Jack Scott (* 24. Januar 1936 in Windsor, Ontario als Giovanni Domenico Scafone Jr.; † 12. Dezember 2019) in Detroit, Michigan war ein kanadischer Rockabilly- und Country-Musiker. Obwohl Scott mit Rockabilly-Songs bekannt wurde, hatte er seine Hits Anfang der 1960er-Jahre oft mit langsamen Country-Balladen.

Leben Jack Scott wurde 1936 in Kanada geboren, wuchs aber seit seinem zehnten Lebensjahr in einem Vorort von Detroit auf. Dort entwickelte er eine Vorliebe für die ländliche Country-Musik. Mit 18 Jahren gründete er seine erste eigene Band, die Southern Drifters. Nachdem Scott die Gruppe drei Jahre lang geführt hatte, wurde er 1957 von ABC-Paramount unter Vertrag genommen. Es war die Zeit des Rockabilly, und so versuchte auch Scott sich an dieser neuen Musik, die eigentlich den ländlichen Südstaaten entstammt.

Seine erste Single Baby, She’s Gone / You Can Bet Your Bottom Dollar, erschien im April 1957 und wurde von der gleichen Hintergrundband begleitet, die später auch seinen ersten Hit mit einspielte. Zudem erhielt er Unterstützung von den Chantones, einem Hintergrundchor, der einen nicht unwesentlichen Anteil an Scotts Erfolg hatte. Seine erste Single wie auch seine zweite Platte Two Timin‘ Woman kamen aber nicht in die Charts, obwohl sie sich regional gut verkauften. Scott verließ ABC-Paramount daher im folgenden Jahr.

Scott hatte 1957 Joe Carlton kennengelernt, der Produzent für ABC war, aber nun sein eigenes Label Carlton Records gründete. Scott ging mit ihm, und bereits seine erste Platte wurde ein Hit. Die A-Seite, die Ballade My True Love, erreichte Platz drei der nationalen Charts, während die Rückseite, der Rockabilly-Titel Leroy, bis auf Platz elf kam. Die Single wurde auch in Großbritannien ein Erfolg, und in den nächsten Jahren hatte Scott immer wieder Hits bei Carlton. Erwähnenswert ist beispielsweise Goodbye Baby, das Platz acht erreichte. Kurz nach Veröffentlichung des Songs wurde Scott zur US Army eingezogen, in der er ein Jahr diente.

1959 wechselte Scott zu Top Rank Records, bei denen er 1960 mit What in the World’s Come Over You seinen nächsten Hit hatte (Platz 5), gefolgt von Burning Bridges auf Platz 3. Diese beiden Singles waren seine letzten großen Hits. 1961 unterzeichnete er bei Capitol Records, konnte aber nur mit kleinen Hits aufwarten. Die nächsten Jahre fuhr er fort, Country-Balladen oder Rock-orientierte Stücke aufzunehmen, die aber alle nur auf die hinteren Plätze der Hitparaden kamen.

1974 hatte er bei Dot Records mit You’re Just Gettin‘ Better seinen letzten Hit. Es war das einzige Mal, dass Scott sich in den Country-Charts platzieren konnte. Seine vorherigen Hits hatten sich alle in den nationalen Pop-Charts wiedergefunden, obwohl seine Balladen stark am Country orientiert waren. Während der 1980er- und 1990er-Jahre begann Scott, auf Rockabilly-Festivals aufzutreten, was er bis ins hohe Alter fortführte. Konzerte führten ihn auch nach Europa, unter anderem auf das Hemsby Rock’n’Roll Weekend. 2015 veröffentlichte Jack Scott ein Album mit 13 Titeln: 12 neuen und einem neu eingespielten Titel.

Scott lebte zuletzt in Detroit. Am 6. Dezember 2019 erlitt der Sänger einen Herzinfarkt an dessen Folgen er am 12. Dezember im Krankenhaus erlag.Jack Scott, Detroit's first rock 'n' roll star, dies at 83 (englisch), Detroit Free Press, 14. Dezember 2019

Diskografie Singles (US) Jahr Titel Titel B Label # 1957 Baby, She’s Gone You Can Bet Your Bottom Dollar ABC-Paramount 45-9818 1957 Two Timin‘ Woman I Need Your Love ABC-Paramount 45-9860 1958 Leroy My True Love Carlton 462 1958 Geraldine With Your Love Carlton 483 1958 Save My Soul Goodbye Baby Carlton 493 1959 I Never Felt Like This Bella Carlton 504 1959 The Way I Walk Midgie Carlton 514 1959 There Comes a Time Baby Marie Carlton 519 1959 Baby Baby What In The World’s Come Over You Top Rank Int. RA-2028 1960 Oh, Little One Burning Bridges Top Rank Int. RA-2041 1960 What Am I Living For Indiana Waltz Guaranteed 209 1960 Cool Water It Only Happen Yesterday Top Rank Int. RA-2055 1960 Go Wild Little Sadie No One Will Ever Know Guaranteed 211 1960 Old Time Religion Patsy Top Rank Int. RA-2075 1960 Found a Woman Is There Something On Your Mind? Top Rank Int. RA-2093 1961 Now That I A Little Feeling Capitol 4554 1961 Strange Desire My Dream Come True Capitol 4587 1961 One of These Days Steps One and Two Capitol 4637 1962 Grizzily Bear Cry, Cry, Cry Capitol 4689 1962 You Only See What You Wanna See The Part Where I Cry Capitol 4738 1962 Sad Story I Can’t Your Letters Capitol 4796 1962 If Only Green Green Valley Capitol 4855 1963 Laugh and The World Laughs With You Strangers Capitol 4903 1963 My O My O All I See Is Blue Capitol 4955 1963 Burning Birdges What In The World’s Come Over You Capitol 6077 1963 There’s Trouble Brewin’ Jingle Bells Slide Groove 58-0027 1964 I Knew You First Blue Skies Groove 58-0031 1964 Wiggle On Out What a Wonderful Night Out Groove 58-0037 1964 Thou Shalt Not See I Prayed For an Angel Groove 58-0042 1965 Flakey John Tall Tales Groove 58-0049 1965 I Don’t Believe In Tea Leaves Separation’s Now Granted RCA Victor 47-8505 1966 I Hope, I Wish, I Think Looking for Linda RCA Victor 47-8685 1966 Don’t Hush The Laughter Let’s Learn To Live and Love Again RCA Victor 47-8724 1966 Before The Bird Flies Insane ABC-Paramount 10843 1966 My Special Angel I Keep Changin’ My Mind Jubilee 5606 1970 Billy Jack Mary Marry Me GRT 35 1974 Face To The Wall May You Never Be Alone Dot 17 475 1974 You’re Just Getting Better As You Take A Walk Through My Mind Dot 17 504 1976 Spirit of ‘76 (mono) Spirit of ‘76 (stereo) Ponie 4104-30

Alben (Auswahl)

1958: My True Love 1960: What Am I Living For? 1960: What In The World’s Come Over You? 1960: I Remember Hank Williams (UK) 1960: The Spirit Moves Me 1964: Burning Bridges 1974: Scott on Groove 1979: Here’s Jack Scott (CAN) 1979: Live at the Edge (CAN) 1980: Rock On 1986: Live in Paris (F) 1992: Classic Scott: The Way I Walk (Werkausgabe) 2015: Way to Survive

Weblinks

Diskografie mit Hörbeispielen auf Rockin’ Country Style, abgerufen am 29. April 2020 Scotts Veröffentlichungen in Großbritannien, Frankreich und Kanada auf rocky 52, abgerufen am 29. April 2020 Jack Scott: A Struggle with Stardom The Audiophile Man vom 20. Dezember 2019 Ausführliche Biographie auf History of Rock, abgerufen am 29. April 2020 Nachruf auf Best Classic Bands, abgerufen am 29. April 2020

Einzelnachweise

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