Kizman (; , deutsch Kotzman[n], oder Chiţmani, ) ist eine ehemalige Rajonshauptstadt in der ukrainischen Oblast Tscherniwzi. Sie liegt nördlich des Pruths, etwa 20 km nordwestlich von Czernowitz. mini|links|Haus der Stadtverwaltung in Kizman
Etymologie Der Name Kizman leitet sich vom rumänischen bzw. moldawischen Nachnamen Cozma ab und hatte die Bedeutung Siedlung der Cozma-Sippe. Die Bildung eines Dorfnamens aus einem bestehenden Namen durch Hinzufügen des Suffixes „-eni“ ist im rumänischsprachigen Raum weit verbreitet. Nach der Habsburger Annexion war es für die deutschsprachige Verwaltung einfacher, die Endung „-mann“ zu verwenden.
Nach anderen Interpretationen stammte der alte Nachname Kitzman/Kotzman (und Varianten davon) aus der jüdischen Kultur, die in Teilen der Westukraine allmählich häufiger wurde. Der Name leitet sich von hebräischen Wurzeln ab und verkürzt den Ausdruck kohen Tsedek („Priester der Gerechtigkeit“).
Geschichte Die Stadt wurde 1413 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Sie gehörte ab 1774 zu Österreich-Ungarn und lag bis 1918 im Kronland Bukowina. 1798 bekam sie das Stadtrecht zugesprochen und war im Kaiserreich Sitz der Bezirkshauptmannschaft für den Bezirk Kotzman und des Bezirksgerichts für den Gerichtsbezirk Kotzman. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam die Stadt zu Rumänien (im Kreis Cernăuți). In der Stadt selbst lebte eine signifikante deutschsprachige Minderheit. Noch 1930, als infolge der Zugehörigkeit zu Rumänien der Anteil der deutschsprachigen in der Bukowina stark rückläufig war, gaben 26,5 % der Bevölkerung der Stadt Deutsch als Muttersprache an, gegenüber 66,9 % Rumänisch.https://archive.org/details/recensamntulgene02inst/page/120
Im Zuge der Annexion der Nordbukowina am 28. Juni 1940 wurde die Stadt ein Teil der Sowjetunion (von 1941 bis 1944 wiederum zu Rumänien) und ist seit 1991 ein Teil der Ukraine.
Verwaltungsgliederung Am 8. August 2017 wurde die Stadt zum Zentrum der neu gegründeten Stadtgemeinde Kizman (Кіцманська міська громада/Kizmanska miska hromada). Zu dieser zählen auch die 10 in der untenstehenden Tabelle aufgelistetenen DörferВідповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Чернівецькій областіт у Кіцманському районі; bis dahin bildete sie die Stadtratsgemeinde Kizman (Кіцманська міська рада/Kizmanska miska rada) im Rajon Kizman.
Seit dem 17. Juli 2020 ist der Ort ein Teil des Rajons TscherniwziВерховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів".
Folgende Orte sind neben dem Hauptort Kizman Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch rumänisch deutsch Dawydiwzi Давидівці Давидовцы (Dawidowzy) Davideşti Dawidestie Hawryliwzi Гаврилівці Гавриловцы (Gawrilowzy) Gavrileşti Hawrylestie Iwankiwzi Іванківці Иванковцы (Iwankowzy) Ivancăuţi Iwankoutz Kliwodyn Кліводин Кливодин (Kliwodin) Clivodin Kliwodin Laschkiwka Лашківка Лашковка (Laschkowka) Nouă Laşchiuca Neu Laschkówka Oschychliby Ошихліби Ошихлебы (Oschichleby) Oşehlib Oschechlib Schypynzi Шипинці Шипинцы (Schipinzy) Şipeniţi Schipenitz Suchowerchiw Суховерхів Суховерхов (Suchowerchow) Suhoverca Suchowerchów Waljawa Валява Валява Valeva Valava Wytyliwka Витилівка Витиловка (Witilowka) Vintileanca Witelówka
Personen Söhne und Töchter der Stadt Ani Lorak (* 1978), ukrainische Sängerin Wolodymyr Iwasjuk (1949–1979), ukrainischer Schriftsteller und Dichter Roland Links (1931–2015), Germanist und Verlagsleiter in der DDR Salo von Weisselberger (1867–1931), rumänischer Politiker
Ehrenbürger Oktavian Regner von Bleyleben (1866–1945), österreichisch-ungarischer VerwaltungsjuristHof- und Staatshandbuch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie 1918, Seite 519.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Tscherniwzi Kategorie:Ort in der Bukowina Kategorie:Rajon Tscherniwzi Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1798 Kategorie:Ersterwähnung 1413