Seulbitz (oberfränkisch: Seilbitz, ab 1927: Seulbitz an der sächsischen Saale) ist ein Gemeindeteil der Stadt Schwarzenbach an der Saale im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Seulbitz liegt teils im Gemeindegebiet von Schwarzenbach an der Saale, teils im Gemeindegebiet von Weißdorf. Sie hat eine Fläche von 11,753 km² und ist in 738 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 15925,64 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Albertsreuth, Bärlas, Götzmannsgrün und Posterlitz. Die Seulbitzer Mühle war eine Getreide- und Schneidmühle. Sie wurde wahrscheinlich im 18. Jahrhundert in Betrieb genommen und in den 1950er Jahren stillgelegt. Wilfried Kluge: Mühlen in Schwarzenbach an der Saale und im alten Landkreis Schwarzenbach an der Saale. In: Schwarzenbach an der Saale - Beiträge zur Stadtgeschichte. Band 2. Schwarzenbach an der Saale 1998. S. 147.

Geografie Das Dorf liegt auf freier Flur an der Sächsischen Saale und am Posterlitzbach, der innerorts als linker Zufluss in die Saale mündet. Ein Steinbruch nordöstlich des Ortes ist wegen seiner Gesteinsart und dem metamorphosen Gefüge ein Geotop. Die Bundesstraße 289 führt nach Weißdorf (3,3 km südwestlich) bzw. nach Stobersreuth (3,1 km nordöstlich). Die Kreisstraße HO 25 führt nach Wölbersbach (2,1 km nordwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Posterlitz (0,9 km nördlich), nach Förbau (2,6 km östlich) und nach Bärlas (1,7 km südlich). Es gibt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Bamberg–Hof.

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1317 als „Slewiz“ erstmals urkundlich erwähnt. 1358 findet sich in einer Urkunde die Schreibweise „Seilbicz“.D. Hermann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 625.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Seulbitz aus 26 Anwesen, einem Hirtenhaus und einer Zollstätte. Die Hochgerichtsbarkeit nördlich der Saale stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Hof zu, südlich der Saale dem bayreuthischen Stadtrichteramt Münchberg. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stadtrichteramt Münchberg. Grundherren waren das bayreuthische Amt Hallerstein: 1 Hof, 1 Halbhof; das bayreuthische Kastenamt Münchberg: 4 Halbhöfe, 2 Tropfhäuser; die bayreuthische Hofkanzlei Bayreuth: 1 Zweidrittelhof, 1 Gut; das bayreuthische Klosteramt Kulmbach: 1 Halbhof, 1 Haus, 1 Mühle, 1 Wirtshaus; das Gotteshaus Münchberg: 1 Halbhof; die Pfarrei Kulmbach: 1 Hof; das vogtländische Rittergut Bug: 1 Halbhof, 1 Viertelhof; das vogtländische Rittergut Weißdorf: 2 Halbhöfe, 2 Viertelhöfe, 1 Söldengut; das Rittergut Oberkotzau: 2 Halbhöfe, 1 Söldengut.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 435.

Von 1797 bis 1810 unterstand Seulbitz dem Justiz- und Kammeramt Münchberg. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Seulbitz gebildet. Zu diesem gehörten Albertsreuth, Bärlas, Götzmannsgrün und Posterlitz. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Seulbitz, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg (1919 in Finanzamt Münchberg umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörten Anwesen den Patrimonialgerichten Bug, Oberkotzau und Weißdorf an. Ab 1862 gehörte Seulbitz zum Bezirksamt Münchberg (1939 in Landkreis Münchberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Münchberg (1879 in Amtsgericht Münchberg umgewandelt).A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 498. Die Gemeinde Seulbitz hatte 1964 eine Gebietsfläche von 12,202 km². Am 1. Juli 1972 kam die Gemeinde an den Landkreis Hof. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Seulbitz am 30. April 1978 aufgelöst: Götzmannsgrün, Posterlitz und Seulbitz wurden nach Schwarzenbach eingemeindet (213 Einwohner, 842 ha), Albertsreuth und Bärlas nach Weißdorf (95 Einwohner, 378 ha).

Baudenkmäler Haus Nr. 10: Brunnentrog aus Granit mit einer Signatur von „1735“.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Seulbitz Jahr 1812 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 359 481 467 463 473 493 505 473 482 438 455 446 439 425 381 389 406 374 334 536 507 464 381 332HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 75 77 75 73 75 66 66 72 Quelle

Ort Seulbitz Jahr 1799 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 154 146 195 242 242 186 200 172 224 194 184 140Häuser 25 28 33 31 29 30 38 38Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 304.

Religion Seulbitz ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Südlich der Saale ist es bis heute nach St. Maria (Weißdorf) gepfarrt, nördlich der Saale nach St. Gumbertus (Schwarzenbach an der Saale).

Persönlichkeiten Der Schwarzenbacher Landschaftsmaler Anton Richter fertigte Bilder des Ortes und seiner Umgebung.

Bildergalerie

Literatur

Wilhelm Malter: Oberfranken-Ost. Heroldsberg 1984. S. 273. Friedrich von Schönburg-Waldenburg, Rudolf Timper: Geschichte von Schwarzenbach an der Saale. Schwarzenbach an der Saale 1908. S. 116.

Weblinks

Fußnoten

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