mini|Die Paneuropäischen Verkehrskorridore – Korridor X in gelb Der Paneuropäische Verkehrskorridor X war eine der zehn Routen der Paneuropäischen Verkehrskorridore. Der Korridor X verband Mittel- mit Südosteuropa und dem Vorderen Orient. Von Österreich führte er nach Griechenland und hatte vier Teiläste. Salzburg war der Ausgangspunkt, Thessaloniki das Ziel. Über weite Strecken führte die Route durch die Staaten des ehemaligen Jugoslawiens entlang des Autoput Bratstvo i jedinstvo. Der Korridor X wurde nach Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien auf einer Konferenz in Helsinki 1997 den europäischen Verkehrsplanungen zugefügt. Der Korridor X umfasste sowohl Schienen- (2528 km) als auch Straßenfernverkehr (2300 km).

Mit der EU-Verordnung 2024/1679 über das Transeuropäische Verkehrsnetz wurde der Hauptverlauf des Korridors X sowie die Äste A bis C und weitere Strecken auf Betreiben der Anrainerstaaten zum neuen Europäischen Verkehrskorridor “Westbalkan – Ostmittelmeer” erhoben.

Planungen und Verlauf Der Verkehrskorridor X wurde 1997 auf der Konferenz der europäischen Verkehrsminister (ECMT/CEMT) in Helsinki festgelegt. Der multimodale Verkehrsweg verläuft von Nordwest nach Südost und verbindet Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Nordmazedonien sowie Ungarn mit Griechenland und Bulgarien. Die Hauptachse ist Salzburg – Ljubljana – Zagreb – Belgrad – Niš – Skopje – Veles – Thessaloniki mit den Nebenzweigen: Zweig A: Graz – Maribor – Zagreb; Zweig B: Budapest – Novi Sad – Belgrad, Zweig C: Niš – Sofia mit Anbindung an den Korridor IV Richtung Istanbul; Zweig D: Veles – Bitola – Florina – Kozani – Egnatia – Igoumenitsa. Teil des Korridors sind etwa 2.528 km Bahnstrecken, 2.300 km Straßen, zwölf Flughäfen und vier See- und Binnenhäfen.

Straße

Slowenien In Slowenien entspricht der Straßenkorridor der Autobahn A2 und verläuft vom Karawankentunnel (Grenze nach Österreich) bei Jesenice über Ljubljana und Novo mesto nach Obrežje an der kroatischen Grenze. Die Strecke ist seit Oktober 2011 als vierspurige Autobahn ausgebaut und als Europastraße 61 (Jesenice bis Ljubljana) und Europastraße 70 (Ljubljana bis Obrežje) ausgeschildert.

Kroatien In Kroatien entspricht der Straßenkorridor der Autobahn A3 und verläuft von der slowenischen Grenze bei Bregana über Zagreb und Slawonski Brod nach Lipovac an der serbischen Grenze. Nachdem 2006 das letzte Teilstück der 306 km langen A3 freigegeben wurde, ist nun die gesamte Strecke mindestens als vierspurige Autobahn ausgebaut. Sie ist außerdem als Europastraße 70 ausgeschildert.

Serbien Durch Serbien verläuft der Straßenkorridor X auf folgenden Trassen:

Batrovci, Šid (Grenze Kroatien) – Belgrad – Tabanovce, Preševo (Grenze zu Nordmazedonien), die Teiläste in Serbien sind: Ast B: Horgoš, Subotica (Grenze zu Ungarn) – Belgrad und Ast C: Niš – Gradina, Dimitrovgrad (Grenze zu Bulgarien).

Die Trasse des Korridors X in Serbien umfasst folgende Europäischen Fernstraßen 40px E70: Teilstück Batrovci, Šid (Grenze nach Kroatien – Belgrad) 40px E75: Teilstück Horgoš, Subotica (Grenze zu Ungarn) – Belgrad – Tabanovce, Preševo (Grenze zu Nordmazedonien) 40px E80: Teilstück Niš – Gradina, Dimitrovgrad (Grenze zu Bulgarien)

Der Straßenkorridor X in Serbien wird vom ehemaligen Autoput Bratstvo i jedinstvo der SFR Jugoslawien eingenommen. Dieser war nur in Teilstücken fertiggestellt. Ende Juni 2023 wurde durch die Fertigstellung der Umfahrung von Belgrad auf der Belgrader Ringautobahn die letzte Lücke geschlossen, so dass die gesamte Strecke mindestens vierspurig befahrbar ist.

Nordmazedonien In Nordmazedonien (bis 2019: Mazedonien) entspricht der Straßenkorridor der M1 Avtopat und verläuft von der serbischen Grenze bei Tabanovce über Kumanovo und Veles nach Gevgelija an der griechischen Grenze. Die gesamte Strecke ist als Europastraße 75 ausgeschildert.

Griechenland In Griechenland entspricht der Straßenkorridor der Autobahn A1 und verläuft von der nordmazedonischen Grenze bei Evzoni nach Thessaloniki. Die gesamte Strecke ist als Europastraße 75 ausgeschildert.

Eisenbahn Slowenien Die Eisenbahntrasse verläuft vom Karawankentunnel über Jesenice, Kranj, Ljubljana bis zur slowenisch-kroatischen Staatsgrenze bei Dobova. Nur der Abschnitt zwischen Ljubljana, Zidani Most und Dobova (sowie die Fortsetzung in Kroatien bis Zagreb) ist zweigleisig ausgeführt. Die Strecke ist von Jesenice bis Dobova mit 3 kV Gleichstrom elektrifiziert.

Kroatien Die Eisenbahntrasse verläuft von Dobova an der slowenischen Grenze über Zagreb nach Tovarnik an der serbischen Grenze. Das kroatische Teilstück des Eisenbahnkorridors X entspricht gänzlich dem ehemaligen Schienenweg Bratstva i Jedinstva, und die gesamte Teilstrecke ist seit 1970 auf Basis 25 kV/50 Hz elektrifiziert. Jedoch sind bis heute Teilstücke nur eingleisig ausgelegt und daher auch noch nicht als Schnellfahrstrecken ausgebaut. Die zurzeit maximale Fahrgeschwindigkeit beträgt 160 km/h, wobei Teilstrecken bis 200 km/h ausgebaut worden sind.

Serbien Der Schienenkorridor X ist durch Serbien völlig abgedeckt, entspricht aber nicht europäischen Standards. Eine Elektrifizierung der Relation Niš – Dimitrovgrad und ein seit 2013 geplanter,Marktanalyse Serbien 2010. BW-I, S. 17. zweigleisiger Ausbau der kompletten Strecke machen den Korridor kostenintensiv.

Nordmazedonien Nordmazedonien (bis 2019: Mazedonien) bekommt für den Ausbau der Transitroute EU-Fördergelder, um sie zumindest mit 120 km/h befahrbar zu machen.

Schifffahrt Begleitend zum Straße-Schiene-Korridor soll auch die Save als Schifffahrtsweg ausgebaut werden. So soll bei Sisak in Kroatien, ab wo die Save schiffbar ist, ein neuer Hafen entstehen (Sisak New Port).Masterplan Sisak New Port. Österreichisches Institut für Raumplanung, oir.at, abgerufen am 25. September 2015.

Weblinks , Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa

Youtube-Video über den Eisenbahnkorridor X im Eisenbahnknoten Belgrad

Einzelnachweise

Kategorie:Fernstraße