Hier werden bedeutende Wasserscheiden aufgeführt, also Grenzen von Einzugsgebieten großer Ströme oder Flüsse, die zumindest teilweise in Deutschland verlaufen.

Solche Wasserscheiden können die Grenzen Deutschlands queren, wenn die ihren Abfluss fortführenden Fließgewässer etwa in anderen Staaten entspringen oder münden.

mini|Flussgebietseinheiten in Deutschland mini|Am Seehügel im Fichtelgebirge treffen sich die Wasserscheiden zwischen Rhein, Elbe und Donau

Europäische Hauptwasserscheide

Rhein-Donau-Wasserscheide mini|Auf die Wasserscheide Rhein-Donau hinweisende alte Eisenbahntafel an der ehemaligen Bahnstrecke Kempten–Isny mini|Hinweis auf die Europäische Wasserscheide im Pfrunger-Burgweiler Ried Die Rhein-Donau-Wasserscheide durchschneidet Süddeutschland, wobei sie in nordöstlicher Richtung die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern durchläuft, sowie einen Teil der Alpen in Österreich und der Schweiz.

Einzugsgebiete: Gewässer Richtung Nordwesten münden in den Rhein, Richtung Südosten in die Donau.

Besonderheiten: Die Rhein-Donau-Wasserscheide weist auf Grund der Donauversickerung bei Immendingen eine Besonderheit auf: Ein beachtlich großer Teil des dort versickernden Wassers überwindet die Wasserscheide unterirdisch und tritt nach etwa 11,7 km im Aachtopf, der sich bei Aach südlich der Donau befindet, wieder aus. Dadurch fließt ein Teil des Donauwassers über die aus dem Aachtopf entspringende Radolfzeller Aach südwärts in den Untersee (Bodensee) und mündet in den Rhein.

Während der Letzten Kaltzeit, vor etwa 20.000 bis 70.000 Jahren, zapfte der Rheinzufluss Wutach im Schwarzwald durch rückschreitende Erosion den damaligen Oberlauf der Feldbergdonau an, der so zum heutigen Oberlauf der Wutach wurde. Das 16 km lange Tal zwischen Blumberg und Kirchen-Hausen fiel als Folge der Flussanzapfung trocken (darin fließt jetzt das Rinnsal Aitrach), ein damaliger linksseitiger Donau-Nebenfluss wurde so zum heutigen Oberlauf der Donau.

Verlauf: Die Rhein-Donau-Wasserscheide führt von den nördlichen Rätischen Alpen (Ostschweiz) anfangs nordwärts unter anderen über die Silvretta und die Lechtaler Alpen zu den Allgäuer Alpen (Österreich und Deutschland). Danach verläuft nördlich des Bodensees zunächst nordöstlich bis zur Quelle der Schussen, dann südwestlich und westlich in den südlichen Schwarzwald, um die Quellen von Brigach und Breg herum, von dort nach Nordosten über große Teile der Schwäbischen Alb und dann nach Norden zur Frankenhöhe. Von dort zieht sie sich nach Südosten zur Fränkischen Alb, an der sie teils nordwestlich vorbeiführt oder aber genau auf ihr nach Norden verläuft. In dieser Richtung erreicht die Wasserscheide schließlich das Fichtelgebirge. Auf dem Berg Seehügel (32U 705 917E, 5546 098N), in etwa 2,1 km südöstlich des Schneebergs befindet sich der Dreistrom-Punkt Rhein-Donau-Elbe.

Beispiele: Während sich die Albula, die am Albulapass in den nördlichen Rätischen Alpen (Schweiz) entspringt, in Richtung Nordwesten dem Hinterrhein und damit dem Rhein zuwendet, ist der Inn, der etwas weiter südwestlich beim Malojapass im Engadin (Schweiz) entspringt, ein direkter Nebenfluss der Donau.

Während sich die Bregenzer Ach, die bei Schröcken im Lechquellengebirge (Österreich, Alpen) entspringt, westwärts dem Bodensee und damit dem Rhein zuwendet, ist der Lech, der etwas weiter östlich nahe dem Formarinsee in den benachbarten Lechtaler Alpen (Österreich, Alpen) entspringt, ein direkter Nebenfluss der Donau.

Während sich die Elz, die östlich des Brend im südlichen Schwarzwald entspringt, überwiegend westwärts direkt dem Rhein zuwendet, ist die Breg, die 900 Meter weiter südwestlich zwischen den Bergen Brend und Rosseck entspringt und nach Südosten fließt, neben der Brigach einer der beiden Quellflüsse der Donau.

Während sich die Fils, die bei Wiesensteig auf der Schwäbischen Alb entspringt, über den Neckar dem Rhein zuwendet, fließt die Lone, die etwas weiter östlich bei Lonsee-Urspring entspringt, über die kurze Hürbe und die Brenz in die Donau. Die Doppelstadt Villingen-Schwenningen liegt auf der Rhein-Donau-Wasserscheide, sodass der Abfluss im Stadtgebiet von Villingen über die Brigach in die Donau und im Stadtgebiet von Schwenningen über den Neckar in den Rhein führt.

Donau-Main-Wasserscheide Die Donau-Main-Wasserscheide durchschneidet als Bestandteil der Rhein-Donau-Wasserscheide Teile von Süddeutschland. Dabei durchläuft sie insbesondere in nordöstlicher Richtung das nördliche Bayern.

Einzugsgebiete: Gewässer in Richtung Südosten münden in die Donau, nach Nordwesten in den Main.

Besonderheiten: Durch die vom Freistaat Bayern betriebene Donau-Main-Überleitung werden Wasser aus der Donau und dem Unterlauf der Altmühl sowie Hochwässer aus dem oberen Altmühltal über Speicher in das regenärmere Rednitztal übergeleitet, um dort jahreszeitliche Niedrigwässer aufzuhöhen. Dabei überwinden jährlich ca. 125 Millionen Kubikmeter Wasser die Wasserscheide zwischen Donau und Main.

Verlauf: Die Donau-Main-Wasserscheide führt vom Südteil der Frankenhöhe nach Nordosten bis in den Mittelteil des Höhenzugs. Von dort verläuft sie nach Südosten zur Fränkischen Alb, an der sie teils nordwestlich vorbeiführt oder aber genau auf ihr nach Norden verläuft. In dieser Richtung erreicht die Wasserscheide schließlich das Fichtelgebirge.

mini|Wasserscheide an der B 303 im Fichtelgebirge Beispiele: Während sich die Wörnitz, die auf der Ostseite der Frankenhöhe in Schillingsfürst entspringt, nach Süden direkt der Donau zuwendet, fließt die Tauber, die etwas weiter westlich auf der anderen Seite der Frankenhöhe bei Weikersholz (Rot am See) entspringt, nach Nordwesten in den Main.

Während sich die Fichtelnaab, die im Fichtelgebirge am Südosthang des Ochsenkopfs entspringt, nach Süden über die Waldnaab und Naab der Donau zuwendet, ist der Weiße Main, der am Osthang des gleichen Berges entspringt, neben dem Roten Main einer der beiden Quellflüsse des Mains.

Während sich die Aisch, die nordöstlich von Burgbernheim nördlich der Frankenhöhe entspringt, über die Regnitz und den Main dem Rhein zuwendet, fließt die Altmühl, die etwas weiter südwestlich zwischen Burgbernheim und Rothenburg ob der Tauber in der nördlichen Frankenhöhe entspringt, direkt in die Donau.

Elbe-Donau-Wasserscheide Die Elbe-Donau-Wasserscheide durchschneidet Nordostbayern, wobei sie in südöstlicher Richtung vom Fichtelgebirge zur deutsch-tschechischen Grenze verläuft.

Einzugsgebiete: Gewässer Richtung Norden münden in die Elbe, Richtung Süden in die Donau.

Verlauf: Die Elbe-Donau-Wasserscheide führt vom Fichtelgebirge, konkret von Dreistrompunkt Elbe-Donau-Rhein auf dem Seehügel ((UTMː 32U 705 917E, 5546 098N) etwa 2,1 km südöstlich des Schneebergs) in südöstliche Richtung über die Hohe Platte, Hohe Matze, die Kösseine, den Rehbühl, dem Knock, die Platte zum Steinwald, dann in nordöstliche Richtung über den Plössberg, bis Steinknock, dann südostwärts über Triebendorf, weiter ostwärts am südlichen Rand von Mitterteich vorbei über die Höhen zwischen Tirschenreuth und Wondreb wieder südostwärts nach Hermannsreuth und dem dahinterliegenden Großen Dürrmaul im nördlichen Oberpfälzer Wald. Ab dort verläuft die Wasserscheide längs der deutsch-tschechischen Grenze oder innerhalb Tschechiens, kommt dann bei Hinterfirmiansreut wieder auf deutsches Staatsgebiet, läuft über den Almberg westlich und südlich um Mitterfirmiansreut und Philippsreut herum, quert Leopoldsreut, dann über den Haidel und läuft ab dem Dreisesselberg weiter entlang der tschechisch-österreichischen Grenze. Dort verläuft diese Wasserscheide mal längs der Grenze, mal auf tschechischem, mal auf österreichischem Staatsgebiet. Bei Kautzen verlässt sie österreichisches Staatsgebiet und tritt in tschechisches Staatsgebiet ein. Innerhalb Tschechiens scheidet sie in etwa die tschechischen Landesteile Böhmen (vorwiegend Einzugsgebiet Elbe) und Mähren (vorwiegend Einzugsgebiet Donau).

Sie endet am Glatzer Schneeberg am Gipfel des Dreimeerebergs (Trójmorski Wierch, auch Klepy, oder Klapperstein) genannt, einem Seitengipfel des Schneebergmassivs an der polnisch-tschechischen Grenze, dem Dreistrompunkt Elbe (Nordsee) – Oder (Ostsee) – Donau (Schwarzes Meer).

Weitere Wasserscheiden Rhein-Maas-Wasserscheide Die Rhein-Maas-Wasserscheide verläuft von den Niederlanden bei Nijmegen im Westen von Nordrhein-Westfalen (zwischen Niers und Rhein) und im Nordwesten von Rheinland-Pfalz, durch Belgien und weiter südwärts durch Frankreich.

Einzugsgebiete: Gewässer ostwärts münden in den Rhein und die Mosel, westwärts in die Maas.

Besonderheiten: Während der Saale-Kaltzeit, vor rund 250.000 Jahren, zapfte die Mosel den damaligen Oberlauf der Maas an, der so zum heutigen Oberlauf der Mosel wurde. Das 12 km lange Tal zwischen Toul und Pagny-sur-Meuse fiel als Folge der Flussanzapfung trocken, ein damaliger linksseitiger Maas-Nebenfluss wurde so zum heutigen Oberlauf der Maas.

Die Wasserscheide wurde an einigen Stellen durch menschliche Eingriffe verändert. Im Bereich des Rhein-Maas-Deltas wurde der Unterlauf der Maas von der Waal abgetrennt. Früher mündete die Maas bei Woudrichem in die Waal, 1904 wurde die Maas als Bergsche Maas in Hollands Diep umgeleitet. Auch weiter südlich haben menschliche Eingriffe die Wasserscheide verändert. Im rheinischen Braunkohlerevier wird das Grundwasser großflächig abgepumpt, um den Tagebauboden trocken zu halten. Der Tagebau Hambach liegt bis zu 293 m unter Normalnull. Westlich des Tagebaus fließt die Rur in die Maas, östlich fließt der Neffelbach über die Erft in den Rhein.

Verlauf: Die Wasserscheide beginnt in Frankreich in der Nähe der Quelle der Saône im Département Vosges zwischen Neufchâteau (Vosges) und Épinal und verläuft nordwärts durch Lothringen. Nahe Toul, westlich von Nancy, beträgt die Entfernung zwischen Mosel und Maas nur etwa 15 km. Die beiden Flüsse sind hier durch den Canal de la Marne au Rhin verbunden. Die Wasserscheide führt kurz durch Luxemburg, die Chiers fließt zur Maas, alle anderen Gewässer Luxemburgs münden in die Mosel. Die Wasserscheide verläuft über Arlon, Libramont-Chevigny, Bastogne, Aldringen und erreicht am Losheimergraben die deutsche Grenze. In der Nordeifel liegen die Quellen von Kyll bei Losheimergraben, Olef bei Ramscheid, Urft bei Schmidtheim, Ahr in Blankenheim (Ahr) und Erft bei Nettersheim-Holzmülheim. Von hier aus verläuft die Wasserscheide östlich der Rur über den Kermeter und tritt dann in die Jülich-Zülpicher Börde und die Norddeutsche Tiefebene ein. Nach den Tagebauen Hambach und Garzweiler verläuft die Wasserscheide im Flachland über Krefeld, Kleve und Nijmegen in die Betuwe. Die Niers fließt in die Maas.

Zwischen Tiel und ’s-Hertogenbosch liegen Maas und Waal nur 1 km auseinander, bevor die Flüsse wieder auseinander laufen. Die Wasserscheide endet am Land von Heusden und Altena am Nationalpark De Biesbosch. Sowohl Waal als auch Maas entwässern hier ins Hollands Diep und über die Deltawerke in die Nordsee.

Rhein-Ems-Wasserscheide Die Rhein-Ems-Wasserscheide verläuft, überwiegend niedrig, ganz in Nordrhein-Westfalen und fast komplett in der Westfälischen Bucht vom Teutoburger Wald im Osten über die Beckumer Berge bis zu den Baumbergen im Westen.

Einzugsgebiete: Gewässer nordwärts (abschnittsweise ostwärts) münden in die Ems, südwärts (abschnittsweise westwärts) über die Lippe in den Rhein.

Verlauf: