Beilrode ist eine Gemeinde im Landkreis Nordsachsen in Sachsen. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Beilrode.
Geographie Lage Die Gemeinde liegt in der Elbniederung östlich der Elbe und am Südrand der Annaburger Heide an der Grenze zu Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Nachbarstädte sind Torgau (4 km), Belgern-Schildau (10 km) und Falkenberg/Elster (13 km).
Ortsteile
mini|hochkant=1.35|Luftaufnahme Beilrode (2015)
Geschichte Beilrode entstand 1938 durch den Zusammenschluss der beiden selbständigen Dörfer Zeckritz und Zschackau, in dessen Rahmen die beiden sorbischstämmigen Ortsnamen im Rahmen der nationalsozialistischen Germanisierungspolitik verschwanden, da sie nicht als Ortsteile weiterbestanden. Der neu geschaffene Name „Beilrode“ wurde an den alten Namen Zeckritz angelehnt, der vermutlich vom sorbischen Wort für „Axt, Beil“ stammt, vgl. .Ernst Eichler, Hans Walther: Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Band I, Berlin 2001, S. 52
Nach 1990 wurde auch das Dorf Döbrichau an der B 87 in Richtung Herzberg/Elster eingemeindet.
Die Freiwillige Feuerwehr in Beilrode feierte 2006 ihr 110-jähriges Bestehen.
Die Windmühle im Ortsteil Zschackau wurde am 4. Dezember 1779 durch einen Sturm zerstört.
Am 1. Januar 2011 schlossen sich die beiden Gemeinden Beilrode und Großtreben-Zwethau zur neuen Gemeinde Beilrode mit nun elf Ortsteilen zusammen.Landesdirektion Sachsen: Freistaat Sachsen unterstützt Gemeindefusion. Pressemitteilung 117/2010 vom 8. Dezember 2010.
Eingemeindungen
Ehemalige Gemeinde bzw. Gutsbezirk Datum Anmerkung Böhlen 1. April 1874 Teileingliederung der wüsten Mark in die Gemeinde Großtreben und in den Gutsbezirk Großtreben Dautzschen 1. April 1974 Eingemeindung nach Großtreben Döbrichau 1. Januar 1999 Döhlen, Gutsbezirk zwischen 1928 - 1930 Umwandlung des Gutsbezirk zur Gemeinde Döhlen Döhlen 20. Juli 1950 Eingemeindung nach Rosenfeld Eulenau vor 1910 Eingemeindung nach Zwethau Eulenau, Gutsbezirk Rittergut vor 1910 Eingemeindung nach Zwethau Gostewitz 1. April 1874 Teileingliederung der wüsten Mark nach Großtreben und in den Gutsbezirk Großtreben Großtreben, Gutsbezirk zwischen 1928 - 1930 Eingemeindung des Gutsbezirks nach Großtreben Großtreben 1. Januar 1994 Großtreben-Zwethau 1. Januar 2011 Kreischau 20. Juli 1950 Eingemeindung nach Zwethau Kreischau, Gutsbezirk zwischen 1928 - 1930 Last (Last Mockritz) zwischen 1880 - 1900 Eingemeindung des Gutsbezirks nach Dautzschen Neubleesern, Gutsbezirk 1901/1902 Eingliederung in den Gutsbezirk Döhlen Rosenfeld 1. April 1974 Eingemeindung nach Zwethau Rosenfeld, Gutsbezirk Oberförsterei zwischen 1928 - 1950 Teileingliederung nach Beilrode, Döbrichau und Rosenfeld Zeckritz 1. Oktober 1938 Zusammenschluss mit Zschackau zu Beilrode Zschackau 1. Oktober 1938 Zusammenschluss mit Zeckritz zu Beilrode Zwethau 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit Großtreben zu Großtreben-Zwethau
Bevölkerung Jahr Einwohner 2002 2.838 2005 2.658 2010 4.488 2015 4.240 2020 4.122 Jahr Einwohner 2021 4.045 2022 4.231 2023 4.196 2024 4.161 2025 4.153
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Der Anstieg der Einwohnerzahl 2010 ist auf den Zusammenschluss von Beilrode und Großtreben-Zwethau zurückzuführen.
Politik
Gemeinderat Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen:
Liste202420192014 Sitze in %Sitzein %Sitzein % Unabhängige Wählervereinigung (UWV) 5 32,6 527,0215,9 Bürgerinitiative Ostelbien gegen unsoziale Kommunalabgaben (BIKO) 4 27,0 631,7426,7 CDU 4 24,5 320,3528,0 SPD 1 6,8 –4,4–– FDP 1 5,1 110,1318,0 Die Linke 1 4,0 16,6211,5 Gesamt 16 100 1610016100Wahlbeteiligung66,4 %57,0 %44,6 %
Bürgermeister seit 2016: René Vetter (parteilos)
Vetter wurde am 9. Oktober 2016 mit 56,1 % der gültigen Stimmen gewählt. Er wurde am 27. August 2023 mit 95,9 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von sieben Jahren in seinem Amt bestätigt. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2023René VetterVetter95,92016BIKO, Linke, FDP56,12011Heike SchmidtCDU68,8200852,62001Friedhelm KuschelF.D.P.87,2199453,3
Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.75|Holländerwindmühle mini|Heilandskirche mini|Herrenhaus Last mini|Panzerdenkmal
Holländerwindmühle, eine Turmwindmühle, 1870 erbaut. 1908 erfolgte der Umbau auf elektrischen Antrieb und der Einbau eines Walzenstuhls. Weitere Modernisierungen gab es im Jahr 1945 und Mitte der 1950er Jahre. Dabei wurden auch die zum Ende des Zweiten Weltkriegs entstandenen Schäden beseitigt, an die noch einige sichtbare Einschusslöcher erinnern. Die Mühle blieb bis 1978 in Betrieb. Seit 2002 ist sie als voll funktionstüchtige Windmühle eine Touristenattraktion. Mit ihren fünf Etagen gilt sie als eine der höchsten Windmühlen in Sachsen.Webseite der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde, abgerufen am 2. Juni 2015 Heilandskirche Zschackau, Saalkirche, Bruchsteinbau mit quadratischem Dachreiter aus Fachwerk, im 13. Jahrhundert im Stil der Romanik erbaut, nach einem Brand mit barocken Veränderungen 1656–1670 wieder errichtet Herrenhaus Last, 1848 im englischen Stil erbaut, heute Wohnhaus Dorfkirche Dautzschen, romanische Saalkirche aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, Ende des 15. Jahrhunderts umgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt, erfolgte im 17. Jahrhundert der Wiederaufbau. Um 1777 wurde das Turmobergeschoss mit einer Turmhaube und Laterne versehen. Waldgebiet Falkenstruth mit Naturlehrpfad (Ortslage Beilrode) Tiergehege Beilrode (3 Hektar großes Tiergehege mit Damwild und Ziegen) Otto-Dienst-Straße mit den ältesten Häusern des Ortes Panzer T-34-85, „Denkmal der Befreiung“ im Park
Verkehr Die Bundesstraße 183 verläuft südlich der Gemeinde, die Bundesstraße 87 und die Eisenbahnstrecke Halle–Cottbus verlaufen durch das Gemeindegebiet. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich ein kleiner Flugplatz.
Persönlichkeiten Carl Rex (1660–1716), kurfürstlich-sächsischer Geheimer Rat, in Kreischau geboren Jacob Heinrich Reinhold (1723–1789), kursächsischer Beamter, in Kreischau geboren Carl Ferdinand Fiedler (1799–1844), Pfarrer in Döbrichau Georg Wilhelm Wiesand (1835–1893), Besitzer des Rittergutes Zwethau Luise Halbe (1867–1957), Ehefrau des Schriftstellers Max Halbe, in Kreischau geboren Eberhard Klapproth (1921–2010), Politiker, Oberbürgermeister von Esslingen am Neckar, in Zschackau geboren Erwin Ziesmann (1925–2009), Politiker (DBD), LPG-Vorsitzender in Beilrode Gerd Höhne (1929–2019), Diplomat, in Dautzschen geboren Christa Ebert (* 1947), Literaturwissenschaftlerin, in Beilrode geboren Johanna Wanka (* 1951), Politikerin (CDU), Bundes- und Landesministerin, in Rosenfeld geboren Gudrun Petzold (* 1952), Politikerin (AfD), in Großtreben geboren
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Ort im Landkreis Nordsachsen