Die Südliche Regnitz oder Obere Regnitz, tschechisch Rokytnice, ist ein rechter Nebenfluss der „Sächsischen“ Saale im Landkreis Hof in Oberfranken.

Name Etwa um das Jahr 1160 wurde das Gewässer als Rekinzi erstmals schriftlich erwähnt. Der slawische Name *Rakonica oder *Rakonici bedeutet „Krebsbach“, allerdings könnte auch ein Personenname *Rakon zugrundeliegen.

Geographie Verlauf Sie entsteht aus zwei Quellbächen. Der längere entspringt als Lužní potok (dt. Zinnbach) ca. in der Bieretwiese nördlich von Štítary () und fließt ca. 9 km im Wesentlichen nach Norden, die letzten 5 km als Grenzbach zwischen Bayern und Böhmen. Der kürzere und wasserreichere zweite Quellbach heißt auf Tschechisch Rokytnice, von der deutschen Bevölkerung wurde er Ziegenbach genannt. Seine Quelle liegt ca. hoch südöstlich von Hranice (deutsch Roßbach) kurz vor der Grenze nach Sachsen nahe der Straße in Richtung Bad Elster (). Nach ca. 7 km in westnordwestlicher Richtung vereinigt er sich bei der Huschermühle unterhalb des Regnitzlosauer Gemeindeteils Oberprex mit dem ersten Quellbach Lužni potok. Von dort bis zum Dreiländereck Bayern-Sachsen-Böhmen bildet die Regnitz die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Tschechien, dann tritt sie dauerhaft auf deutsches Gebiet über. In einem weiten Wiesental schlängelt sie sich nach Westen, dann nach Südwesten durch Regnitzlosau. Einzige Siedlung am wiederum in Hauptrichtung West verlaufenden Unterlauf ist Tauperlitz (Gemeindeteil von Döhlau). Nach insgesamt etwa 30 km mündet sie im Südosten von Hof in die Saale. mini|Mündung der Südlichen Regnitz (im Vordergrund) in die Saale (von links kommend) bei Hof

Zuflüsse Vom Ursprung zur Mündung. Auswahl.

Zinnbach (tschechisch Lužní potok), linker Oberlauf Ziegenbach (tschechisch Rokytnice), rechter Oberlauf Wolfsbach (tschechisch Bystřina), von rechts nahe Regnitzlosau-Hinterprex Lesní potok, von rechts auf am DreiländereckDanach durchfließt die Südliche Regnitz den Landkreis Hof Steinseifelbach, von rechts auf nach Regnitzlosau-Mittelhammer → (Abgang des Mühlbachs), nach links nach Mittelhammer Lohbach, von links in den Mühlbach Klingelbach, von rechts auf etwa gegenüber Regnitzlosau-Unterhammer in die Regnitz selbst ← (Rücklauf des Mühlbachs), von links bei Unterhammer Holzlohbach oder Holzlohbächlein, von rechts auf etwa zwischen Regnitzlosau-Nentschau und Regnitzlosau Kleppermühlbach, von links auf in Regnitzlosau Scherzalohgraben, von links auf etwa nach Regnitzlosau-Klötzlamühle Zechbächl, von rechts auf bei Regnitzlosau-Weinzlitz Kulmitzbächl, von links auf etwa nahe Regnitzlosau-Draisendorf Quellitzbach oder Quellitz, von rechts auf etwa kurz vor Döhlau-Tauperlitz Dorschenbach, von rechts auf etwa in Tauperlitz

Geschichte Schon in der Hallstattzeit ist eine erste Siedlung am Lauf der Südlichen Regnitz nachgewiesen. Bei Osseck a. Wald wurde 1981 ein Gräberfeld mit Grabbeilagen der Kelten entdeckt. Auch im Mittelalter war die Gegend der Regnitz ein früh besiedeltes Gebiet. Die früher vorherrschenden Mischwälder wurden jedoch größtenteils gerodet.

Im Mittelalter wurde das Gebiet des heutigen bayerischen Vogtlands Regnitzland genannt. Auch die Stadt Hof hieß zuerst Stadt am Regnitzhof, später Hof an der Rekkenze. Die erste Besiedlung von Hof lag wohl nicht weit der Mündung der Regnitz in die Saale. Die Turmhügelburg Tauperlitz war Teil eines frühen Systems zur Sicherung des Handels auf den Altstraßen.

Die Klötzlamühle mit einem oberschlächtigen Wasserrad war der letzte Mühlbetrieb an der Südlichen Regnitz.

Fauna Im Lauf der oben genannten Strecke zwischen der Entstehung bei der Huschermühle bis zum Dreiländereck war bis ins Jahr 1947 der größte Flussperlmuschelbestand im mitteleuropäischen Raum zu finden. Im Jahre 1947 überlebten schätzungsweise bis zu 80 % des Bestandes den extrem heißen Sommer nicht; noch 60 Jahre später sind Tausende von Schalen im Bachbett und auf den angrenzenden Wiesen zu finden. Um den restlichen noch existierenden Bestand zu schützen, wurde in dem Raum sowohl von bayerischer als auch von tschechischer Seite ein Naturschutzgebiet errichtet; unter anderem wurde dabei teils die Böschung gesichert und die Wassergeschwindigkeit reduziert. Allerdings treffen diese Maßnahmen im regionalen Umfeld auf teils schwere Kritik. Wie ältere Anwohner berichten, lebten die größten Bestände immer in der Umgebung von Mühlen, von denen es an der Regnitz sehr viele gab. Um die Mühlen möglichst leistungsstark zu betreiben, wurde der Bach oft gesäubert und auf einen schnellen Wasserfluss geachtet. Dies lässt die derzeitigen Bemühungen nutzlos erscheinen.

Literatur

Weblinks

Das Wasserwirtschaftsamt Hof über die Flussperlmuschel in der Südlichen Regnitz

Einzelnachweise

1Sudliche Regnitz Kategorie:Fluss in Bayern Kategorie:Fluss in Europa Kategorie:Fließgewässer im Landkreis Hof Kategorie:Geographie (Regnitzlosau) Kategorie:Geographie (Döhlau) Kategorie:Grenzfluss Kategorie:Grenze zwischen Deutschland und Tschechien