Frotzersricht ist ein Ortsteil des Marktes Schwarzenfeld im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf (Bayern).

Geographische Lage Der Weiler Frotzersricht befindet sich ungefähr 2,5 Kilometer nordwestlich von Schwarzenfeld 750 Meter nördlich der Staatsstraße 2151 und etwa 3,5 Kilometer westlich der A 93. Nördlich und südwestlich von Frotzersricht befinden sich ausgedehnte Weiher- und Teichgebiete.

Laut dem Bayern-AtlasBayern-Atlas befindet sich der geographische Mittelpunkt des Regierungsbezirks Oberpfalz auf 49°23'55" nördl. Breite und 12°07'02" östl. Länge in der Gemarkung Frotzersricht der Gemeinde Schwarzenfeld.

Geschichte Anfänge bis zum 18. Jahrhundert Frotzersricht (auch: Frotzersried) gehört zu den Orten, die auf -ried, -richt und -reut enden. Diese Endung deutet darauf hin, dass diese Orte bei einer Rodungswelle gegen Ende des 11. Jahrhunderts entstanden. Die Nähe zu Schwarzenfeld gibt Frotzersricht den Charakter einer Ausbausiedlung. Eine ältere Bevölkerungsschicht erschloss hier rodend das Umland von Schwarzenfeld.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 20

Anfang des 14. Jahrhunderts erwarb das Kloster Ensdorf Besitzungen in Frotzersricht.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 48, 49 Im Salbuch von 1473/75 wurde Frotzersricht gemeinsam mit Kögl aufgeführt.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 77

Die Bevölkerungsentwicklung in Frotzersricht gemeinsam mit Kögl geht aus den Musterungsprotokollen hervor: 1500: 9 Mannschaften 1523: 9 Mannschaften 1583: 9 Mannschaften 1631: 11 Mannschaften 1712: 11 Mannschaften.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 86

Frotzersricht gemeinsam mit Kögl hatte 1513 11 Höfe, 1596 9 Höfe, 1606 10 Höfe, 13 Pferde, 1 Fohlen, 10 Ochsen, 29 Kühe, 10 Rinder, 6 Schweine, 2 Stiere, 9 Kälber, 120 Schafe, und 10 Frischlinge. 1721 und 1762 werden Frotzersricht und Kögl mit 12 Häusern aufgeführt. 1792 gab es in Frotzersricht und Kögl 10 hausgesessene Amtsuntertanen.

19. Jahrhundert bis Gegenwart Im Häuser- und Rustikalsteuerkataster von 1808 werden für Frotzersricht (ohne Kögl) 8 Anwesen genannt.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 302

1811 wurde das Landgericht Nabburg in 58 Steuerdistrikte unterteilt. Frotzersricht bildete zusammen mit dem Weiler Kögl und der Einöde Weiherhaus einen Steuerdistrikt zu dem 15 Häuser mit 92 Einwohnern gehörten.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 398

Parallel zur Bildung der Steuerdistrikte entstanden ebenfalls 1811 Obmannschaften. Frotzersricht bildete zusammen mit Deiselkühn, Irrenlohe, Wohlfest, Kögl und Weiherhaus die Obmannschaft Frotzersricht.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 407

1818 wurden Ruralgemeinden gebildet. Dabei entstand die Ruralgemeinde Frotzersricht, bestehend aus Frotzersricht selbst mit 10 Familien, Kögl mit 6 Familien, Weiherhaus mit 1 Familie, Deiselkühn mit 14 Familien, Irrenlohe mit 12 Familien und Wohlfest mit 7 Familien.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 413

1828 hatte Frotzersricht 9 Häuser, 9 Familien und 56 Einwohner, 1964 hatte es 11 Häuser und 56 Einwohner. 1842 waren alle Einwohner von Frotzersricht katholisch und gehörten zur Schule und zur Pfarrei Schwarzenfeld.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 427

Zum Stichtag 23. März 1913 (Osterfest) gehörte Frotzersricht zur Pfarrei Schwarzenfeld und hatte 8 Häuser und 56 Einwohner.Antonius von Henle (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. Verlag der Kanzlei des Bischöflichen Ordinariates Regensburg, 1916, S. 420

Am 1. Januar 1972 wurden Teile der aufgelösten Gemeinde Frotzersricht in den Markt Schwarzenfeld eingegliedert. Der Ortsname Weiherhaus wurde ab 1. August 1976 aufgehoben.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 435

Am 31. Dezember 1990 hatte Frotzersricht 27 Einwohner und gehörte zur Pfarrei Schwarzenfeld.Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 666

Einwohnerentwicklung ab 1819 + 1819–1913 Jahr Einwohner Gebäude 1819 10 Familien k. A. 1828 56 9 1838 66 9 1864 76 41 1875 71 52 1885 70 10 1900 50 12 1913 56 8

+ 1925–2011 Jahr Einwohner Gebäude 1925 63 10 1950 52 8 1961 56 11 1964 56 11 1970 39 k. A. 1987 28 7 2011 25 k. A.

Literatur Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7

Weblinks

Einzelnachweise Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 413 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 420

bei zensusatlas.statistikportal.de. Abgerufen am 11. März 2022.

Kategorie:Geographie (Schwarzenfeld) Kategorie:Ort im Landkreis Schwandorf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Schwandorf) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972