Laisa ist ein Stadtteil von Battenberg (Eder) im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Der Ort liegt im Ederbergland an der B 253.
Geschichte Ortsgeschichte Das Dorf wurde erstmals 778 als „Lihesi“ im Zusammenhang mit einer Schlacht zwischen den Franken und Sachsen erwähnt. In erhaltenen Urkunden wurde der Ort unter folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung): „Lihesi“ (778), „Lichisin“ (802/817), „Liêse“ (831/850), „Lesen“ (1290), „Lyse“ (1291), „Lysen/Leysen“ (1296), „Leysen“ (1577), „Leussa“ (1712), „Leysen“ (1708/10) und „Leisa“ (19./Anfang 20. Jahrhundert). Das fränkische Heer soll sich einer Sage nach einen Tagesmarsch weit entfernt südlich bei Bottenhorn auf den Bottenhorner Hochflächen versammelt haben, bevor es auf der Heerstraße (Altstraße auf der Perf/Dautphe-Wasserscheide verlaufend) zur Schlacht zog. Diese Schlacht fand in unmittelbarer Nähe von Laisa statt.
Weitere Zeugnisse sind für das Jahr 1226 bekannt, als sich das Dorf im Besitz der Grafen von Battenberg befand. 1291 erfolgte der Besitzwechsel zum Erzbistum Mainz. Im Jahr 1296 wurde die Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1464 kam Laisa an die Landgrafschaft Hessen. 1624 wurde die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, aus der 1806 das Großherzogtum Hessen wurde, neuer Besitzer des Ortes.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Laisa:
1838 wurde hier eine erste Eisenerzgrube eröffnet; sie blieb bis 1880 in Betrieb. 1866 wurde Laisa mit dem gesamten Hessischen Hinterland preußisch. 1868 vernichtete ein Brand nahezu das komplette Dorf.Brand zu Laisa. In: Starkenburger Provinzial-Anzeiger – Dieburger Kreisblatt, Nr. 66/1868. 1921 erhielt es eine Stromversorgung. 1926 wurde eine Wasserleitung gebaut. 1932 wurde der Ort dem Amt Battenberg zugeteilt.
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Zum 1. Februar 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständige Gemeinde Laisa auf freiwilliger Basis in die Stadt Battenberg eingemeindet. Für Laisa, sowie für alle ehemals eigenständigen Gemeinden und die Kerngemeinde, wurden ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Laisa angehört(e):
um 1400 und später: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Mainz, Amt Battenberg (zeitweise verpfändet) ab 1464: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Battenberg ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt BattenbergDie Zugehörigkeit des Amtes Battenberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: strittig zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Battenberg ab 1627: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt,Oberfürstentum Hessen, Amt Battenberg ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Oberhessen, Amt Battenberg ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Battenberg ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk BattenbergTrennung zwischen Justiz (Landgericht Biedenkopf) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (übergangsweise Hinterlandkreis) ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Frankenberg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg, Stadt Battenberg (Eder) ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt Battenberg (Eder)
Einwohnerentwicklung • 1577: 39 Hausgesesse • 1629: 32 Haushaltungen • 1712: 46 Haushaltungen • 1791: 271 Einwohner • 1800: 274 Einwohner • 1806: 280 Einwohner, 51 Häuser • 1829: 332 Einwohner, 53 Häuser
Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 331 evangelische (= 99,70 %), ein katholischer (= 0,30 %) Einwohner • 1885: 390 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 445 evangelische (= 87,77 %), 50 katholische (= 9,86 %) Einwohner
Kultur und Sehenswürdigkeiten Dorfkirche mini|hochkant|Dorfkirche, Ansicht und Turmkreuz (vor 1910) Ferdinand Luthmer schrieb über die Dorfkirche:
Rückersfest mini|Frauen in sog. evangelischer Marburger Tracht beim Rückersfestzug 2013 mini|Junge Männer in Tracht beim Rückersfestzug 2013 Alle sieben Jahre zu Ostern wird im Ort das Rückersfest gefeiert. Einer der Höhepunkte ist der große Festumzug, bei dem viele Dorfbewohner in örtlicher Tracht durch den Ort ziehen. Die Tradition des Rückersfests lässt sich bis ins Jahr 1842 nachweisen, ist aber wohl deutlich älter. Symbol des Festes ist die Rückersfigur, eine fast drei Meter lange Holzfigur eines pflügenden Bauern mit Knecht hinter einem Gespann mit fünf Pferden. Beim Rückersstecken, das immer am 9. März stattfindet, wird der Rückers erstmals nach sieben Jahren wieder hervorgeholt und auf dem Dachfirst des Alten Rathauses – des heutigen Heimatmuseums – angebracht, wo er 40 Tage lang bleibt, um auf das Rückersfest am Osterwochenende hinzuweisen.Rückers - was ist das?
Das für den 11.–13. April 2020 geplante Rückersfest wurde wegen der COVID-19-Pandemie zunächst mehrfach verschoben und schließlich abgesagt. Das nächste Rückersfest soll 2027 stattfinden.Rückersfest 2020/2022 wegen Corona abgesagt
Literatur Georg Dehio, Ernst Gall, Magnus Backes: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Hessen. 2. Auflage. Sonderausgabe, Darmstadt 1982, S. 525–526. W. Görich: Das Gefecht bei Laisa und Battenfeld. In: Heimatkalender Kreis Frankenberg, 1950, 1200 Jahre Laisa. Mit Rückers-Fest, 1978, S. 59–62.
Weblinks
Stadtteil Laisa. In: Webauftritt der Stadt Battenberg.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Battenberg (Eder)) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ersterwähnung 778