Zwölf Uhr mittags (Originaltitel High Noon) ist ein US-amerikanischer Western unter Regie von Fred Zinnemann. Der Schwarzweißfilm kam 1952 in die Kinos, gewann vier Oscars und ist einer der bekanntesten und renommiertesten Hollywood-Western. Er basiert auf John W. Cunninghams Geschichte 12 Uhr mittags (The Tin Star) und schildert den einsamen Kampf des von den Bürgern in der Not im Stich gelassenen Town Marshals Will Kane (Gary Cooper) gegen seinen Todfeind Frank Miller und dessen Bande.

Handlung New-Mexico-Territorium, zu einem unbestimmten Zeitpunkt nach dem US-Bürgerkrieg:Beachte die im Film verwendeten Waffen (Colt „Peacemaker“ 1873 und Winchester Model 1873) sowie die Staatsflagge der USA im Büro des Friedensrichters mit 37 Sternen (sie galt zwischen Juli 1867 und Juli 1877), aber auch das in Filmminute 9:19 oder 68:46 eingeblendete Gebäude am Ende der Hauptstraße mit der Jahreszahl 1888 im Giebelfeld Am Anfang des in Echtzeit erzählten Filmes heiratet Will Kane, verdienstvoller und beliebter Town Marshal der Kleinstadt Hadleyville, die Quäkerin Amy Fowler, der er einen Ehering ansteckt. Dafür hat er zuvor seinen Posten aufgegeben und plant, mit Amy fortzuziehen; sein Nachfolger soll am folgenden Tag eintreffen. Doch unmittelbar nach der Trauung erhält er die Nachricht, dass der Bandit Frank Miller, der von Kane fünf Jahre zuvor ins Gefängnis gebracht wurde und ihm Rache geschworen hat, begnadigt worden sei und mit dem Zug um zwölf Uhr mittags (High noon) in die Stadt kommen werde. Da bereits drei Mitglieder der Miller-Bande am Bahnhof warten, wird Kane von den anwesenden Hochzeitsgästen gedrängt, die Stadt sofort zu verlassen und seinen verdienten Ruhestand in einer anderen Stadt anzutreten, um einen blutigen Konflikt zu vermeiden.

Kane gibt zunächst nach, kehrt jedoch trotz Amys energischem Protest bald um. Amy, die Gewalt grundsätzlich ablehnt, versteht Kanes Entschluss nicht, da er ihr eine Erklärung zunächst auch verweigert. Erst im Laufe der Auseinandersetzung erfährt sie die Hintergründe: Kane glaubt, Miller würde ihn weiter verfolgen, und Amy und Kane wären auch in ihrem neuen Leben vor ihm nie sicher. Dennoch stellt Amy ihren Mann vor die Wahl: Entweder er flieht mit ihr, oder sie verlässt alleine die Stadt – und damit ihn – mit dem 12-Uhr-Zug. Kane entscheidet sich dafür, zu bleiben und zu kämpfen, da die Stadt, in der erst er Recht und Ordnung hat durchsetzen können, andernfalls wieder in die Hände der Banditen fiele.

In der einen Stunde, die Kane noch bleibt, um Unterstützer zu finden, muss er feststellen, dass sich alte Freunde stattdessen lieber selbst in Sicherheit bringen – an erster Stelle Richter Mettrick, der Miller einst verurteilt hatte. Je mehr Männer ihm ihre Hilfe versagen, desto weniger sind die übrigen Bürger dazu bereit, ihr Leben zu riskieren. Im Saloon halten sogar viele offen zu Miller und begegnen Kane mit offener Feindseligkeit.

Kane sucht die Gemeinde beim sonntäglichen Gottesdienst auf und bittet um Hilfe. Die Andacht wird unterbrochen und es entsteht eine hitzige Diskussion, in der mehrere Einwohner Kane unterstützen möchten, andere von ihm aber auch fordern, die Stadt zu verlassen. Lediglich die Frauen, die sich weiter sicher fühlen wollen, stellen sich eindeutig hinter Kane.

In einer mit Scheinargumenten geführten Rede überzeugt der Bürgermeister die Gemeinde schließlich, dass es besser sei, Kane würde einfach verschwinden, dann könne sich alles zum Guten wenden. Zuletzt weigert sich der Pfarrer, zur Hilfe aufzurufen, mit der vorgeschobenen Begründung, dass Töten Unrecht sei. Kane verlässt die Kirche ohne weitere Unterstützung.

Der junge Deputy Harvey Pell will Kane erpressen, indem er seine Hilfe von der Unterstützung Kanes bei der Wahl zum neuen Town Marshal abhängig macht. Als Kane das egoistische Ansinnen ablehnt, legt Pell sein Amt nieder. Nur Jimmy, ein alter Trinker mit Augenklappe, und ein 14-jähriger Junge halten Kane die Treue, doch deren Hilfe lehnt er ab, weil ihm klar ist, dass beide ihm nicht helfen könnten und in einem Kampf unweigerlich ihr Leben verlieren würden.

Die ledige Geschäftsfrau Helen Ramirez, einst Millers Geliebte, später die von Kane und zur Handlungszeit die des Deputy, verkauft ihr Unternehmen und hat ebenfalls vor, mit dem 12-Uhr-Zug für immer abzureisen. Als es ihr nicht gelingt, Kane von der Flucht zu überzeugen, versucht sie, Amy zum Beistand für ihren Mann zu überreden. Doch Amy ist sich sicher, dass nur Liebe den Kreislauf von Gewalt und Rache durchbrechen könne, und bleibt bei ihrem Entschluss, abzureisen.

Harvey Pell, kurz zuvor noch mit Helen Ramirez liiert und inzwischen von ihr getrennt, stellt Kane noch einmal und drängt ihn zur Abreise. Als Kane ablehnt, versucht er in einer Anwandlung von Eifersucht, Kränkung und Rachsucht, Kane niederzuschlagen, verliert den Kampf aber. Zuletzt sucht Kane den alten Sheriff Martin Howe auf, um ihn um Hilfe zu bitten. Aber auch Howe weist ihn ab und brandmarkt stattdessen eine versagende Justiz, die den Beruf des Sheriffs sinnlos mache, weil sie Verbrecher wie Miller immer wieder laufen lässt.

Kane, von allen verlassen und von der Schlägerei gezeichnet, läuft jetzt die Zeit davon. Er lässt sich vom Friseur notdürftig frisch machen und formuliert in seinem Büro seinen Letzten Willen. Die Uhr schlägt zwölf und ein langgezogenes Pfeifen kündigt die Ankunft des Zuges an.

Helen Ramirez und Amy Fowler, die am Bahnhof gewartet haben, besteigen den Zug, mit dem Frank Miller eintrifft. Miller und seine Spießgesellen begeben sich sofort in die Stadt und durchstreifen die nun menschenleeren Straßen des Ortes, um Kane zu suchen. Dieser stellt sich den Banditen zum Kampf. Beim ersten Schuss der beginnenden Schießerei verlässt Amy den bereits anfahrenden Zug und eilt in die Stadt zurück, um ihrem Mann beizustehen.

In einer wilden Verfolgungsjagd, bei der auch der Pferdestall in Flammen aufgeht, gelingt es Kane, zwei der Gefährten von Miller zu töten. Amy kann aus dem Hinterhalt – entgegen ihrer religiösen Überzeugung – das dritte Bandenmitglied töten, um ihren Mann zu retten. Frank Miller entdeckt Amy daraufhin in ihrem Versteck und nimmt sie als menschlichen Schild und Geisel. Kane muss sich nun Miller auf offener Straße stellen. Amy aber kann die Waffe des Banditen wegdrücken und sich losreißen und Kane erschießt Miller.

Die Bewohner der Stadt kommen nun zusammen, um den Sieg zu feiern, doch Kane wirft den Marshalstern vor ihnen verächtlich in den Staub und verlässt mit seiner Frau wortlos die Stadt.

Besetzung und Synchronisation Der damals erst 27-jährige Lee Van Cleef spielte seine erste Filmrolle als eines von Millers Bandenmitgliedern, wenngleich noch ohne Dialog. In einer weiteren Nebenrolle als Deputy Marshal ist der spätere Fernsehserienstar Lloyd Bridges (Mike Nelson) zu sehen. Auch Jack Elam hat einen kurzen Auftritt als Trunkenbold in der Gefängniszelle. Die deutsche Synchronfassung entstand 1953 bei der Berliner Synchron. Dialogregie führte C. W. Burg nach einem Dialogbuch von Fritz A. Koeniger.Zwoelf Uhr mittags (1952) in der Synchrondatenbank von Arne Kaul, abgerufen am 26. Juli 2009.