Micaëla Kreißler (* 16. Juni 1941 in Innsbruck; † 9. August 2017 in Hamburg;Private Traueranzeige in der Berliner Zeitung vom 19./20. August 2017, S. 19 mit bürgerlichem Namen Michaela Ursula Mahlich) war eine deutsche Schauspielerin, Synchron- und Hörspielsprecherin.

Leben mini|hochkant|Grabstätte auf dem Waldfriedhof Wohldorf Kreißler wurde nach dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich in der so genannten Ostmark geboren und kam mit ihren Eltern nach dem Krieg nach Potsdam-Babelsberg. Ihre Mutter war die Filmregisseurin und Regieassistentin Ursula Pohle, ihr leiblicher Vater der Schauspieler und Regisseur Wolfgang Liebeneiner. Durch diese Verbindung begann sie schon früh ihre Filmkarriere.

Kreißler wirkte als Schauspielerin vor der Kamera bis zum Jahr 2006 in über 70 Film-und-Fernsehproduktionen mit. Daneben war sie auch als Bühnendarstellerin an verschiedenen Theaterhäusern tätig, wie beispielsweise am Maxim Gorki Theater.

Zunächst war Kreißler mit dem Schauspieler Peter Sindermann verheiratet, der am 17. Oktober 1971 bei einem Flugzeugabsturz starb. 1962 wurde in dieser Ehe ihr erster Sohn geboren, der spätere Schauspieler Andreas Sindermann. Ihr Schwiegervater war Horst Sindermann, der zeitweilige Vorsitzende des Ministerrats der DDR. Kreißler war in zweiter Ehe mit dem Schauspieler und Synchronsprecher Holger Mahlich verheiratet, 1979 wurde ihr zweiter Sohn Leonhard Mahlich (ebenfalls Synchronsprecher) geboren. Mit ihrem Ehemann arbeitete sie in mehreren Produktionen (u. a. Zentrale Bangkok) zusammen. In der Serie Nicht von schlechten Eltern spielten zwar beide mit, hatten jedoch keinen gemeinsamen Auftritt. Das Paar verließ im Jahr 1982 die DDR und lebte seitdem in Hamburg., Hamburger Abendblatt vom 16. Dezember 1982

Micaëla Kreißler fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Waldfriedhof Wohldorf im Hamburger Stadtteil Wohldorf-Ohlstedt.

Filmografie (Auswahl) 1949: Die Buntkarierten 1949: Quartett zu fünft 1950: Bürgermeister Anna 1960: Das Leben beginnt 1961: Septemberliebe 1961: Der Mann mit dem Objektiv 1963: Wenn die Rosen tanzen 1964: Rote Rosen für mich 1969: Sankt Urban 1970: Der Staatsanwalt hat das Wort: Außenseiter (Fernsehreihe) 1971: Optimistische Tragödie 1972: Januskopf 1972: Bettina von Arnim 1973: Zement 1973: Die Zwillinge 1973: Das unsichtbare Visier (Fernsehserie, 1 Folge) 1974: Leben mit Uwe 1974: Heiße Spuren 1974: Die Frauen der Wardins (TV-Dreiteiler) 1975: Schwester Agnes 1975: Eine Pyramide für mich 1976: Ein verdammt wunderschöner Tag 1977: Zur See (Fernsehserie, 6/9 Folgen) 1977: Der Staatsanwalt hat das Wort: Wenig gebraucht, fast neu 1977: Die zertanzten Schuhe 1977: Auftrag: Überleben 1977: Du und icke und Berlin 1978: Der Staatsanwalt hat das Wort: Haus am Meer 1979: Für Mord kein Beweis 1980: Schauspielereien (Fernsehserie, 1 Folge) 1981: Martin XIII. 1981: Die Gäste der Mathilde Lautenschläger 1981: Furcht und Elend des Dritten Reiches 1982: Frühstück im Bett 1983: Märkische Chronik (Fernsehserie) 1985: Zentrale Bangkok (Fernsehserie) 1985–1987: Ein Fall für TKKG (Fernsehserie) 1987: Der Landarzt (Fernsehserie), Folge Große Kinder – große Sorgen 1991: Leonie Löwenherz (Fernsehserie) 1991: Die Eisprinzessin (Miniserie) 1992: Unsere Hagenbecks (Fernsehserie, 1 Folge) 1992: Freunde fürs Leben (Fernsehserie, 2 Folgen) 1992–1998: Großstadtrevier (Fernsehserie, 5 Folgen, verschiedene Rollen) 1992–1996: Nicht von schlechten Eltern (Fernsehserie) 1995–1997: Stubbe – Von Fall zu Fall (Fernsehserie, 2 Folgen) 1996: Doppelter Einsatz (Fernsehserie, 1 Folge) 1996–1998: Die Wache (Fernsehserie, 2 Folgen, verschiedene Rollen) 1996: Mensch, Pia! (Fernsehserie) 1997–2000: Alphateam – Die Lebensretter im OP (Fernsehserie, 2 Folgen, verschiedene Rollen) 2000: Alles Atze (Fernsehserie, 1 Folge) 2001–2006: In aller Freundschaft (Fernsehserie, 2 Folgen, verschiedene Rollen)

Synchronarbeiten (Auswahl) Micaëla Kreißler war bis zu ihrem Tod in mehr als 150 Rollen als Synchronsprecherin tätig.

Kath Soucie 1991–2004: als Lil de Ville in Rugrats (Fernsehserie) 1998: als Lil de Ville in Rugrats – Der Film 2000: als Lil de Ville in Rugrats in Paris – Der Film 2003: als Lil de Ville in Die Rugrats auf Achse 2003–2008: als Lil de Ville in All Grown Up – Fast erwachsen (Fernsehserie) Kirsten Walther 1970–1977: als Karla Hansen in Oh, diese Mieter (Fernsehserie) 1978: als Yvonne Jensen in Die Olsenbande steigt aufs Dach

Filme 1937: Susan Fleming als Grace Moran in Fluß der Wahrheit [Synchro 1997] 1969: Rumi Sakaibara als Pfirsichschön in Der gestiefelte Kater 1969: Dany Robin als Babette in Ein liebenswertes Freudenhaus [2. Synchro] 1973: Adriana Asti als Lila von Buliowski in Ludwig II. 1977: Iva Janžurová als Lisková in Wie wäre es mit Spinat? 1981: Sarah Marshall als Traudl Junge in Der Bunker [2. Synchro (1995)] 1982: Lynn Redgrave als Monica Welles in Probe für einen Mord 1985: Carol Loacatell als Ethel Hubbard in Freitag der 13. – Ein neuer Anfang 1986: Ann Ryerson als Katie in Freitag der 13. Teil VI – Jason lebt 1986: Victoria Catlin als Erica in Slow Burn 1989: Peggy Hedden als Bedienung in Freitag der 13. Teil VIII – Todesfalle Manhattan 1990: Donna Mitchell als Connie Bates in Psycho IV – The Beginning 1993: Kathy Bates als Frances Lacey in Wilde Kastanien 1996: Dolores Drake als Schwester Curtis in Doctor Who – Der Film 1997: Jenny O’Hara als Wendy Derleth in Wes Craven’s Wishmaster 1997: Lucy Robinson als Mrs. Elton in Emma 2000: Ellen Burstyn als Sara Goldfarb in Requiem for a Dream 2000: Kylie Minogue als Hilary Jacobs in Cut 2000: Arleen Sorkin als Harley Quinn in Batman of the Future – Der Joker kommt zurück 2001: Anna Keaveney als Shirley DeSouza in The 51st State [Synchro 2004] 2002: Marisa Tomei als Bree Blackburn in Die Abenteuer der Familie Stachelbeere 2008: Geneviève Mnich als Madame Duphot in Séraphine 2009: Dorothy Cunnigham als Celias Mutter in Small Island [Synchro 2014] 2010: Lin Shaye als Granny Boone in 2001 Maniacs 2 – Es ist angerichtet 2011: Truus te Selle als Lucille Cummins-Heineken in Die Heineken Entführung [Synchro 2014] 2012: Hélène Vincent als Yvette Évrard in Der letzte Frühling 2013: Édith Le Merdy als Madame Bichet in Molière auf dem Fahrrad

Serien 1985–1986: Rebecca Holden als April Curtis in Knight Rider 1992–1995: als Mama Eisbär (1. Stimme) in Der kleine Eisbär (Kurzfilmreihe) 2016: Kelly Bishop als Emily Gilmore in Gilmore Girls: Ein neues Jahr (Miniserie)

Theater 1969: Michail Schatrow: Bolschewiki (Lenins Schwester) – Regie: Fritz Bornemann (Maxim-Gorki-Theater Berlin)

Hörspiele Sortiert nach der Erstsendung.Quelle: ARD-Hörspieldatenbank 1966: Bertolt Brecht: Das Verhör des Lukullus (Königin) – Regie: Kurt Veth (Rundfunk der DDR) – Erstsendung: 26. Dez. 1966 1967: Günther Rücker: Alle meine Bräute (Seelchen) – Regie: Günther Rücker (Rundfunk der DDR) – Erstsendung: 1. Jan. 1967 1969: Lew Mitrofanow: Das Meer liebt die Kühnen (Simeida) – Regie: Alexej Schipow (Rundfunk der DDR) – Erstsendung: 6. Apr. 1969 1968: Euripides: Medea (Frauen von Korinth) – Regie: Edgar Kaufmann (Rundfunk der DDR) – Erstsendung: 15. Feb. 1970 1971: Heinrich Mann: Die Jugend des Königs Henri Quatre – Die Vollendung des Königs Henri Quatre (Teil 1: Die Jugend des Königs Henri Quatre) (Catherine) – Regie: Fritz Göhler (Rundfunk der DDR) – Erstsendung: 11. Mär. 1971 1971: Heinrich Mann: Die Jugend des Königs Henri Quatre – Die Vollendung des Königs Henri Quatre (Teil 2: Die Jugend des Königs Henri Quatre) (Catherine) – Regie: Fritz Göhler (Rundfunk der DDR) – Erstsendung: 18. Mär. 1971 1971: Heinrich Mann: Die Jugend des Königs Henri Quatre – Die Vollendung des Königs Henri Quatre (Teil 4: Die Vollendung des Königs Henri Quatre) (Catherine) – Regie: Fritz Göhler (Rundfunk der DDR) – Erstsendung: 6. Mai 1971 1971: Erwin Sylvanus: Der 50. Geburtstag (Trude Gönner) – Regie: Helmut Hellstorff (Rundfunk der DDR) – Erstsendung: 27. Mai 1971 1978: Ödön von Horváth: Kasimir und Karoline (Maria) – Regie: Werner Grunow (Rundfunk der DDR) – Erstsendung: 2. Juni 1978 1986: Uwe Kraemer: Aus der neuen Welt – oder: von Lokomotiven und Dampfschiffen (Mutter Dvorak) – Regie: Michael Weckler (Deutsche Welle) – Erstsendung: 10. Apr. 1988

Darüber hinaus war Kreißler regelmäßig in Hörspielen wie TKKG und Die drei ??? zu hören.

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Einzelnachweise

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