Ali Kurt Baumgarten (auch Kurt-Ali; * 21. März 1914 in Judenbach; † 4. April 2009 in Coburg) war ein deutscher Graphiker, Kunsthandwerker und Maler, der dem Expressionismus nahestand.
1928 besuchte Baumgarten die von Karl Staudinger geleitete Fachschule für Spielzeug und Keramik in Sonneberg und erlernte dort bis 1932 die künstlerische Spielzeug- und Keramikformgestaltung. Danach studierte er als Schüler bei Karl Caspar, Hugo Troendle und Olaf Gulbransson an der Akademie der Bildenden Künste München, außerdem bei Karl Schmidt-Rottluff in Berlin. Während der Zeit des Nationalsozialismus war er mit einem Malverbot belegt.
In der DDR war er in der Spielzeugindustrie als Gestalter tätig und schuf er u. a. architekturbezogene Arbeiten. Er war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er wurde 1971 mit dem Max-Reger-Preis und 1984 mit der Verdienstmedaille des Ministeriums des Innern geehrt.
Nach der deutschen Wiedervereinigung wandte Baumgarten sich wieder dem Expressionismus zu, als dessen letzter deutscher Vertreter er galt. Im Jahr 2001 beendete er aus gesundheitlichen Gründen seine künstlerische Tätigkeit. Sein Leben wie auch sein Schaffen im Bereich der Kunst und der Spielzeuggestaltung dokumentiert das 2017 in Judenbach eröffnete Ali Kurt Baumgarten Museum der Stiftung Judenbach.
Werkbeispiele
Architekturbezogene Werke
Liebe im Wandel der Zeiten (1964; Wandgestaltung, Aluminium, gestanzt und geätzt, 4,00 × 4,00 m; mit Franz Kürschner und Günther Dührkop; Suhl, Rückwand der Bar des Interhotels "Thüringen-Tourist")Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 3, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Bezirk Suhl. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 164/165 Zugvögel (1965; vorgehängtes Relief, Aluminium, Kupfer, getrieben und geglättet; mit Kürschner und Dührkop; Suhl, Hotelhalle des Interhotels "Thüringen-Tourist")Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 3, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Bezirk Suhl. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 156/157 Lebensfreude (1984; Wandbild; Keramik ?; Neustrelitz, Neubau-Wohnhochhaus)
Tafelbild
Winter in Thüringen (Öl; auf der Vierten Deutsche Kunstausstellung)Deutsche Fotothek
Ausstellungen (unvollständig)
Einzelausstellungen
1979: Sonneberg und Meiningen 1989: Unterwellenborn, Kulturpalast „Johannes R. Becher“ der Maxhütte 2005: Bad Steben, Grafik Museum Stiftung Schreiner Bad Steben, Staatliches Kurhaus und Klenzebau am Kurpark Bad Steben in Zusammenarbeit mit der Saale-Galerie, Saalfeld ("Ali Kurt Baumgarten. Farbe, Ästhetik, Erotik. Ein Lebenswerk. Malerei, Holzschnitt, Lithografie, Kreide") postum 2018: Erfurt, Thüringer Landtag ("Der Kunst-Rebel. Hommage an den Thüringer Expressionisten Ali Kurt Baumgarten")
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR
1971 bis 1984: Suhl, vier Bezirkskunstausstellungen 1958/1959, 1972/1973 und 1987/1988: Dresden, Vierte Deutsche Kunstausstellung und VII. und X. Kunstausstellung der DDR
Literatur
Baumgarten, Kurt-Ali. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 52 Friedhelm Berger: Ali Kurt Baumgarten (1914-2009). Ein Thüringer Expressionist. Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, 2018 Gerhard Bauriedel (Hrsg.): Kurt Ali Baumgarten. Das Wagnis mit der Kunst. Das expressionistische Frühwerk. Monographie mit Werkverzeichnis - Druckgraphik mit Holzschnitten. Verlag Philipp C.W. Schmidt, Neustadt an der Aisch, 2024; ISBN 9783877073292; 3877073298
Weblinks
kurt ali baumgarten kunst – Stiftung-Judenbach Kurt Ali Baumgarten
Einzelnachweise
Kategorie:Maler des Expressionismus Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 2009 Kategorie:Mann