Ahrensfelde ist eine amtsfreie Gemeinde im äußersten Süden des Landkreises Barnim in Brandenburg, die vom Berliner Ring durchquert wird. Als Gemeinde im engeren Umkreis von Berlin gehört Ahrensfelde zum Ballungsraum Berlin und damit auch zur europäischen Metropolregion Berlin-Brandenburg.
Geografie Die Gemeinde liegt im Grundmoränengebiet des Niederbarnims unmittelbar an der nordöstlichen Stadtgrenze von Berlin im Regionalpark Barnimer Feldmark.
Ahrensfelde grenzt im Nordwesten an Panketal, im Norden an Bernau und im Nordosten an Werneuchen (alle im Landkreis Barnim). Im Osten der Gemeinde liegen Altlandsberg und im Südosten der Ortsteil Hönow der Gemeinde Hoppegarten (beide im Landkreis Märkisch-Oderland). Im Süden und Südwesten grenzen die Berliner Bezirke Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Pankow an Ahrensfelde.
Der im Nordosten von Berlin-Marzahn liegende Teil des Plattenbaugebietes wird wegen der über viele Jahrhunderte gemeinsamen Ortslage oft ebenfalls als Ahrensfelde bezeichnet. Der Bahnhof Ahrensfelde befindet sich ebenfalls auf Berliner Stadtgebiet.
Gemeindegliederung Die Gemeinde gliedert sich in folgende Ortsteile und bewohnte Gemeindeteile:
Ahrensfelde Blumberg mit dem bewohnten Gemeindeteil Elisenau Eiche Lindenberg mit den bewohnten Gemeindeteilen Neu-Lindenberg und Klarahöh Mehrow mit dem bewohnten Gemeindeteil Trappenfelde
Hinzu kommen die Wohnplätze Eiche Süd, Gut Blumberg, Hoheneiche, Rehhahnsiedlung und Schloßparksiedlung.
Geschichte mini|hochkant=1.5|Luftbild von Ahrensfelde (unten) und Berlin-Ahrensfelde (oben) Die erste Erwähnung Ahrensfeldes erfolgte 1375 im Landbuch Karls IV. als Arnsfelt. Die Benennung erfolgte vermutlich nach einem Berliner Bauherrn.
Ende des 15. Jahrhunderts wurde Ahrensfelde durch den Kurfürsten erworben und bis 1872 als kurfürstliches bzw. königliches Dorf vom Amt Mühlenhof verwaltet. Dieses Amt hatte die Aufgabe, den Hof mit Vorräten zu versorgen. Überdies waren die Güter den Berliner Mühlen mahlpflichtig.
Ahrensfelde gehörte seit 1817 zum Kreis Niederbarnim in der preußischen Provinz Brandenburg. 1952 erfolgte im Zuge der DDR-Gebietsreform die Auflösung des Landkreises Niederbarnim und die Eingliederung in den Kreis Bernau des Bezirks Frankfurt (Oder).
Bei der Bildung des Stadtbezirks Marzahn in den 1970er Jahren verlor Ahrensfelde 56 Hektar seines ursprünglichen Ortsgebiets an Berlin, zunächst (1979) nur verwaltungstechnisch als Vereinbarung der Bezirksplankommission Berlin und der Bezirksplankommission Frankfurt/Oder in Durchführung der Aufgaben zur Entwicklung der Hauptstadt der DDR – Berlin und dann endgültig am 3. Oktober 1990 durch den Einigungsvertrag zwischen der DDR und der BRD. Dieser Teil im heutigen Ortsteil Marzahn wird im Volksmund Berlin-Ahrensfelde genannt. Ein Grund dafür dürfte darin bestehen, dass der am Westrand der Siedlung gelegene Endhaltepunkt der Berliner S-Bahn den Namen Ahrensfelde nach 1979 behielt und dieser (noch) nicht den veränderten Gegebenheiten angepasst wurde.
Im Jahr 1992 schlossen sich die Gemeinden Blumberg, Ahrensfelde, Lindenberg, Eiche und Mehrow zu einem Verwaltungsverbund zusammen. Am 13. Juli 1992 erteilte der Minister des Innern des Landes Brandenburg seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Ahrensfelde/Blumberg. Als Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes wurde der 31. Juli 1992 festgelegt. Das Amt hatte seinen Sitz in der Gemeinde Ahrensfelde. Nach einer Bekanntmachung des Ministeriums des Innern des Landes Brandenburg vom 7. Juni 2002 wurde die Eingliederung der Gemeinde Mehrow in die Gemeinde Ahrensfelde genehmigt. Der Zusammenschluss wurde aber erst zum Zeitpunkt der nächsten landesweiten Kommunalwahlen (= 26. Oktober 2003) rechtswirksam. Am 26. Oktober 2003 wurde aus den Gemeinden Ahrensfelde, Blumberg, Eiche und Lindenberg die neue Gemeinde Ahrensfelde-Blumberg gebildet. Das Amt Ahrensfelde/Blumberg wurde aufgelöst, die Gemeinde Ahrensfelde-Blumberg amtsfrei. Zum 1. Oktober 2004 wurde der Name der Gemeinde in Ahrensfelde geändert. Laut der Hauptsatzung gliedert sich die Gemeinde Ahrensfelde wieder in fünf Ortsteile.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 433 1890 497 1910 740 1925 736 1933 1.297 1939 1.887 Jahr Einwohner 1946 1.795 1950 1.962 1964 1.823 1971 1.781 1981 1.547 1985 1.471 Jahr Einwohner 1990 1 408 1995 1 503 2000 3 914 2005 12.848 2010 13.028 2015 12.954 Jahr Einwohner 2020 13.959 2021 14.011 2022 14.064 2023 14.168 2024 14.423 2025 14.464
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2022
Die Zunahme der Einwohnerzahl 2005 ist auf den Zusammenschluss mehrerer Gemeinden zur neuen Gemeinde Ahrensfelde im Jahr 2003 zurückzuführen.
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Ahrensfelde besteht aus 22 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 74,2 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2014Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 Sitze2014 Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 AfD – – 13,7 % 3 23,0 % 5 Ahrensfelder Wählergemeinschaft 21,9 % 5 15,0 % 3 17,7 % 4 CDU 22,9 % 5 17,0 % 4 15,5 % 3 SPD 15,5 % 3 12,7 % 3 10,2 % 2 Bürgerverein Eiche 9,9 % 2 7,3 % 2 8,6 % 2 Bürger für Ahrensfelde – – – – 8,4 % 2 Freie Wähler Ahrensfelde 4,7 % 1 10,8 % 2 7,6 % 2 Die Linke 18,3 % 4 13,2 % 3 4,8 % 1 Bündnis 90/Die Grünen 3,4 % 1 8,1 % 2 4,2 % 1 FDP 3,4 % 1 2,2 % – – – Insgesamt 100 % 22 100 % 22 100 % 22
Bürgermeister 1998–2003Kommunalwahlen 1998. Bürgermeisterwahlen am 27. September 1998, S. 13 Ahrensfelde: Peter Hackbarth (Freie Wählergemeinschaft Ahrensfelde) Blumberg: Jörg Dreger (SPD) Eiche: Bernd Heidenreich (Bürgerverein Eiche) Lindenberg: Wilfried Gehrke (CDU) Mehrow: Arno Lüdke (Einzelbewerber) seit 2003: Wilfried Gehrke (CDU)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 22
Gehrke wurde in der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 mit 78,0 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 Er wurde am 1. September 2019 ohne Gegenkandidat mit 75,9 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 1. September 2019, auf wahlen.brandenburg.de Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgi-sches Kommunalwahlgesetz, § 74 auf bravors.brandenburg.de
Wappen
Wappen des Ortsteils
Flagge Die Flagge wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet und am 15. Februar 2007 durch das Ministerium des Innern genehmigt.
Die Flagge ist Grün – Gelb – Grün (1:4:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Wappen belegt.
Flagge des Ortsteils Die Flagge wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet und am 19. September 1995 durch das Ministerium des Innern genehmigt.
Die Flagge ist Grün – Weiß – Grün (1:2:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Wappen belegt.
Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Gemeinde mit der Umschrift .
Sehenswürdigkeiten Bauwerke
Parks und Naturdenkmale
Lenné-Park, Landschaftspark in Blumberg gestaltet von Peter Joseph Lenné Ostkirchhof Ahrensfelde, parkähnlicher Friedhof in Ahrensfelde
Bodendenkmale Siehe: Liste der Bodendenkmale in Ahrensfelde
Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen Die SchwörerHaus KG unterhält in Ortsteil Blumberg ein Werk zur Fertigung von Bädern für Hotelanlagen und Gesundheitseinrichtungen. Bergmann & Franz betreibt in Blumberg ein Logistikzentrum auf einer Gesamtfläche von 43.000 Quadratmeter. Möbel Hübner, das Möbelhaus der Familie Türklitz, betreibt seit 1994 in Blumberg ein Hochregallager mit einer Nutzfläche von 21.000 Quadratmeter. Der Verlag für Geowissenschaften Berlin hat seinen Sitz in Ahrensfelde. Am Südrand der Gemeinde befindet sich der Kaufpark Eiche.
Die LEAG betreibt ein Gasturbinenkraftwerk in Ahrensfelde.
Bundespolizei Im Ortsteil Blumberg befindet sich ein bedeutender Standort der Bundespolizei. Zum einen hat dort die (deutschlandweit größte) Bundespolizeiabteilung Blumberg mit rund 860 Mitarbeitern (davon 750 Polizeivollzugsbeamte) ihren Sitz, zum anderen ist dort die Bundespolizei-Fliegerstaffel Ost mit mehr als 100 Mitarbeitern (fliegendes und technisches Personal) stationiert. Die 18 hier beheimateten Hubschrauber der Typen EC 135, EC 155, Puma und Super Puma dienen unter anderem der Sicherung von Grenzen und Bahnanlagen, der Beförderung des Bundespräsidenten, von Mitgliedern der Bundesregierung und Staatsgästen sowieso der Unterstützung in Katastrophenfällen.
Verkehr Straße Durch die Gemeinde führen die Bundesstraße 2 zwischen dem Autobahndreieck Barnim und dem Ortsteil Lindenberg nach Berlin die Bundesstraße 158 von Werneuchen durch Blumberg über die Autobahnanschlussstelle Berlin-Hohenschönhausen durch Ahrensfelde nach Berlin. Sie fungiert für die angrenzenden Bezirke Berlins als Zubringer zur A 10, was häufig zu Staus im Ort führt. Aus diesem Grund wird bereits seit längerer Zeit eine Ortsumfahrung geplant. Die ausgewählte Variante B 158n soll auf einer Länge von etwa 4,5 km südlich von Ahrensfelde verlaufen. Das Planfeststellungs- und Anhörungsverfahren erbrachte über 1000 Einwände.
Die Bundesautobahn 10 (Berliner Ring) führt in zwei Teilstücken durch das Gemeindegebiet: zwischen den Ortsteilen Ahrensfelde und Blumberg ca. 6,5 km von Nordwesten nach Südosten mit der Anschlussstelle Berlin-Hohenschönhausen nördlich des Ortsteils Lindenberg ca. 1,2 km von West nach Ost
Bahn Die Bahnhöfe Ahrensfelde und Blumberg (b Berlin) sowie die Haltepunkte Ahrensfelde Friedhof, Ahrensfelde Nord und Blumberg-Rehhahn liegen an der Bahnstrecke Berlin–Wriezen und werden von der Regionalbahnlinie RB 25 (Berlin Ostkreuz–Werneuchen) bedient.
Der Bahnhof Ahrensfelde ist Endstation der Linie S 7 der Berliner S-Bahn nach Potsdam Hauptbahnhof.
Ahrensfelde und Blumberg erhielten mit der Eröffnung der Wriezener Bahn zwischen Berlin-Lichtenberg und Werneuchen am 1. Mai 1898 Anschluss an das preußische Eisenbahnnetz. Der Bahnhof Ahrensfelde entstand an der Chaussee von Weißensee nach Freienwalde auf Falkenberger Gemarkung und liegt seit 1920 somit in Berlin. 1908 ging der Haltepunkt Ahrensfelde Friedhof in Betrieb. Wie sein Name verrät, diente er der Anbindung an den im gleichen Jahr eröffneten Ostkirchhof. Bis 1910 wurde die Station zum Bahnhof mit Mittelbahnsteig ausgebaut, der Antransport der Leichen fand über ein Nebengleis statt. Da auf der Wriezener Bahn jedoch bis 1938 der Berliner Vororttarif nicht galt, scheuten die Angehörigen die Bahnfahrt und ließen ihre Verstorbenen auf den teureren Berliner Friedhöfen bestatten. Der Bahnhof Ahrensfelde Friedhof erreichte nie die vorgesehene Bedeutung und wurde bis 1939 wieder zum Haltepunkt zurückgebaut. Der Haltepunkt Blumberg-Rehhahn wurde 2013 in Betrieb genommen, um das dortige Gewerbegebiet zu erschließen.