Halothamnus somalensis ist eine Pflanzenart aus der Gattung Halothamnus in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Sie kommt in Trockengebieten Ostafrikas (Dschibuti, Somalia, Äthiopien) vor und wird volksmedizinisch verwendet.

Beschreibung Vegetative Merkmale Halothamnus somalensis wächst als Strauch und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 90 Zentimeter. Die dornig zugespitzten, olivgrünen Zweige werden zum Teil beim Trocknen schwarz. Die an den Zweigen angedrückt stehenden, halbstielrunden Laubblätter sind bei einer Länge von nur 0,5 bis 3 Millimeter linealisch.

Generative Merkmale Die Blüten sind 3 bis 4,7 Millimeter groß. Die geflügelte Frucht besitzt Durchmesser von 8 bis 12,5 Millimeter, wobei die Flügel auch an schwarzen Pflanzen hell bleiben. Die Gruben auf der Unterseite der Frucht sind strichförmig und grenzen dicht an den umgebenden Wall, zwischen ihnen sind keine Nerven zu erkennen.

Anatomische Merkmale Im Unterschied zu anderen Halothamnus-Arten ist die Epidermis der Sprossachse von Halothamnus somalensis in den Außenwänden und teilweise auch den Radialwänden cutinisiert.Gabriele Kothe-Heinrich: The genus Halothamnus (Chenopodiaceae) in Southwest Asia. In: Flora et Vegetatio Mundi 9, 1991, S. 43–52.

Vorkommen Halothamnus somalensis ist in Dschibuti, Somalia und Trockengebieten Äthiopiens heimisch; ähnliche Pflanzen von der Arabischen Halbinsel gehören zu Halothamnus bottae subsp. niger. Die Pflanzen wachsen in offener Dornsavanne auf sandigem, lehmigem oder felsigem Untergrund in Höhenlagen zwischen 0 und 1750 Meter.

Nutzung Die Wurzeln von Halothamnus somalensis werden traditionell als Heilpflanze gegen parasitische Würmer bei Tieren und Menschen angewendet.F. Dawo & M. Tibbo: Anthelmintic effect of Halothamnus somalensis in Arsi-Bale goats. In: Livestock Research for Rural Development. Volume 17, Article #68, 2005.

Taxonomie Die Erstbeschreibung dieser Art erfolgte 1909 durch Nicholas Edward Brown unter dem Namen Salsola somalensisNicholas Edward Brown: Salsola somalensis N.E.Br. In: Bull. Misc. Inform. 2, 1909, S. 50 (Erstbeschreibung). Sie wurde 1981 durch Victor Petrovič Botschantzev unter dem Namen Halothamnus somalensis in die Gattung Halothamnus eingegliedertVictor Petrovič Botschantzev: Revisio generis Halothamnus Jaub. et Spach (Chenopodiaceae) (russisch). In: Bot. Mater. Gerb. Bot. Inst. Komarova Akad. Nauk SSSR = Novosti Sistematiki Vysshikh Rastenii. Moscow & Leningrad 18, 1981, S. 151. (Neukombination zu Halothamnus).

Synonyme für Halothamnus somalensis sind Salsola somalensis , Salsola bottae var. faurotii und Salsola bottae var. farinulenta

Volksnamen In Somalia ist Halothamnus somalensis als "gosomadowbeye" bekannt ("gowsa-madobeyi", "goso-mudo-weyi", "gusomadobeye", "gosama do beya"), was sich von den somalischen Wörtern goso (= Backenzahn) und madow (= schwarz) ableitet, und sich auf die Beobachtung bezieht, dass die Zähne und Lippen von Weidetieren oft schwarz werden, nachdem sie die Pflanzen gefressen haben. Andere Trivialnamen sind "afmadobeye", "dankup", "mirrow", "mimou"Herbarbeleg Hemming 1435 (Herbarium: K ex EA), oder "mirgi-edalis". In Djibouti wird die Art auch "Yagali" genannt.Herbarbelege Chedeville 75, Chedeville 216 (Herbarium: FT), Denis 79 (Herbarium: P)

Literatur Gabriele Kothe-Heinrich: Revision der Gattung „Halothamnus“ (Chenopodiaceae). In: Bibliotheca Botanica Bd. 143, Schweizerbart, Stuttgart 1993, ISBN 978-3-510-48014-2, S. 49–53: schweizerbart.de Schweizerbart Bibliotheca Botanica Bd. 143 Webseite. (Abschnitte Merkmale, Vorkommen, Taxonomie)

Einzelnachweise G. Cufodontis: Enumeratio plantarum Aethiopiae. - Bull. Jard. Bot. État 23 (3/4) Suppl., 1953 Eintrag und Herbarbelege von Halothamnus somalensis bei JSTOR

Weblinks

Halothamnus somalensis mit Verbreitungskarte, bei African Plant Database Kategorie:Fuchsschwanzgewächse Kategorie:Amaranthaceae