt Wunstorf mit Informationen zum Ortsteil Kolenfeld Website über den Ortsteil Kolenfeld mit Informationen und Bildern
Einzelnachweise
Wappenentwürfe von Werner Kaemling. In: Wikimedia Commons. Abgerufen am 9. August 2017.
Kategorie:Ortsteil von Wunstorf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Region Hannover) Kategorie:Ersterwähnung 1128 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974