Kunstwerke und Denkmale in Osnabrück führt panoramafreie Skulpturen, Objekte und Denkmale in der niedersächsischen Stadt Osnabrück auf. Genannt sind Denkmale, die an eine bestimmte Person oder ein bestimmtes Ereignis erinnern sowie Brunnenanlagen, Plastiken, Gedenksteine und -tafeln im öffentlichen Raum (Kunst im öffentlichen Raum).

Die Mehrzahl der Kunstwerke und Denkmale in Osnabrück entstand nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

Die Namen der Künstler sind alphabetisch aufgeführt. Sofern Künstler nicht namentlich bekannt sind, werden die Objekte in alphabetischer Reihenfolge genannt, gegebenenfalls nach ihrem Standort.

Bis 1945 Adolf Graef, Haarmannsbrunnen Der 1909 errichtete Haarmannsbrunnen am Herrenteichswall ist eines der ältesten Arbeiterdenkmale Deutschlands. Es ist dem Bergmannsberuf gewidmet. Das Werk von Adolf Graef (1862–1941) stiftete der Stahlwerksdirektor August Haarmann (1840–1913).

Friedrich Drake, Möser-Denkmal Der Berliner Architekt und Bildhauer Friedrich Drake (1805–1882) schuf das Denkmal für Justus Möser, den bedeutendsten Osnabrücker Politiker des 18. Jahrhunderts. Es wurde 1836 auf dem Platz Große Domsfreiheit zwischen dem Osnabrücker Dom und der Bischöflichen Kanzlei enthüllt. Ursprünglich war das Denkmal mit einem Gitter umgeben.

Justus Haarmann, Ebert-Erzberger-Rathenau-Denkmal

Der Architekt Justus Haarmann (1884–1968) entwarf im Auftrag des Reichsbanners das Denkmal für die Politiker Friedrich Ebert, Matthias Erzberger und Walter Rathenau am Herrenteichswall. Es wurde 1928 eingeweiht, 1933 abgerissen und 1983 erneuert.Ebert-Erzberger-Rathenau-Mahnmal

Emil Hackländer, Ehrenmal auf dem Straßburger Platz Der Osnabrücker Stadtbaumeister Emil Hackländer (1830–1902) entwarf das Ehrenmal auf dem Straßburger Platz. Es erinnert an die Gefallenen aus dem Fürstentum Osnabrück im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 und trug eine allegorische Germania-Skulptur aus Bronze. 1880 wurde es auf dem Neumarkt errichtet und dort enthüllt. Im Jahr 1928 wurde das Denkmal auf den Straßburger Platz im Stadtteil Westerberg umgesetzt. Die Germania-Skulptur wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. Schülerinnen des Ratsgymnasiums Osnabrück entwarfen die Skulptur Die schützende Torsion, die auf der Säule des Ehrenmals errichtet wurde und die deutsch-französische Freundschaft symbolisiert.

Hermann Hosaeus, Kriegerdenkmal am Bucksturm Am Bucksturm, einem Wachturm der ehemaligen Stadtmauer, wurde nach dem Ersten Weltkrieg ein Kriegerdenkmal aus Anröchter Stein angebracht. Das Werk Hermann Hosaeus’ (1875–1958) wurde am 1. Oktober 1922 eingeweiht. Das Denkmal ist dem Infanterie-Regiment „Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig“ (Ostfriesisches) Nr. 78 gewidmet. Ursprünglich war vorgesehen, die Fläche am Bucksturm zu einer Grünanlage umzugestalten. Da die Fahrbahnen des damaligen Kaiserwalls, jetzt Heger-Tor-Wall, verbreitert wurden, kam es jedoch nicht dazu.

Lukas Memken, Löwenpudel

In Osnabrück ist von Lukas Memken (1860–1934) die Nachbildung des Löwenpudels aus dem Jahr 1929 vor dem Dom St. Peter erhalten. Das Original des Löwenpudels befindet sich im Kulturhistorischen Museum der Stadt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Memkens Metallfigur des Schäferbrunnens auf dem Rosenplatz eingeschmolzen. Einen Ersatz aus Stein schuf der Bildhauer Georg Hörnschemeyer.

Heinrich Pohlmann, Stüve-Denkmal Das Denkmal für den Juristen und Politiker Johann Carl Bertram Stüve wurde 1882 auf dem Osnabrücker Marktplatz errichtet, dort jedoch in der Zeit des Nationalsozialismus entfernt. Es steht jetzt am Natruper-Tor-Wall vor dem Stüvehaus der Volkshochschule.

Heinrich Pohlmann (1839–1917), der in Bad Iburg-Glane geboren wurde, war Professor in Berlin.

Johann Christian Sieckmann, Waterloo-Tor Das von Johann Christian Sieckmann (1787–1861) konzipierte Waterloo-Tor erinnert an die Osnabrücker Angehörigen der King’s German Legion in der Schlacht bei Waterloo. Es wurde von Gerhard Friedrich von Gülich gestiftet und 1817 am Heger Tor an der Stelle eines Teils der 1815 abgerissenen Wehranlage, bestehend aus Turm, Tor, Bastion, Zwinger und Durchfahrt zur stadtauswärts liegenden Heger Laischaft, errichtet.

Wolfdietrich Stein, Abluftsäule Auf dem früheren Kirchhof von St. Johann in der Neustadt wurde 1929/1930 eine unterirdische Toilettenanlage gebaut, die über die unter Denkmalschutz stehende Abluftsäule be- und entlüftet wird. Die von dem Architekten Theo Burlage (1894–1971) entworfene Säule ist mit Tonplatten und Plastiken von Wolfdietrich Stein (1900–1941) geschmückt.

Rudolf Wulfertange, Lyra-Denkmal Der Osnabrücker Schriftsteller, Maler und Bildhauer Rudolf Wulfertange (1884–1974), Sohn des Holzschnitzers, Bildhauers und Modelleurs Heinrich Wulfertange, setzte mit dem 1905 geschaffenen Lyra-Stein dem Geistlichen und Komponisten Justus Wilhelm Lyra (Der Mai ist gekommen) ein Denkmal. Es befindet sich im südlichen Bereich des Schlossgartens in der Nähe Schlosswall/Ritterstraße. Der Gedenkstein wurde zunächst an der Vitischanze aufgestellt und 1985 in den Schlossgarten versetzt.

Osnabrücker Rad Das Osnabrücker Rad krönte den großen Süd-West-Turm des Osnabrücker Doms. Durch Kriegseinwirkungen stürzte es am 13. September 1944 herunter. Nach dem Krieg wurde es restauriert und als Mahnmal südlich neben dem Dom aufgestellt.

Nach 1945

Bernd Altenstein, Die Eingeschlossenen Die Eingeschlossenen ist ein um 1974 entstandenes Werk des Bildhauers und Hochschullehrers Bernd Altenstein (* 1943). Die Bronzeskulptur befindet sich in der Osnabrücker Altstadt an der Dielingerstraße.

Joachim Bandau, Toleranz. Gleiches Gewicht – Gleichgewicht Die 1998 auf dem Platz der Deutschen Einheit vor dem Osnabrücker Theater errichtete Plastik von Joachim Bandau (* 1936) wurde von der Herrenteichslaischaft gestiftet.

F. O. Becker, Stahlbaum Vor dem Eingang zum Zoologischen Garten Osnabrück steht die Stahlskulptur Stahlbaum (1994) von F. O. Becker. Der Künstler stammt aus dem Hunsrück und lebt in Osnabrück.

Raimund Beckmann Der Spiralbrunnen aus Bronze (1986) am Kamp/Redlingerstraße ist das Werk des aus Osnabrück stammenden Architekten und Professors an der Fachhochschule Münster, Raimund Beckmann (* 1938). Auch die Abdeckung des Marktbrunnens ist eines seiner Werke.

Wolfgang Bier, Vorwärts tastend Die Skulptur Vorwärts tastend aus dem Jahr 1991 ist das Werk des Bildhauers Wolfgang Bier (1943–1998). Sie besteht aus geschweißtem Eisen und Bronze.

Hans-Jürgen Breuste Das Kunstwerk Time is turning wurde 1991 durch Hans-Jürgen Breuste (1933–2012) geschaffen. Das Kunstwerk besteht aus Großmotorkurbelwellen und Industriestahlträger und befindet sich im Gerberhof in Osnabrück.

Heinrich Brummack, (Angelnder) Stadt-Hase In Anspielung auf den Fluss Hase, der die Stadt Osnabrück durchfließt, schuf Heinrich Brummack (1936–2018), Teilnehmer der documenta 8 im Jahr 1987, den angelnden Stadt-Hasen. Seine Arbeit aus dem Jahr 1999 aus Sandstein und bemaltem Metall auf einem Doppel-T-Träger steht an der Hase in der Nähe der Kreuzung Georgstraße/Öwer de Hase.

Fernando Sánchez Castillo, Fountain of Wishes In der Nähe des Stadt-Hasen und des Haarmannsbrunnens befindet sich in der Hase die Skulptur Fountain of Wishes des spanischen Künstlers Fernando Sánchez Castillo. Im Rahmen des Kunstprojektes „Colossal“ wurden 2009 zum 2000-jährigen Jubiläum der Varusschlacht im Osnabrücker Land verschiedene Kunstwerke ausgestellt. Castillo war an diesem Projekt mit vier Kunstwerken beteiligt, darunter Fountain of Wishes. Zunächst befand sich Fountain of Wishes an der Conrad-Bäumer-Brücke, 2012 zog es zur Çanakkale-Brücke um.

Gunter Demnig, Stolpersteine

Seit November 2007 werden in Osnabrück in einem Projekt des Künstlers Gunter Demnig (* 1947) Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus vertrieben, deportiert, ermordet oder in den Freitod getrieben wurden. (Auswahl) Der Gewerkschafter Fritz Szalinski, an den vor dem ehemaligen Gewerkschaftshaus am Kollegienwall erinnert wird, war der Vater des gleichnamigen Bildhauers Fritz Szalinski.

Nicolas Dings, Der Lügner Nicolas Dings (* 1953) schuf Der Lügner (2005). Die Bronzeplastik auf einer Terrazzo-Stele wurde 2005 in einer kleinen Grünanlage mit Springbrunnen am Heger-Tor-Wall unterhalb des Steigenberger-Hotels Remarque unweit der Kunsthalle Dominikanerkirche aufgestellt.

Lutz Dölle/Roland Stelter, Fragment des Regens Fragment des Regens ist das Gemeinschaftswerk von Lutz Dölle (* 1958) und Roland Stelter (* 1953) aus dem Jahr 1999. Das Portal aus Marmor, Eisen und Stahl mit einer weiteren einzelnen Säule stammt aus dem Jahr 1999. Es befindet sich in der Osnabrücker Neustadt am südlichen Ende der Wassermannstraße.

Lothar Fischer Neben der Kunsthalle Dominikanerkirche wurde auf der Freifläche zur Bierstraße der Große sitzende weibliche Torso, eine Skulptur aus Eisenguss von Lothar Fischer (1933–2004), aufgestellt.

Die Dreikantfigur aus Eisenguss ist ein Werk Fischers aus dem Jahr 1991. Sie befindet sich vor dem Gebäude der Agentur für Arbeit am Johannistorwall zwischen Laischaftsstraße und Hermannstraße.

Axel Gundrum, Erinnerungsstätte „Hexenwahn“ In der Mühlenstraße Nähe Hasestraße befindet sich die Erinnerungsstätte „Hexenwahn“. Sie erinnert an 276 Frauen und zwei Männer, die im 16. und 17. Jahrhundert in Osnabrück hingerichtet wurden. Für die Erinnerungsstätte schuf der Maler Axel Gundrum (* 1953) zwei großformatige Wandgemälde mit den Titeln Hexenwahn von 1998 in der Größe 4,8 mal 7 Meter und Die Verspottung von 1999 (3,5 mal 1,8 Meter). Im Gemälde Hexenwahn greift Gundrum ein Selbstporträt des Osnabrücker Malers Felix Nussbaum aus dessen Gemälde Selbstbildnis mit Judenpass auf. Der 1904 in Osnabrück geborene und 1944 in Auschwitz ermordete jüdische Künstler malte das undatierte Bild nach August 1943 in seinem Versteck in Brüssel im von Deutschland besetzten Belgien.Nussbaums Selbstporträt mit JudenpassKulturgeschichtliches Museum Osnabrück, Museums- und Kunstverein Osnabrück (Hrsg.): Felix Nussbaum. Bramsche 1995. S. 413–416, ISBN 3-930595-13-3 Für die Erinnerungsstätte stellte ein Privatmann das Gelände zur Verfügung.

Heinz Heiber, Lebensbaum Den Lebensbaum aus Bronze schuf Heinz Heiber (1928–2003) im Jahr 1977. Er steht in der Krahnstraße/Ecke Dielinger Straße. Eine weitere Arbeit Heibers aus Granit von 1980/1981 befindet sich im Stadtteil Schölerberg.

Manfred Heinze, Kunstzelle Der Osnabrücker Künstler Manfred Heinze (* 1959) stellte 2019 an der Kokschen Straße 79 die Kunstzelle auf. In einer gelben Telefonzelle sind wechselnde Kunstwerke und Installationen von verschiedenen Künstlern zu finden. Die Kunstzelle ist von der Morgendämmerung bis um 23 Uhr zugänglich.

Georg Hörnschemeyer, Schäferbrunnen Der Schäferbrunnen in der Fassung von Georg Hörnschemeyer (1907–1983) wurde 1950 am Rosenplatz aufgestellt. Ursprünglich trug der Brunnen eine Skulptur des in Dersum geborenen Bildhauers Lukas Memken (1860–1934). Dessen Kupferplastik wurde während des Zweiten Weltkriegs nach einer Metallsammlung eingeschmolzen. Der Schäferbrunnen symbolisiert den Guten Hirten. Er wird auch als Ströker-Brunnen bezeichnet, nach dem 1909 gestorbenen Schäfer Heinrich Adolf Ströker, den Franz Hecker malte.

Johann Janikowski, Windthorst-Denkmal Das Denkmal für den Politiker Ludwig Windthorst (1812–1891) in Form einer lebensgroßen Bronzestatue wurde von dem Bildhauer Johann Janikowski 2008 geschaffen und an der Südseite des Osnabrücker Doms in unmittelbarer Nähe des Osnabrücker Rads aufgestellt. Auf einer Gedenktafel steht ein bekanntes Zitat Windthorsts: Ich werde das Recht, das ich für die Katholiken und für die katholische Kirche und deren Diener in Anspruch nehme, jederzeit vertreten auch bei den Protestanten und nicht minder bei den Juden. Ich will eben das Recht für alle.

Friedel Kantaut, ...is watching you