Ellefeld ist eine Gemeinde im sächsischen Vogtlandkreis zwischen Auerbach/Vogtl. und Falkenstein/Vogtl.
Geographie mini|links|230x230px|Eine Ortsansicht Ellefeld (2020).
In der Gemeinde im östlichen Teil des Vogtlandes vereinigt sich die Rote mit der Weißen Göltzsch zur Göltzsch.
Die Höhenlage von Ellefeld beträgt 490 bis 650 Meter.Über uns Die Gemeinde Ellefeld stellt sich vor., auf ellefeld.de, abgerufen am 20. Juni 2022 Ellefeld liegt eingebettet in Wiesen und Wäldern am Flüsschen Göltzsch. Ellefeld liegt an der Bundesstraße 169 und wird von der Vogtlandbahn angefahren. Nördlich der Gemeinde liegt der Flugplatz Auerbach. Der Ort wird im vertakteten ÖPNV des Verkehrsverbunds Vogtland von mehreren Buslinien bedient. Die PlusBus-Linien 10, 50 und 70 ergeben zusammen einen 20-Minuten-Takt nach Falkenstein, Auerbach und Rodewisch.
Plauen, die größte Stadt des Vogtlandes, befindet sich in 24 Kilometer Entfernung in westlicher Richtung. Zwickau liegt 32 Kilometer nördlich von der Gemeinde. Unter den Nachbargemeinden Ellefelds sind die Stadt Auerbach im Nordosten und die Stadt Falkenstein im Südwesten. Direkt östlich der Gemeinde beginnt ein Waldgebiet auf das Beerheide folgt.
Ellefeld zählt mit über 2500 Einwohnern zu den einwohnerstärkeren Gemeinden im Vogtlandkreis und ist zugleich mit 4,55 km² die flächenmäßig kleinste Kommune. Die Bevölkerungsdichte ist dadurch mit 556 Einwohnern pro Quadratmeter für eine ländliche Gemeinde verhältnismäßig hoch.
Zur Gemeinde Ellefeld gehören die Ortslagen Hammer, Hohofen und Juchhöh sowie das Gut Mühlberg.
Geschichte mini|hochkant|Rathaus in der Hauptstraße 21 mini|links|alternativtext=Oberes Schloss mit Bauhof (2022).|Oberes Schloss Ellefeld wurde erstmals 1459 urkundlich erwähnt. Auf den Ländereien des Heinrich Reuß von Plauen waren Arbeitskräfte aus dem Eger- und Saaletal tätig. Später ging der Besitz an die Freiherren von Trützschler. Das Rittergut entstand 1469. Lange Zeit existierten in Ellefeld Hammerwerke, die zum Messingwerk Niederauerbach gehörten. Als letztes stellte die sogenannte Neue Ellefelder Messinghütte 1831 den Betrieb ein. Die Ellefelder Arbeiten wurden im Zuge des technologischen Fortschritts dieser Zeit zum Hauptwerk nach Niederauerbach bzw. zur Elisabethhütte verlegt, in der sich bereits ein Walzwerk befand. Insgesamt waren in Ellefeld um 1800 vier Hütten tätig, die zu Niederauerbach gehörten. Zuvor eigenständige Werke wurden seit der Privilegierung des dortigen Werkes seit dem Jahre 1622 teils illegal betrieben.
Das Obere Schloss stammt aus dem Jahr 1710; das Untere Schloss wurde 1734 erbaut.Tourismus Ellefeld bezaubert, auf ellefeld.de, abgerufen am 20. Juni 2022 Im 17. und 18. Jahrhundert setzte die Industrialisierung ein. Ellefeld entwickelte sich vom Bauern- zum Weberdorf, auch kam die Stickerei dazu.
Zum 1. Januar 2007 wurden 0,0654 ha unbewohntes Land von Falkenstein nach Ellefeld umgegliedert. 2009 wurden 0,0811 ha von Auerbach umgegliedert. Ellefeld feierte 2009 das 550-jährige Bestehen der Gemeinde.
Im Jahr 2018 erwarb die Gemeinde das Gebäude in der Hauptstraße 34. Es entstand mit Bürgerbeteiligung eine Projektidee zur Umgestaltung des Hauses,*Hochgestapelt - ein Ortskern mit riesigen (T)Räumen*, auf ellefeld.de die 2019 vom Freistaat Sachsen mit einem Preisgeld in Höhe von 450.000 € ausgezeichnet wurde.Ellefeld hat beim Ideenwettbewerb hochgestapelt und gewonnen, auf ellefeld.de Vorgesehen ist eine vielseitige Nutzung durch Café, Lebensmittelversorgung, Veranstaltungssaal und Coworking-Spaces. In der mittleren Etage soll die Gemeindeverwaltung untergebracht werden, die sich bislang im unter Denkmalschutz stehenden Gebäude in der Hauptstraße 21 befindet. Ein von einigen Bürgern initiiertes Bürgerbegehren gegen den Umzug der Verwaltung scheiterte im Spätsommer 2020 an formalen Fehlern. Der Rückbau des alten Gebäudes erfolgte im Herbst 2022. Der Baubeginn für die Umsetzung des Projektes nach dem Entwurf der Neumann-Architekten aus Plauen ist für das Frühjahr 2023 geplant. Verwaltungszugehörigkeit 1606: Amt PlauenDigitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen 1764: Amt Plauen 1816: Amt Plauen mit Pausa 1843: Amt Plauen mit Pausa 1856: Gerichtsamt Falkenstein 1875: Amtshauptmannschaft Auerbach 1952: Kreis Auerbach 1994: Landkreis Auerbach 1996: Vogtlandkreis 2008: Vogtlandkreis (mit Plauen)
Entwicklung der Einwohnerzahl 1557 lebten in Ellefeld 18 besessene Mann, 5 Häusler und 7 Inwohner, für 1764 sind 24 besessene Mann und 27 Häusler belegt.Ellefeld – Historisches Ortsverzeichnis Sachsen (alle Zahlen bis 1990 und eine Einwohnerzahl 2000) 1834: 1503 1871: 1943 1890: 2581 1910: 5875 1925: 5380 1939: 5440 1946: 5023 1950: 5539 1964: 4648 1990: 3329 1998: 3327 1999: 3318 2000: 3271 bzw. 3317 2001: 3259 2002: 3218 2003: 3147 2004: 3122 2006: 3059 2007: 2982 2008: 2924 2009: 2854 2012: 2723 2013: 2674 2020: 2529 2021: 2523 Unter den 69 Kommunen der Amtshauptmannschaft Auerbach war Ellefeld 1910 auf Rang 7 der Einwohnerstatistik.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 15 Gemeinderäten. Weiterhin ist der Bürgermeister stimmberechtigt. Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 15 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: Unabhängige Liste für Ellefeld (ULE): 11 Sitze AfD: 1 Sitz (ein Sitz bleibt mangels Kandidat unbesetzt) CDU: 2 Sitze Ellefelder Bürgervereinigung (EBV): 1 Sitz +letzte GemeinderatswahlenWahlvorschlag202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Unabhängige Liste für Ellefeld1168,11166,91056,0AfD115,8––––CDU210,2214,9422,2Ellefelder Bürgervereinigung13,816,717,5Grüne–2,0–4,2–3,8Linke––17,319,9FDP–––––0,6Wahlbeteiligung72,6 %64,7 %51,9 %
Bürgermeister Der Bürgermeister der Gemeinde ist Jörg Heinrich Kerber (parteilos). Zuvor war sein Vater Heinrich Kerber von 1994 bis 2013 Bürgermeister. Von 1924 bis 1945 war Otto Geipel Bürgermeister. Er bekleidete das Amt bisher am längsten. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2020Jörg Heinrich KerberKerber78,8201361,42008Heinrich KerberKerber99,4200199,9199482,9
Wappen und Namensformen
1459: Ellefelt 1531: Ellefelt 1579: Ellefelt, Elefeld 1791: Ellefeld
Kooperationen und Mitgliedschaften Die Gemeinde Ellefeld ist u. a. Mitglied
im Mittelzentralen Städteverbund Göltzschtal in der Leaderregion "Sagenhaftes Vogtland e. V." in der Genossenschaft "Rathaushauscloud" im Südwestsachsen Digital e. V. mit der Gemeinde Steinberg besteht eine Kooperation im "kommunalen Energiemanagement"
Sehenswürdigkeiten Zu den Sehenswürdigkeiten und Kulturdenkmalen zählen unter anderem die evangelische Lutherkirche, die evangelisch-methodistische Auferstehungskirche, die zwei Herrenhäuser Oberes Schloss und Unteres Schloss, das Rathaus in der Hauptstraße 21, das ehemalige Forsthaus in der Hohofener Straße 37 sowie mehrere Wohn- und Geschäftshäuser.
Naturschutz
Veranstaltungen Jährlich findet im Mai das "Ellefelder Schlossfest" und am Samstag des 4. Advent die "Ellefelder Schlossweihnacht" statt. Die Feste werden jeweils von zirka 10 Ellefelder Vereinen in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung ausgestaltet und organisiert. Im Oktober findet rund um den Marktplatz die Ellefelder Kirmes statt.
Regelmäßig finden Gottesdienste in der evangelisch-lutherischen, der evangelisch-methodistischen Kirche und der Landeskirchlichen Gemeinschaft statt.
Söhne und Töchter der Gemeinde
Franz Louis Ernst (1863–unbekannt), Bankkaufmann und Lokalpolitiker Hugo Herold (1880–1945), Komponist Klaus D. Koch (* 1948), Chirurg und Aphoristiker Kurt Walter Leucht (1913–2001), Architekt, Chefplaner von Eisenhüttenstadt Christian Martin (* 1950), Dramatiker, Hörspiel- und Märchenautor Martin Schneider (1889–1946), Turnlehrer, Nationaltrainer und Funktionär Otto Schüler (1901–1974), vogtländischer Mundartdichter
Weblinks
Webpräsenz der Gemeinde Ellefeld
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Vogtlandkreis Kategorie:Ersterwähnung 1459