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Die Elbphilharmonie (umgangssprachlich Elphi) ist ein im Januar 2017 eröffnetes Konzerthaus in Hamburg. Sie wurde mit dem Ziel geplant, ein neues Wahrzeichen der Stadt und ein „Kulturdenkmal für alle“ zu schaffen. Das 110 Meter hohe Gebäude im Stadtteil HafenCity liegt am rechten Ufer der Norderelbe an der Spitze des Großen Grasbrooks zwischen den Mündungen der Hafenbecken Sandtorhafen und Grasbrookhafen. Es wurde unter Einbeziehung der Hülle des früheren Kaispeichers A (Baujahr 1963) errichtet. Auf diesen Sockel wurde ein moderner Aufbau mit einer Glasfassade gesetzt, die an Segel, Wasserwellen, Eisberge oder einen Quarzkristall erinnern soll. Die Lage am Kaiserhöft ist von der einstigen industriellen Hafennutzung und der neugotischen Backsteinarchitektur der Speicherstadt geprägt. Die Elbphilharmonie ist das höchste bewohnte Gebäude Hamburgs.

Das Konzept des Konzerthauses geht auf eine 2001 vorgestellte Idee des Hamburger Projektentwicklers Alexander Gérard zurück. Der Bau wurde dann 2007 durch die Bürgerschaft unter Bürgermeister Ole von Beust beschlossen. Entwurf und Planung der Philharmonie stammen im Wesentlichen vom Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron. Bauherr war die Elbphilharmonie Bau KG, deren Teilgesellschafter und Hauptfinanzier die Freie und Hansestadt Hamburg mit Steuermitteln ist. Das Gebäude wurde in ihrem Auftrag vom Baudienstleister Hochtief errichtet.

Die Fertigstellung des Gebäudes war nach einem mehrjährigen Vorlauf für das Jahr 2010 vorgesehen, verzögerte sich jedoch mehrfach, u. a. auch bedingt durch einen anderthalbjährigen Baustopp im öffentlichen Bereich. Erst nach einer umfangreichen Projektneuordnung zwischen den Architekten, dem Bauherren und der Baufirma kurz nach der Wahl des Bürgermeisters Olaf Scholz wurde weitergebaut.

Durch die Verzögerungen und die Überschreitung der ursprünglich veranschlagten Baukosten wurde die Elbphilharmonie bereits lange vor der Fertigstellung bundesweit bekannt: Die Baukosten betrugen am Ende mit rund 866 Millionen Euro mehr als das Elffache der mit ursprünglich 77 Millionen Euro geplanten Summe. Der im neuen Vertrag vereinbarte Termin für die Bau- und Schlüsselübergabe am 31. Oktober 2016 wurde eingehalten. Die Einweihung des Konzertbereichs wurde am 11. und 12. Januar 2017 mit dem Konzert „Zum Raum wird hier die Zeit“ des NDR Elbphilharmonie Orchesters gefeiert (Konzertprogramm). In: Norddeutscher Rundfunk, 12. Januar 2015.Auch im Kleinen Saal gab es am nächsten Abend das erste Konzert: mit Georg Friedrich Haas’ Auftragswerk „Release“. (Süddt. Ztg. vom 13.01.2017). Der Kleine Saal wurde am 12. Januar 2017 vom Ensemble Resonanz eingeweiht. Im ersten Jahr nach der Eröffnung besuchten rund 850.000 Menschen die über 600 Konzerte in der Elbphilharmonie, über 4,5 Millionen Besucher pilgerten auf die Plaza, mehr als 70.000 Menschen nahmen an Konzerthausführungen und über 60.000 am Musikvermittlungsprogramm des Hauses teil.

Bauwerk mini|Luftbild der Baustelle mit Hamburger Altstadt, Alster, HafenCity und Elbphilharmonie, September 2010 mini|Fassade mit Baukran, Februar 2015 mini|Die Dachform erinnert an Segel oder Wasserwellen mini|Elbphilharmonie bei Sonnenuntergang aus Hafencity Der Entwurf des Schweizer Architektenbüros Herzog & de Meuron sah auf dem damals noch bestehenden Baukörper des backsteinernen Kaispeichers A von 1963 einen gläsern verkleideten Aufbau mit markant geschwungener Dachform vor, die auch „gläserne Welle“ genannt wurde. Ziel war ein charakteristisches Merkmal des Baukörpers, um in Hamburg eine unverwechselbare Silhouette zu formen. Entgegen den allerersten Planungen wurde der ehemalige Speicher für den Bau vollständig entkernt. Nur die denkmalgeschützte Fassade und Teile der Fundamente blieben erhalten. Die lastverteilende Bodenplatte des Gebäudes ist auf 1732 Pfählen gegründet, die tief in das Flussbett gerammt wurden. Der 12.500 t schwere, eigenständige Baukörper des Großen Konzertsaales ist mit insgesamt 342 Stahlfederpaketen unten und 34 im Dachbereich schalltechnisch vom Gesamtgebäude vollständig entkoppelt.Claas Gefroi: Das Ingenieurbauwerk Elbphilharmonie in Hamburg. In: Deutsche Bauzeitung. Mai 2017, S. 32–40. Der passgenaue Aufbau erhielt eine Glasfassade aus insgesamt 1100 einzelnen Glaselementen, die jeweils aus vier Glasscheiben bestehen. Alle Scheiben erhielten einen eingearbeiteten Licht- und Wärmeschutz durch aufgedruckte gerasterte Folien. 595 Glaselemente sind individuell gekrümmt. Ein einziges dieser Glasfenster kostete etwa 72.000 Euro. Nach Aussage der Architekten erwecken die gebogenen Fassadenteile den Eindruck eines riesigen Kristalls, der den Himmel, das Wasser und die Stadt immer wieder anders reflektiert.

Das Gebäude hat 26 Geschosse, wobei es vom Erdgeschoss bis zur Plaza im achten Obergeschoss von der Fassade des Kaispeichers A umschlossen wird, eines ehemaligen Kakao-, Tee- und Tabakspeichers an exponierter Stelle des alten Hamburger Hafens südlich der Speicherstadt. Es hat am höchsten Punkt an der Kaispitze eine Höhe von rund 110 Metern, der niedrigste Punkt an der Ostfassade liegt etwa 30 Meter tiefer. Damit hat das Gebäude den rechteckigen Radisson-Hotel-Bau um wenige Meter als höchstes bewohntes Gebäude in Hamburg abgelöst. Bedingt durch die Keilform des Speichers ist der Raumkörper der Elbphilharmonie im Osten 85 und im Westen 22 Meter breit.

Den Hauptzugang zum Haus bilden unter anderem eine über 80 Meter lange, leicht gewölbte Rolltreppe und eine kürzere, gerade Rolltreppe, die gemeinsam das Erdgeschoss mit der Plaza verbinden, einer kostenfrei und zur Mengenbegrenzung durch Tickets geregelt zugänglichen Aussichtsebene in Höhe des früheren Kaispeicher-Dachs. Der Fahrgast sieht über den größten Abschnitt der zweieinhalb Minuten dauernden Fahrstrecke zunächst nur, dass er auf ein Licht zufährt. Bewegt werden die Stufen der 21 Meter ansteigenden Rolltreppe nicht wie üblich mit einem Antrieb von oben, sondern von vier dezentralen Antrieben, die elektronisch synchronisiert sind. Die Neigung der Stufen sinkt von anfangs 23 Grad auf etwa 11 Grad am Ende der Treppenfahrt. Die Stufen, die zunächst die für Rolltreppen übliche Höhe haben, sind oben nur noch wenige Zentimeter hoch. Die Tube (Röhre) genannte Treppe führt direkt auf ein großes Panoramafenster an der Schmalseite des Gebäudes zum Hafen hin. Zusätzlich zur Tube erschließen insgesamt 29 Aufzugsanlagen und elf Treppenhäuser das gesamte Gebäude.

Die Lasten durch den Großen Konzertsaal sind sehr ungleich verteilt. Dies erforderte acht unregelmäßig angeordnete große Innenstützen sowie deren Schrägstellung. Zusätzlich hat das Fehlen der Außenstützen auf der Plaza schräge Stützen in den beiden darüber befindlichen Geschossen notwendig gemacht.

Musikalisches Programm In der Elbphilharmonie wird Musik aus verschiedenen Genres präsentiert. Regelmäßig sind die renommiertesten Orchester der Welt im Großen Saal zu Gast, etwa die Berliner Philharmoniker, das Royal Concertgebouw Orchestra, die Wiener Philharmoniker oder das New York Philharmonic. Das NDR Elbphilharmonie Orchester spielt als Residenzensemble wöchentlich neue Programme und prägt damit das Profil des Hauses. Neben Orchesterkonzerten gibt es auch Kammermusik, Klavierabende, Orgel-, Jazz-, World- und Popkonzerte.

Nahezu täglich finden Konzerte in der Elbphilharmonie statt: im Großen Saal, dem Kleinen Saal und dem Kaistudio.

Hinzu kommt das Musikvermittlungsprogramm mit mehr als 1000 Veranstaltungen wie Workshops und Konzerten für Schulklassen und Familien.

Verantwortet wird das Programm vom Generalintendanten der Elbphilharmonie und Laeiszhalle Christoph Lieben-Seutter. Die Konzerte werden sowohl von der Elbphilharmonie selbst veranstaltet (Veranstalter: HamburgMusik), als auch von externen Konzertveranstaltern und Ensembles, die die Säle mieten.

Große Namen der Klassik wie Sir Simon Rattle, Yuja Wang, Kirill Petrenko, Daniel Barenboim, Klaus Mäkelä oder Igor Levit sind regelmäßig in der Elbphilharmonie zu erleben.

Festivals und Schwerpunkte In der Elbphilharmonie finden regelmäßig verschiedene Festivals und Schwerpunkte statt. Im Format „Reflektor“ erhalten ausgewählte Künstler symbolisch den Schlüssel zur Elbphilharmonie und dürfen das Programm ihres eigenen, mehrtägigen Festivals selbst bestimmen und Gastkünstler einladen.

Bisherige Reflektor-Künstler waren: Bryce Dessner (2017), Yaron Herman (2018), Laurie Anderson, Nils Frahm (2019), Manfred Eicher (2020), Max Richter, Anoushka Shankar (2021), John Zorn (2022), Angélique Kidjo, Bill Frisell (2023), André Heller, Marc Ribot (2024), Sophie Hunger (2025), Brad Mehldau (2026).

Internationales Musikfest Hamburg Das Internationale Musikfest Hamburg findet jährlich im Mai statt. Während fünf Wochen treten viele nationale und internationale Gäste auf, neben der Elbphilharmonie auch in der Laeiszhalle und an weiteren Spielorten. Das Programm des Festivals kombiniert klassische Musik mit Zeitgenössischem. Dazu gibt es verschiedene Komponisten-Schwerpunkte. Das Internationale Musikfest Hamburg wird von der Elbphilharmonie in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kulturveranstaltern und Orchestern der Stadt umgesetzt.

Das Festival fand zum ersten Mal 2014 und zunächst alle 2 Jahre statt. Seit 2018 wird das Festival jährlich veranstaltet. Jährlich sind große Stars zu Gast, so etwa die Sopranistin Barbara Hannigan, die Pianisten Daniil Trifonov, Lang Lang, Krystian Zimerman oder Maurizio Pollini oder die Dirigenten Sir Simon Rattle, Teodor Currentzis und Klaus Mäkelä.

Regelmäßig gibt es große, außergewöhnliche Opernproduktionen, so etwa 2024 eine Aufführung von Olivier Messiaens vierstündiger Oper „Saint François d’Assise“, dirigiert von Kent Nagano, mit rund 300 Mitwirkenden, eindrucksvoller Lichttechnik und einem schwebenden Engel oder 2019 György Ligetis „Le Grand Macabre“ mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter Alan Gilbert.

Jedes Jahr steht das Festival unter einem anderen Motto, zuletzt etwa „Liebe“ (2023), „Krieg und Frieden“ (2024), „Zukunft“ (2025) oder „Ende“ (2026).

Elbphilharmonie Visions 2023 riefen die Elbphilharmonie und das NDR Elbphilharmonie Orchester das Festival „Elbphilharmonie Visions“ ins Leben, das sich der Orchestermusik des 21. Jahrhunderts widmet und seitdem alle zwei Jahre stattfindet. Als „Momentaufnahme der gegenwärtigen Musikwelt“ bezeichnete der Dirigent und Festival-Initiator Alan Gilbert die erste Ausgabe. Nach der zweiten Ausgabe 2025 schrieb die FAZ, Elbphilharmonie Visions habe sich „als eines der wichtigsten Festivals für neue Musik etabliert“.

Zum Festival gehört auch ein Kompositionspreis, der von der Hamburger Claussen-Simon-Stiftung gestiftet wird. 2023 ging der Preis an die Schwedin Lisa Streich, sie komponierte das Werk „Flügel“. Preisträger 2025 war Alex Paxton; sein Stück „World Builder, Creature“ wurde vom NDR Elbphilharmonie Orchester unter Alan Gilbert uraufgeführt.

Weitere Festivals Junge Künstler präsentieren sich in der Elbphilharmonie in Konzertreihen wie „Fast Lane“ und „Tea Time“ oder dem Festival „Rising Stars“.

Residenzensembles Das NDR Elbphilharmonie Orchester hat den Großen Saal der Elbphilharmonie am 11. Januar 2017 mit einem feierlichen Konzert eröffnet. Seitdem prägt es als Residenzorchester das musikalische Profil des Hauses. Gegründet 1945 als Orchester des Nordwestdeutschen Rundfunks wurde es seitdem von vielen großen Chefdirigenten geprägt. Zur Elbphilharmonie-Eröffnung stand Thomas Hengelbrock am Pult, seit 2019 heißt der Chefdirigent Alan Gilbert. Der gebürtige Amerikaner wechselte vom New York Philharmonic Orchestra nach Hamburg.

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