Der Markt Eckental liegt in Mittelfranken im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Er wurde im Zuge der Gebietsreform 1972 gegründet.https://www.eckental-mfr.de/seite/de/markt/033:47/tn_33/Geschichte.html Nach der Eingliederung Oberschöllenbachs in den Markt Eschenau und Frohnhofs in die Gemeinde Forth kam es am 1. Juli 1972 zur Gemeindefusion. Die neue Großgemeinde entstand aus den früheren Gemeinden Benzendorf, Eckenhaid, Eschenau mit Oberschöllenbach, Forth mit Frohnhof, Herpersdorf und Unterschöllenbach. Am 1. Mai 1978 kam die Gemeinde Brand hinzu.

Namensgebend für den Markt war der Eckenbach, ein Zufluss der Schwabach.

Geografie Geografische Lage Der Markt liegt etwa 20 Kilometer nordöstlich von Nürnberg und etwa 20 Kilometer östlich von Erlangen an der Bundesstraße 2 im Tal der Schwabach. Er entstand 1972 im Rahmen der Gemeindegebietsreform durch Zusammenschluss von Gemeinden. Zwischen den Gemeindeteilen Eschenau, Brand im Süden und Westen, Eckenhaid und Forth im Osten und Norden verläuft der namensgebende Eckenbach. Er mündet zwischen Forth und Brand in die Schwabach.

Die Gemeinde liegt in einer bergigen Landschaft. Die Anhöhen bei Oedhof im Nordwesten der Gemeinde erreichen über , der tiefste Punkt liegt bei Unterschöllenbach knapp unter .

Im Gemeindegebiet gibt es größere Waldgebiete, beispielsweise den Dormitzer Forst im Westen und das Teilholz im Osten.

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung Der Markt Eckental hat 13 Gemeindeteile (Einwohnerzahlen Stand 1. Juli 2024)

Gesamt: 15.654 Einwohner

Es gibt die Gemarkungen Benzendorf, Brand, Büg, Eckenhaid, Eschenau, Forth, Herpersdorf, Oberschöllenbach und Unterschöllenbach.

Einwohner Einwohner gesamt: 15.654 davon weiblich: 7.966 davon männlich: 7.688

Konfessionsstatistik Laut dem Zensus 2011 gehörte damals noch fast die Hälfte der Bevölkerung der evangelischen Kirche an; im Jahr 2011 waren 46,6 % der Einwohner evangelisch, 29,0 % römisch-katholisch und 24,4 % konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe., Zensus 2011 Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Stand Juli 2025 sind von den 15.542 Einwohnern 34,3 % (5324) evangelisch, 21,8 % (3384) römisch-katholisch und 44,0 % (6834) sind konfessionslos oder gehören einer anderen Glaubensgemeinschaft an.

Geschichte der Gemeindeteile mini|hochkant|Die Herrengasse in Eschenau mit Blick auf die Kirche

Benzendorf, Oedhof, Illhof

Benzendorf, Oedhof und Illhof wurden, wie die meisten Dörfer der Umgebung, zwischen 1050 und 1150 gegründet. Benzendorf erschien 1195 erstmals urkundlich. Das Kloster Weißenhohe nannte das Dorf „Beislendorf“. Oedhof entstand aus der früheren Bezeichnung „Otenhofen“.

Um 1500 gehörten Benzendorf und Oedhof zur Reichsstadt Nürnberg. Beide Orte waren protestantisch. Illhof hingegen war als Teil der Oberpfalz katholisch; es gehörte zum Herrschaftsbezirk Rothenberg.

Brand

Beim Bau der Kaiserburg Nürnberg durch Kaiser Heinrich III wurde zwischen 1050 und 1100 der Reichswald rund um Nürnberg gerodet und besiedelt. Zu dieser Zeit entstand neben den Dörfern Ober- und Unterschöllenbach auch Brand.

Bereits 1071 wurde Brand erstmals unter dem Namen „Cembrande“ im Stiftungsbrief des Stiftes St. Jakob in Bamberg urkundlich erwähnt. Der Name des Dorfes wandelte sich mehrmals. So war die Siedlung in früherer Zeit als „Zum Prante“ oder auch „Zum Prantt“ bekannt, bis sich ab 1800 „Brand“ durchsetzte. Der Name ist vermutlich auf das Abbrennen des Waldes an der Stelle des Dorfes zurückzuführen.

Im Jahre 1441 war Brand herrschaftlich dreigeteilt. Ein Teil war im Besitz des Reichsamtes Heroldsberg, ein zweiter gehörte als Lehen den Burggrafen von Nürnberg und ein dritter unterstand den Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach.

Die ersten Herren in Brand errichteten ein Schloss, das mehrmals den Besitzer wechselte und in der Mitte des 16. Jahrhunderts verfiel. Ein neues Schloss bestand etwa 200 Jahre, bis 1752 der dritte Brander Herrensitz gegründet wurde, der noch besteht.

Zwischen 1400 und 1800 wuchs Brand nicht und bestand aus rund 30 bäuerlichen Anwesen. Hierfür gab es zwei Gründe: Zum einen verbot die Reichsstadt Nürnberg jegliche Vergrößerung wegen der Ertragsleistung des Reichswaldes, zum anderen wollte man verhindern, dass sich arme Leute im Dorf ansiedelten.

Beim Übergang des Gebietes an das Königreich Bayern zu Beginn des 19. Jahrhunderts änderte sich dies. Neue Anwesen entstanden und große Höfe wurden geteilt. Ein weiterer Umstand, der die Vergrößerung des Dorfes ermöglichte, war die Entwicklung Nürnbergs zur Industriestadt. Durch verbesserten Lohn arbeiteten manche Familien in der nahe gelegene Stadt. 1886 förderte die Eröffnung der Bahnstrecke Erlangen-Gräfenberg ebenfalls die Entwicklung des Dorfes Brand. 1908 wurde die Strecke nach Nürnberg erweitert. In den 1960er Jahren wurde der Bahnverkehr eingestellt, die Gleise wurden zurückgebaut.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Brand von der Landwirtschaft geprägt, daneben hatten sich einige Gewerbebetriebe angesiedelt. In den 1950er Jahren entstand im Ort die sogenannte Ungarnsiedlung. Dort lebten Familien, deren Vorfahren sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Högyész in Ungarn angesiedelt hatten und die nach Ende des Zweiten Weltkriegs aus ihrer Heimat vertrieben worden waren.

Brand war die letzte Gemeinde, die sich dem Markt Eckental anschloss.

Von 2009 bis 2011 sanierte der Markt die Brander Grundschule; 2011 begann die Erneuerung des Schlosses Brand.

Ebach

Der Ort wird in Dokumenten des 14. Jahrhunderts mit den Namen „Eybach“ und „Eibach“ genannt. Es lässt sich eine Wortherkunft vom althochdeutschen inva für Eibe ableiten. Urkundlich wurde der Ort 1356 in einer Nachricht über eine Stiftung für die St.-Bartholomäus-Kirche im nahen Eschenau erwähnt.

Eckenhaid

Ähnlich wie andere Ortschaften in der Umgebung soll auch das im lokalen ostfränkischen Dialekt „Egga-haa“ (Betonung auf der letzten Silbe) genannte Dorf Eckenhaid Ende des 11. Jahrhunderts entstanden sein. Als Reichsgut gehörte es bis zum Jahre 1278 zum Reichsamt Heroldsberg. In diesem Jahre tauchte der Ort erstmals urkundlich auf, als König Adolf die „Villa Eckenheide“ an Rüdigerus Brander verpfändete. Gut hundert Jahre lang wechselte das Dorf als Reichspfand die Besitzer. 1387 übergab König Wenzel Eckenhaid als Reichslehen den Herren von Muffel.

Bis zum Jahre 1784 war das Dorf im Besitz der Muffelfamilie. Der letzte Besitzer dieses Namens war Georg Marquard Muffel und es gab keinen direkten Nachkommen der Linie mehr. Deshalb kam es zu einem Erbstreit, der zugunsten von Karl Theodor Graf von Bettschart ausfiel. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zog der bayerische Staat Eckenhaid ein und übernahm auch die Bewirtschaftung des Schlosses.

Die 1950er und 1960er Jahre bedeuteten einen Wandel für den Ort. Er wurde Heimat für Aussiedler aus Siebenbürgen und dem Sudetenland. Mit den neuen Siedlungen wuchs der Ort zunehmend. Bevor Eckenhaid im Zuge der Gebietsreform von 1972 ein Teil des neu gegründeten Markt Eckentals wurde, hatte es als Gemeinde zum Landkreis Lauf an der Pegnitz gehört.

Eckenhaid hat eine katholische Kirchengemeinde mit der Kirche Mariä Unbefleckte Empfängnis und eine evangelisch-lutherische mit der Friedenskirche. Im Ort gab es bis April 2024 einen Dorfladen.

Schloss Eckenhaid Im Zweiten Markgrafenkrieg 1553 brannte das ursprüngliche Schloss, damals im Besitz der Muffel, nieder. Es ist überliefert, dass es zwar 1689 wiederaufgebaut wurde, jedoch viele Jahre sehr baufällig war, bis es am Anfang des 19. Jahrhunderts renoviert wurde.

1837 erwarb die Familie Maier das Schlossgut vom bayerischen Staat. Dort führt die Familie eine Gastwirtschaft.

Marquardsburg

1716 ließ der Gutsherr Georg Tobias Muffel die Eckenhaider Marquardsburg errichten. Der Name ist auf seinen Sohn, Georg Marquard, zurückzuführen.

Eschenau

Im September 1056 schenkte Kaiser Heinrich III dem Minister Otnand das nahe gelegene Dorf Pettensiedel, welches er vorher zu Lehen hatte. Zudem verwaltete er den Markt Forchheim und gründete im Umkreis einige Ortschaften. Deshalb und weil viel otnandischer Besitz später an die Herren Weigel und Muffel, Nachfolger der Ritter von Eschenau, überging, wird Otnand trotz nicht vorhandener eindeutiger Belege als Gründer des Dorfes und der früher oft genannten Veste Eschenau angesehen.

Durch die Ritter von Eschenau kam das Dorf zu seinem heutigen Namen. Vorher gab es viele Abwandlungen des Namens wie Esknowe, Eschenowe oder Eschenaw. 

Um 1309 wurde die Pfarrei Eschenau gegründet. Der Bau der Bartholomäus-Kirche am Marktplatz wird auf etwa die gleiche Zeit zurückgeführt, wenn auch keine genauen Daten vorliegen.

Am 2. April 1334 erteilte Kaiser Ludwig IV. Eschenau das Marktrecht. Diese Entwicklung und die Lage des Dorfes an einer verkehrsreichen Straße ließ Eschenau schnell aufblühen. Neben der bestehenden Landwirtschaft siedelte sich rasch Gewerbe im Ort an und Eschenau wurde gewerblicher Mittelpunkt der Umgebung.

1376 wurde der bis dahin freieigene Besitz Eschenau der Krone Böhmens zu Lehen aufgetragen. Dieser Lehensverband bestand bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806.

Mit allen Rechten ging Eschenau 1751 an die Markgrafen von Bayreuth, 1791 an das Königreich Preußen, 1806 im Rahmen des Tilsiter Friedens an Frankreich und 1810 an das Königreich Bayern.

Vor der Gebietsreform war der Markt Eschenau eine Gemeinde im Landkreis Erlangen.

Seit 1999 ist der Ortskern Eschenaus in das bayerische Städtebauförderungsprogramm aufgenommen.

Eschenau verfügt über eine Infrastruktur mit Supermärkten, Bäckereien, Bankfilialen und Ärzten. Sowohl das Rathaus mit Bücherei als auch das Gymnasium Eckental und die Mittelschule Eckental (ehemals Hauptschule Eckental) befinden sich in Eschenau.

Der Bau des Gymnasiums Eckental wurde 1999 fertiggestellt. Die Mittelschule Eckental wurde 2013, gut dreißig Jahre nach ihrer Eröffnung, generalsaniert.

Seit 2012 gibt es im Ort den Jugendtreff Gleis 3 am Bahnhof.

Im alten Ortskern befindet sich die evangelisch-lutherische Kirche St. Bartholomäus.

In Eschenau ansässig ist die Landeskirchliche Gemeinschaft Eschenau, eine eigenständige Gemeinde innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, die organisatorisch ein Teil des Hensoltshöher Gemeinschaftsverbandes ist.

Forth

Um 1100 wird die Gründung von Forth und Büg durch die Herren von Gottsmann vermutet. Um 1507 nahmen die Brüder Kunz (Konrad) und Albrecht von Gottsmann vom Ansbacher Markgrafen Friedrich Forth und das Schloss Büg zu Lehen, nachdem ihr Vater Rupprecht von Gottsmann verstorben war. Büg bestand damals nur aus dem Schloss und den dazugehörenden Gebäuden; als Ortschaft war es erst nach 1750 bekannt.

Namengebend für den Ort war die Furt, ein Flussübergang über die Schwabach. Bei Büg handelt es sich um eine (Fluss-)Biegung.

Forth lag damals schon an wichtigen Verkehrsstraßen sowie zwischen dem ehemaligen Herrschaftsgebiet Rothenberg und dem Nürnberger Pflegeamtsbezirk Hiltpoltstein. Es gab Streit zwischen den Ganerben auf dem Rothenberg und der Stadt Nürnberg, wie die Grenze zu verlaufen hatte. Schließlich musste Nürnberg den Ganerben einen Teil der Handelsroute zwischen Nürnberg und Forth abtreten. Das führte so weit, dass die Grenze durch Forth hindurch verlief und ein Teil der Ortschaft 1540 vertraglich den Ganerben zugesprochen wurde.

Nach der Überlieferung war Rupprecht, Albrecht oder Kunz Gottsmann der Gründer der St. Anna-Kirche um 1500. 1524 führten die beiden letztgenannten Brüder die Reformation in den Orten ein. Zwischen 1540 und 1575 brauten die Herren von Gottsmann in der Kirche Bier, was 1575 eine Renovierung erforderlich machte. 1630 erfolgte die Erhebung zur Pfarrkirche und die Auflösung des Pfarrverbandes mit dem nahe gelegenen Dorf Kirchröttenbach.