Ivančice (deutsch Eibenschütz) ist eine Stadt in Tschechien. Sie liegt 21 km südwestlich von Brünn an der Einmündung der Oslava und der Rokytná in die Jihlava.
Geschichte mini|Karte von Eibenschütz (um 1750) Eibenschütz wurde 1221 zum ersten Mal erwähnt. Ab 1288 hatte es den Status einer königlichen Stadt. Im 15. Jahrhundert kam die Stadt an die Herren von Lipá, in deren Besitz sie bis zur Schlacht am Weißen Berg blieb. Im 16. Jahrhundert war hier ein wichtiges Zentrum der Böhmischen Brüder, u. a. lebte hier Jan Blahoslav, Bischof der Böhmischen Brüder und Verfasser einer tschechischen Grammatik sowie Übersetzer des Neuen Testaments vom Griechischen und Lateinischen ins Tschechische. Blahoslav gründete eine Priesterschule mit eigener Druckerei. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Eibenschütz rekatholisiert und verlor an Bedeutung.
Die Jüdische Gemeinde Ivančice war eine der wichtigsten in Mähren.
1859 wurde das Krankenhaus in Eibenschütz eröffnet. 1949 wurden die Orte Alexovice, Letkovice und Němčice eingemeindet, 1980 Budkovice, Řeznovice und Hrubšice.
Gemeindegliederung Die Stadt Ivančice besteht aus den Ortsteilen Alexovice (Alexowitz), Budkovice (Budkowitz), Ivančice (Eibenschütz), Hrubšice (Hrubschitz), Letkovice (Ledkowitz), Němčice (Niemtschitz) und Řeznovice (Rzesnowitz).Části obcí, uir.cz Grundsiedlungseinheiten sind Alexovice, Budkovice, Hrubšice, Ivančice-historické jádro, Krásná hora, Lány, Letkovice, Letkovická niva, Na Špýrech, Nad cihelnou, Němčice, Oslavanská (Vorstadt Oslawan), Pekárka, Réna, Řeznovice, Sedmihradská hora, U mostu, U nemocnice, Za tratí und Záhumenice.Základní sídelní jednotky, uir.cz
Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Alexovice, Budkovice, Hrubšice, Ivančice, Kounické Předměstí (Vorstadt Kanitz), Letkovice, Němčice u Ivančic und Řeznovice.Katastrální území, uir.cz
Sehenswürdigkeiten Altes Rathaus – Renaissancegebäude, erwähnt 1544, teilweise überbaut nach dem Brand 1756 und nach 1850 Simon Pírko Haus (auch Palast der Herren von Leipa, neue Rathaus) – Renaissancegebäude, heute Stadtamt Gebäude der ehemaligen Priesterschule, Kirche (gegründet 1536) und Druckerei der Böhmischen Brüder, Druckerei tätig von 1562 bis 1578, dann verlegt nach Kralice nad Oslavou Ivančický viadukt – teilweise erhaltenes, 42 Meter hohes Eisenbahnviadukt über das Tal der Jihlava aus dem Jahr 1870 Synagoge, erbaut 1851 bis 1853, jetzt Kulturzentrum Jüdischer Friedhof aus dem 16. Jahrhundert mit Trauerhalle Gotische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, dreischiffige Basilika aus dem 14. bis 15. Jahrhundert Romanische Kirche der hl. Peter und Paul in Řeznovice, um 1160 alternativtext=Jüdisches Viertel. Infotafel. März 2026.|mini|Diese Infotafel steht am Eingang zum ehemaligen jüdischen Viertel der Stadt. Foto März 2026.alternativtext=Ehemalige Synagoge im jüdischen Stadtviertel von Ivancice. Foto März 2026.|mini|Synagoge in Ivancice. Foto März 2026.alternativtext=Markierung des jüdischen Viertels durch Davidsterne. Foto März 2026.|mini| Davidsterne im Pflaster markieren den Beginn des jüdischen Viertels. Foto März 2026.alternativtext=Alfons-Mucha-Museum. Foto März 2026. |mini|Geburtshaus von Alfons Mucha, heute Museum. Foto März 2026.alternativtext=Geburtshaus des Musikwissenschaftlers Guido Adler. Foto März 2026. |mini|Zweisprachige Erinnerungstafel am Haus Josefa Vávry 73/4 erinnert an den Musikwissenschaftler Guido Adler. Foto März 2026.Fragmente der zerstörten mittelalterlichen Burg (eingemauert in der Scheune beim Pfarrhaus)Miroslav Plaček: Ilustrovaná encyklopedie moravských hradů, hrádků a tvrzí – dodatky (Illustrierte Enzyklopädie der mährischen Burgen und Festungen), Band 2: Ergänzungen. Praha: Libri, 2007, ISBN 978-80-7277-339-8, S. 35–36.
Söhne und Töchter der Stadt Ivančice ist der Geburtsort des Malers Alfons Mucha (1860–1939) und des Film- und Fernsehschauspielers Vladimír Menšík (1929–1988, Die Märchenbraut). In der Stadt gibt es über beide Dauerausstellungen im Museum. Der Name des jüdischen Gelehrten Jonathan Eybeschütz (1690–1764), dessen Vater hier als Rabbiner amtierte, ist von der deutschen Ortsbezeichnung abgeleitet.
Christian Entfelder, Täufer († nach 1546) Leopold Adler, Theaterregisseur (1850–1919) Joachim Heinrich Oppenheim (1832–1891), Rabbi und Schriftsteller Guido Adler, Musikwissenschaftler (1855–1941) Alfons Mucha, Maler, Plakatkünstler (1860–1939) Adof Lieban, Opernsänger (1867–1924) Berthold Oppenheim (1867–1942), Rabbiner, NS-Opfer Ernst Zerner (1884–1966), österreichischer Chemiker und NS-Verfolgter Vinzenz Bulhart, österreichischer klassischer Philologe (1885–1965) Hugo Weisgall, Komponist (1912–1997) Jiří Kratochvíl, Solobratschist, Dozent an der Janáček-Musikakademie in Brünn (1924–2020) Zdeněk Růžička, Turner (1925–2021) Jan Procházka, Schriftsteller (1929–1971) alternativtext=Dieses Denkmal und das Haus auf der anderen Straßenseite erinnern an die Zeit, in der Ivancice ein wichtiges Zentrum der Böhmischen Brüder war. Foto März 2026. |mini|Denkmal für den Bischof der Böhmischen Brüder Jan Blahoslav. Rechts ein Haus, das zur Geschichte der Böhmischen Brüder gehört. Links an der Fassade eine Informationstafel. Foto März 2026.Vladimír Menšík, Schauspieler (1929–1988) Josef Prokš, Militärperson (* 1959) Lubomír Hargaš, Bahnradsportler (1967–1997) Martin Horáček, Fußballspieler (* 1980) Dušan Lojda, Tennisspieler (* 1988) Barbora Krejčíková, Tennisspielerin (* 1995) Jakub Štěrba, Handballspieler (* 1996) Matěj Klíma, Handballspieler (* 1999) Adam Hložek, Fußballspieler (* 2002)
Partnerstädte Soyaux, Frankreich Sládkovičovo, Slowakei Radovljica, Slowenien Aleksandrów Kujawski, Polen
Literatur
Weblinks
Website der Stadt Ivančice
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1221