mini|Logo der Stadt Hünfeld mini|Rathaus Hünfeld 2009 mini|Rathaus Hünfeld im Advent
Hünfeld ist eine Kleinstadt im osthessischen Landkreis Fulda. Sie trägt seit dem 11. Juli 2006 die amtliche Zusatzbezeichnung Konrad-Zuse-Stadt, nach dem Erfinder des ersten funktionstüchtigen Computers, dessen Wahlheimat Hünfeld war.
Geografie Geografische Lage Hünfeld liegt am Fluss Haune mit seinen beiden Nebenflüssen Nüst und Hasel nahe dem Naturpark Hessische Rhön (Hessisches Kegelspiel). Die nächste größere Stadt im Süden ist Fulda, etwa 16 km weit entfernt, und im Norden Bad Hersfeld, etwa 26 km weit entfernt.
Nachbargemeinden Hünfeld grenzt im Norden an die Gemeinde Eiterfeld, im Osten an die Gemeinden Rasdorf und Nüsttal, im Südosten an die Gemeinde Hofbieber, im Süden an die Gemeinde Petersberg und die Stadt Fulda (alle im Landkreis Fulda) sowie im Westen an die Stadt Schlitz (Vogelsbergkreis) und die Gemeinde Burghaun (Landkreis Fulda).
Stadtgliederung Neben der Kernstadt besteht Hünfeld aus den Stadtteilen Dammersbach, Großenbach, Kirchhasel, Mackenzell, Malges, Michelsrombach, Molzbach, Nüst, Oberfeld, Oberrombach, Roßbach, Rudolphshan, Rückers und Sargenzell.
Geschichte mini|hochkant=1.4|ohne|Stadtbild mit der Stadtpfarrkirche St. Jakobus
Stadtgeschichte Soweit bekannt, enthält eine Urkunde aus dem Jahr 781 die älteste erhaltene Erwähnung von Hünfeld, als Campus Unofelt (Bedeutung: Feld an der Hunaha – gemeint ist der Fluss Haune). Darin wurde das Gebiet des mittleren Hauneeinzugsgebietes durch den späteren Kaiser Karl den Großen der Abtei Fulda übereignet. Die Abtei Fulda gründete spätestens zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine cella in Huniofelt, die am 27. März 815 zum ersten Mal erwähnt wurde. In dieser Urkunde erhielt die Abtei Fulda das Zehntrecht an der Zelle und einigen weiteren Orten der näheren Umgebung.
Hier überquerte die Heer- und Handelsstraße Antsanvia, vermutlich an einer Furt, die Haune. Die Zelle entstand an dieser Furt, an der sich früher vermutlich schon ein fränkischer Königshof befunden hatte. Sie entwickelte sich schnell zu einem Kloster; bereits am 20. Februar 825 wird Hünfeld als monasterium schriftlich erwähnt. Die erste Siedlung entwickelte sich um das Kloster. Das Kloster hatte um 883 einen Konvent von 33 Mönchen und 13 Schülern. Vermutlich wurde das Kloster bei einem Einfall der Ungarn im Jahre 915 zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte durch Kanoniker als Kollegiatstift. In der evangelischen Pfarrkirche in Hünfeld sind noch Reste aus der damals neu errichteten gotischen Stiftskirche erhalten (Chorabschluss, in der Nordwand und am Turm). Der erste Propst ist im Jahr 1128 beurkundet.
Unter anderem durch die verkehrsgünstige Lage bekam Hünfeld 1244 das Marktrecht. Nördlich Hünfelds auf dem Schenkelsberg genannten Höhenrückens liegt der Burgstall des castrums Schenkenwalt aus dem 13. Jahrhundert. Am 27. Juli 1310 verlieh König Heinrich VII. Hünfeld das Stadtrecht und das Recht der Reichsstadt Gelnhausen.Hessisches Staatsarchiv Marburg, Urkunden 75, Nr. 207. Das Gericht der Stadt nutzte so den Oberhof Gelnhausen, um Rechtsfragen zu klären.Karl Schmerbach: Der Oberhof Gelnhausen. In: Geschichtsblätter für Stadt und Kreis Gelnhausen. 1966, S. 13–33 (17). Die Heerstraße brachte nicht nur Segen für die Stadt: Durch Kriege wurde sie oft in Mitleidenschaft gezogen; Napoleon zog zum Beispiel neunmal durch die Stadt an der Haune.
Auch der Dichter Goethe besuchte die Stadt und schrieb 1814 über seine Eindrücke das Gedicht Jahrmarkt zu Hünfeld.
Am 29. Oktober 1888 fiel der gesamte Stadtkern einem verheerenden Großbrand zum Opfer. In der Folgezeit entstanden zahlreiche Bauten, wie das Rathaus oder das Bonifatiuskloster der 1895 auf Bitten der Bürger nach Hünfeld gekommenen Oblatenmissionare.
In der Zeit des Kalten Krieges war Hünfeld Standort des Grenzschutzabteilung Mitte 3 des Bundesgrenzschutzes.
Bis zur Gebietsreform 1972 war Hünfeld Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Im Jahr 2000 war Hünfeld „Hessentagsstadt“; 2011 erhielt die Stadt zusammen mit ihrer französischen Partnerstadt Landerneau den Europapreis des Europarates für ihre herausragenden Bemühungen um die Europäische Integration.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Hünfeld angehört(e):
vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Hochstift Fulda, Amt / Oberamt Hünfeld 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Amt Hünfeld 1806–1810: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Fulda (Militärverwaltung) 1810–1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Hünfeld ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Hünfeld ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis HünfeldVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 75.Trennung zwischen Justiz (Justizamt Hünfeld) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Landkreis Hünfeld ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
Eingemeindungen Am 1. Februar 1971 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bisher selbstständigen Gemeinden Mackenzell, Malges, Michelsrombach, Molzbach, Oberfeld, Oberrombach, Roßbach, Rudolphshan, Rückers und Sargenzell auf freiwilliger Basis eingemeindet. Am 31. Dezember 1971 kamen Dammersbach, Großenbach, Kirchhasel und Nüst ebenfalls freiwillig hinzu. Die Einwohnerzahl wuchs von damals 7.500 auf heute 16.000 Einwohner. Durch diese Gebiets- und Verwaltungsreform wurde Hünfeld auch eine der größten Flächenstädte in Hessen. Die Gemarkungsfläche stieg von 12 auf fast 120 Quadratkilometer. Für die nach Hünfeld eingegliederten Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk gebildet.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Hünfeld 15850 Einwohner. Darunter waren 456 (2,9 %) Ausländer, von denen 171 aus dem EU-Ausland, 133 aus anderen europäischen Ländern und 152 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 11,5 % einen Migrationshintergrund. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 8,8 %.) Nach dem Lebensalter waren 2935 Einwohner unter 18 Jahren, 6645 zwischen 18 und 49, 3228 zwischen 50 und 64 und 3144 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 6515 Haushalten. Davon waren 1994 Singlehaushalte, 1729 Paare ohne Kinder und 2122 Paare mit Kindern, sowie 565 Alleinerziehende und 105 Wohngemeinschaften. In 1443 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 4393 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung 1812: 279 Feuerstellen, 1663 Seelen
Religion mini|hochkant|Die katholische Stadtpfarrkirche St. Jakobus thront weithin sichtbar über der Stadt mini|hochkant|Die evangelische Kirche zum Heiligen Kreuz (ehemalige Stiftskirche)
Im Jahr 781 schenkte Kaiser Karl der Große dem Kloster Fulda den „campus, qui dicitur unofeld“ („das Feld, welches man Hünfeld nennt“).
Zur wirtschaftlichen Nutzung und Verwaltung und zur religiösen Betreuung dieser Schenkung entstand alsbald eine kleine benediktinische Mönchsniederlassung, die sich zu einem Kloster und im 10. Jahrhundert zu einem Chorherrenstift entwickelte. Um dieses Kloster herum siedelten sich Menschen an, die im Dienste des Klosters standen. Aus dieser Klostergründung entwickelte sich die spätere Stadt Hünfeld.
Katholisch
Evangelisch
Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1885: 271 evangelische (= 14,82 %), 1430 katholische (= 78,23 %), 126 jüdische (= 6,89 %) Einwohner, ein Christ mit anderer Konfession (= 0,05 %) • 1961: 1529 evangelische (= 24,73 %), 4590 katholische (= 74,25 %) Einwohner • 1987: 1976 evangelische (= 15,0 %), 10.703 katholische (= 81,6 %), 443 sonstige (= 3,4 %) Einwohner • 2011: 2590 evangelische (= 16,3 %), 10.570 katholische (= 66,7 %), 2690 sonstige (= 17,0 %) Einwohner
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hünfeld erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 60,2 20 58,8 19 60,5 20 61,6 20 64,3 24 59,0 22 12,3 4 10,1 3 16,1 5 18,7 6 14,0 5 16,4 6 CWE Christliche Wähler-Einheit 10,1 3 11,6 4 16,5 6 14,4 5 12,6 5 13,3 5 8,8 3 7,5 3 6,9 2 5,3 2 4,2 1 3,2 1 8,5 3 12,0 4 — — — — 3,1 1 3,6 1 HüLi Hünfelder Liste — — — — — — — — 1,9 1 4,4 2 Gesamt 100,0 33 100,0 33 100,0 33 100,0 33 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 59,2 55,6 54,4 50,3 50,3 61,2
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Hünfeld neben dem Bürgermeister ein hauptamtlicher Erster Stadtrat und sechs ehrenamtliche Stadträte angehören.Gremien: Magistrat Bürgermeister ist seit dem 1. April 2020 Benjamin Tschesnok (CDU). Er wurde als Nachfolger von Stefan Schwenk (CDU), der nach einer Amtszeit nicht wieder kandidiert hatte, am 3. November 2019 im ersten Wahlgang ohne Gegenkandidaten bei 40,00 Prozent Wahlbeteiligung mit 86,32 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgte eine Wiederwahl im Oktober 2025.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 5. Oktober 2025 in Hünfeld
Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden - Votemanager: Wahltermine Stadt Hünfeld, seit 1994Osthessen-Zeitung, 31. Juli 2023: 64 Jahre Amtszeit im Hünfelder Rathaus – Altbürgermeisterempfang 2020–2032 Benjamin Tschesnok (CDU)Osthessen-Zeitung, 26. März 2020: Getrübte Stimmung bei Amtseinführung von Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok: „Seinen ersten Arbeitstag hat der neue Bürgermeister offiziell am 1. April.“ 2014–2020 Stefan Schwenk (CDU)Osthessen News, 26. Juli 2019: Schwenk verzichtet auf Kandidatur: "Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen" und 27. Februar 2020: Bürgermeister Stefan Schwenk tauscht Rathaus gegen Anwaltskanzlei 1978–2014 Eberhard Fennel (CDU)Osthessen News, 18. September 2020: Hessischer Verdienstorden an Dr. Eberhard Fennel und Berthold Jost 1971–1978 Bernhard Mihm 1961–1970 Wolfgang Strecke
Ortsbeiräte